Montag, 20. Mai 2019

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2016.12-2017.01

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.


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Diese Sportarten schonen Ihre Gelenke!

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.

140 Gelenke sorgen für die Beweglichkeit unseres Körpers. Regelmäßiger Sport trägt dazu bei, dass diese ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. „Dreibis viermal pro Woche sollte man sich mindestens 30 Minuten lang mäßig anstrengen, um effektive Ergebnisse zu erzielen“, rät Dr. Max Böhler, Wiener Facharzt für Orthopädie. Er rät zu folgenden fünf Sportarten:
Schwimmen: Im Wasser ist unser Körper besonders leicht, was Gelenken und Muskeln guttut. Aber Vorsicht: Ungeübtes Brustschwimmen kann zu Belastungen der Wirbelsäule führen! Besser: Kraul- und Rückenschwimmen.
Radfahren: besonders schonend für Knie- und Sprunggelenke.
Crosstrainer: Durch die elliptischen Bewegungen auf den Pedalen werden harte Fersenaufpralle vermieden und Fuß-, Knie- und Hüftgelenke nicht strapaziert.
Wassergymnastik & Aquajogging: Stoßbelastungen werden vermieden und Ausdauer, Kraft und Koordination trainiert.
Skilanglauf: Mit seinen rhythmischen Bewegungsabläufen und dem geringen Belastungsdruck ist er ein effektives  Training für alle Muskelgruppen.

INFLUENZA: „Echte Grippe” ist nicht immer ungefährlich!

Jährlich infizieren sich in Österreich laut Statistik Austria etwa 550.000 Erwachsene mit Influenza, der „echten“ Grippe.
Die meisten Betroffenen erholen sich spätestens nach ein paar Wochen wieder zur Gänze. Anders ist das bei Personen, deren Abwehr noch nicht oder nicht mehr gut funktioniert sowie bei Personen, die an Grundkrankheiten leiden oder unter immunsupprimierenden Therapien stehen. In diese Risikogruppe fallen Kinder bis zum fünften Lebensjahr, Personen ab 50 Jahren, werdende Mütter sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen. „Leider sehen
wir bei solchen Patienten häufig Komplikationen wie virale oder bakterielle Lungenentzündungen, Muskelentzündungen, Herzmuskelentzündungen oder schwere neurologische Komplikationen bis hin zu einer Entzündung des Gehirns“, erläutert Dr. Wolfgang Popp, Vorstand des Zentrums für Lungenkrankheiten und Langzeitbeatmung des Pflegewohnhauses Donaustadt. Personen mit Lungenerkrankungen (Asthma oder COPD) gehören zu den größten Risikogruppen: Laut Studien ist das Risiko für diese Patienten, an Influenza-Komplikationen zu sterben, bis zu 120-Mal so hoch als bei Gesunden. Popp: „Der einzige Schutz ist eine vorbeugende Impfung.“

Diabetes kann zu Osteoporose führen

Rund 800.000 Österreicher und Österreicherinnen leiden an Osteoporose. Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann nach dem 50. Lebensjahr ist von der Knochenkrankheit betroffen. Zu 80 Prozent wird die Krankheit vererbt, aber auch Rauchen, eine langjährige Mangelernährung oder Medikamenteneinnahme (vor allem Kortison) können Ursache sein. Immer mehr Experten weisen aber darauf hin, dass auch Diabetes mellitus den Abbau der Knochendichte beschleunigen kann. „Hierbei spielt eine Rolle, ob die Menschen sich weniger körperlich bewegen, der Diabetes gut oder schlecht eingestellt ist, welche Diabetesmedikamente eingenommen werden und ob ein Vitamin-D-Mangel besteht“, so der Endokrinologe Dr. Klaus Badenhoop von der Uni Frankfurt/Main. „Menschen mit Diabetes sollten gerade im Alter nicht warten, bis es zu Knochenbrüchen gekommen ist. Ein Bluttest kann den Mangel rasch feststellen. Eine frühe Behandlung kann Spätschäden vermeiden.“

