Sonntag, 26. Mai 2019

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2016.11

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - deandrobot

 

Diabetes-Früh­erkennung beim Augenarzt

Sehen Sie am Morgen nach dem Aufstehen verschwommen, einige Stunden später aber wieder vollkommen normal? Oder passt eine neu optimal angepasste Brille zwei Tage später plötzlich nicht mehr? In vielen Fällen liegt die Ursache solcher Probleme der Sehschärfe bei Blutzuckerschwankungen, die auf einen Diabetes hinweisen können. „Der steigende Blutzuckerspiegel erhöht den osmotischen Druck im Auge, was wiederum zu Wassereinlagerungen in der Augenlinse führt“, erläutert Dr. Gabriele Lang, Leiterin der Sektion konservative Retinologie und Laserchirurgie der Universitäts-Augenklinik Ulm (Deutschland). „Die Folge ist, dass sich die Form der Linse vorübergehend verändert und damit auch die Fähigkeit, scharf zu sehen. Wer solche Anzeichen bei sich bemerkt, sollte unbedingt einen Augenarzt aufsuchen!“ Dieser untersucht mit einer harmlosen Spiegelung des Augenhintergrundes die Gefäße der Netzhaut und kann so diabetesbedingte Veränderungen erkennen, bevor sich die Stoffwechselerkrankung mit anderen Symptomen bemerkbar macht.

Karies - Die häufigste chronische Krankheit weltweit

Bereits 1992 wurde die Global Burden of Disease Study gemeinsam von der Harvard University, der Weltgesundheitsorganisation und der Weltbank ins Leben gerufen. Allein für die Auswertungen des Jahres 2015 sammelten mehr als 1.800 Wissenschafter aus aller Welt Daten über die Gesundheit der Menschheit, über ihre Krankheiten und auch die Sterblichkeit der Menschen. Folgende chronischen Krankheiten waren 2015 am meisten verbreitet:

1. Karies in den bleibenden Zähnen: 2,3 Milliarden Betroffene
2. Spannungskopfschmerzen: 1,5 Milliarden Betroffene
3. Blutarmut durch Eisenmangel: 1,47 Milliarden Betroffene
4. Hörschäden: 1,2 Milliarden Betroffene
5. Migräne: 959 Millionen Betroffene

Weniger Kortison –mehr Ultraschall!

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hat zahlreiche Empfehlungen veröffentlicht. So raten die Experten zu einer ergänzenden Chemotherapie für Patienten nach einer Bauchspeicheldrüsenkrebs-OP sowie zu einer halbjährlichen Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Leberkrebs für Risikogruppen (Hepatitis-C-Patienten mit Leberzirrhose, Patienten mit chronischer Hepatitis B oder Fettleberhepatitis). Auch eine stärkere Motivation zum Nichtrauchen für Morbus-Crohn-Patienten legt die DGVS den Fachärzten nahe. Auf die Verabreichung von Kortison zur Vermeidung von Krankheitsschüben bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa könne jedoch verzichtet werden. Auch eine Operation von Gallensteinen, die keine Symptome verursachen, sei nicht sinnvoll. Die Einnahme von Acetylsalicylsäure zur Darmkrebsprophylaxe sei ebenfalls obsolet.

Zahl des Monats 80

… Prozent der Herzinsuffizienz-Patienten sind über 65 Jahre alt. In dieser Altersgruppe ist Herzschwäche die häufigste Ursache für Spitalsaufenthalte, betont die Österreichische Kardiologische Gesellschaft. Zwischen 70.000 und 140.000 Österreicher sind von einer Herzinsuffizienz betroffen; aufgrund der steigenden Lebenserwartung sei mit einer Verdoppelung dieser Zahl in den nächsten 15 Jahren zu rechnen.

Psychische Erkrankung bei Senioren

Eine aktuelle Untersuchung in sechs europäischen Ländern ging der Frage nach, wie sehr im höheren Alter psychische Erkrankungen verbreitet sind. Mithilfe eines neues Diagnostikinstruments in Form eines computerbasierten Interviews wurde erhoben: Bei einem Drittel der 3.100 Befragten im Alter von 65 bis 85 Jahren zeigte sich eine psychische Erkrankung im letzten Jahr, bei einem Viertel wurde eine aktuelle psychische Erkrankung festgestellt. Am häufigsten vertreten waren Angsterkrankungen (17 Prozent) sowie Depressionen (14 Prozent). Experten fordern eine stärkere Etablierung psychotherapeutischer Angebote für Menschen im höheren Lebensalter.

Frauen Antibabypille macht depressiv
Laut einer Studie der Universität Kopenhagen zeigen Frauen, die die Antibabypille als Kombinationspräparat zur Verhütung nutzen, in den ersten sechs Monaten nach Beginn der ersten Einnahme ein um 23 Prozent höheres Risiko, an einer schweren Depression zu erkranken, als Frauen, die zu anderen Verhütungsmitteln greifen. Bei Frauen, die die Minipille als Einzelstoffpräparate nutzen, war die Depressionsgefahr sogar um 34 Prozent höher. Alarmierend das Ergebnis bei jungen Frauen zwischen 15 und 19 Jahren: Nutzerinnen der Kombinationspräparate hatten ein 80-prozentiges höheres Risiko, als depressiv diagnostiziert zu werden; bei der Minipille war das Risiko um 70 Prozent höher als bei jungen Frauen, die auf die Antibabypille verzichten.

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