Zahl des Monats 90

… Prozent aller Schlaganfälle weltweit sind auf zehn beeinflussbare Risikofaktoren zurückzuführen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Interstroke-Studie, die Daten von 13.447 Schlaganfallpatienten aus 32 Ländern verglich. Mit 47,9 % auf Platz eins der Risikofaktoren liegt ein über Jahre andauernder Bluthochdruck, gefolgt von Bewegungsmangel (40 %), Adipositas (36,7 %) sowie ungesunde Ernährung (33,3 %). Als weitere Risikofaktoren nennt die Studie ungünstige Blutfettwerte, psychosoziale Faktoren, Rauchen, Alkohol, Herzerkrankungen sowie Diabetes. In Österreich sind jedes Jahr 24.000 Menschen von einem Schlaganfall betroffen.

Angst vor Krankheiten begünstigt Herzinfarkt

Hypochonder leben in ständiger Angst vor einer gefährlichen Krankheit. Das Paradoxe daran: Die Angst ist zwar grundlos, kann aber trotzdem lebensgefährlich werden – das belegt nun eine norwegische Studie, die über einen Zeitraum von zehn Jahren der Angstlevel von 7.000 Probanden (Männer und Frauen) beurteilte. Das Ergebnis: Jene Teilnehmer, die sich über Jahre hinweg große Sorgen machten, krank zu sein, wiesen ein doppelt so hohes Risiko für Herzinfarkte und akute Verengungen der Herzkranzgefäße auf als Nicht-Hypochonder. Laut Studie würden die ständig vorherrschenden Faktoren Angst und Stress, die das Leben von hypochondrischen Menschen bestimmen, zu schlechten Angewohnheiten wie ungesunde Ernährung oder Rauchen führen, was wiederum das Risiko für Herzkrankheiten erhöht.

Zu wenig Schlaf macht dick und krank

„Jede Stunde weniger Schlaf pro Tag ist in Studien mit einer Zunahme von Übergewicht, Typ-  2-Diabetes, erhöhten Cholesterinwerten undeinem Bluthochdruck verbunden“, erklärt Dr. Sebastian Schmid von der Med-Uni I in Lübeck. Eine Studie unter der Leitung von Schmid hat nun bewiesen, dass sowohl Schlafentzug als auch eine Störung des normalen Tag-Nacht- Wechsels sehr rasch zu einer Insulinresistenz, also einer hormonellen Störung, führt: Patienten, die wegen Schlafmangels in einem Schlaflabor beobachtet wurden, wiesen erhöhte Blutzuckerwerte auf, obwohl sie vermehrt Insulin produzierten. Zudem verschob sich das Gleichgewicht von hungerregulierenden Hormonen. „Menschen mit Schlafmangel greifen eher zu energiedichten Lebensmitteln wie Chips oder Schokoladenriegeln“, so der Experte, der als optimale Schlafdauer sieben bis acht Stunden täglich angibt.

Alkohol
Für 365.000 Krebstote im Jahr verantwortlich

Eine aktuelle Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung belegt, dass Alkohol stärker bei der Entstehung von bösartigen Tumoren beteiligt ist als bisher angenommen: Laut Forschungsteam ist Alkohol für 5 Prozent der jährlichen Krebs-Neuerkrankungen und für 4,5 Prozent der Krebs-Todesfälle verantwortlich. In konkreten Zahlen heißt das: Weltweit gehen 365.000 Todesfälle von Patienten mit Brust-, Leber-, Darm-, Hals- und Speiseröhrenkrebs auf Alkoholkonsum zurück. Die Studie bezieht sich auf Zahlen des Jahres 2012. Vor allem das Risiko, an Brustkrebs sowie an Darmkrebs zu erkranken, wird durch Alkohol erhöht: Je höher der Alkoholkonsum, desto höher das Krebsrisiko, stellt das Forschungsteam klar. Bereits zwei Gläser Wein täglich lassen das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, um zehn Prozent steigen.

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