Donnerstag, 27. Februar 2020

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2019.12/2020.01

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.

 


Foto: iStock - Halfpoint

Fleischverzicht: gut fürs Herz

Vegetarier erleiden weniger ischämische Herzerkrankungen, weisen gleichzeitig aber eine (leicht) höhere Rate an hämorrhagischen Schlaganfällen auf.

Durch Fleischverzicht das Risiko für ischämische Herz- und Gefäßerkrankungen (Ischämie = Minderdurchblutung oder ein vollständiger Durchblutungsausfall) senken – ob das tatsächlich möglich ist, untersuchte eine groß angelegte Studie aus Großbritannien. Insgesamt nahmen 48.188 Frauen und Männer (ohne bekannte Herz- und Gefäßerkrankungen) daran teil, die in drei Gruppen eingeteilt wurden: Fleischesser, Fischesser und Vegetarier. Sie wurden 18 Jahre lang im Rahmen der Studie beobachtet.

Nach Anpassung verschiedener sozioökonomischer und Lifestyle-Faktoren zeigte sich, dass Fischesser ein um 13 % und Vegetarier sogar ein um 22 % reduziertes Risiko für ischämische Herzerkrankungen aufwiesen. Die Schlaganfallrate der Vegetarier war allerdings insgesamt leicht höher, vor allem, weil mehr hämorrhagische Schlaganfälle (Hirnblutungen) auftraten. Die Wissenschafter betonen aber, dass der Nutzen der vegetarischen Kost im Hinblick auf ischämische Herz- und Gefäßerkrankungen klar das erhöhte Risiko für Hirnblutungen überwog. Denn ein Schlaganfall wird meist erst durch viele verschiedene Risikofaktoren, die sich im Laufe des Lebens entwickeln, ausgelöst. 

Bipolare Störung: doppelte Gefahr bei Arthritis

Gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen bipolaren Störungen und chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma? Ja, wenn es nach den Wissenschaftern der  Mahidol University in Thailand geht: Diese haben in einer Meta-Studie nachgewiesen, dass das Risiko, eine bipolare Störung zu entwickeln, bei Patienten mit rheumatoider Arthritis doppelt so hoch ist wie bei gesunden Menschen. Dies sei möglicherweise auf chronische Entzündungsprozesse im Körper zurückzuführen, welche die psychische Erkrankung begünstigen. Die Schlussfolgerung, dass entzündungshemmende Medikamente somit ebenso erfolgreich bei der Behandlung (sowie Risikominimierung) von bipolarer Störung eingesetzt werden können, muss noch weiter untersucht werden, betonen die Forscher. 

Migränewetter?

Viele gesundheitliche Beschwerden schiebt man aufs Wetter. Zumindest bei Migräneattacken scheint dies tatsächlich zu stimmen, wie nun eine Studie der US-amerikanischen Eliteuniversität Harvard nachweisen konnte. Die insgesamt 98 Probanden mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren berichteten immer dann besonders häufig von Migräneattacken, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch war – jedoch nur in den Monaten zwischen April und September. Traten die Kopfschmerzen in den kälteren Monaten auf, standen sie vor allem mit verkehrsbedingter Luftverschmutzung in Zusammenhang. 

Zahl des Monats 85.535 ...

... Babys wurden im Jahr 2018 in Österreich geboren, so Statistik Austria. Mit 43.796 Geburten hatten die Buben einen leichten Vorsprung gegenüber den Mädchen (41.739). Die beliebtesten Vornamen: Anna, Emma und Laura bzw. Paul, David und Jakob.

Hundebesitzer leben länger

Das Ergebnis einer Meta-Analyse (basierend auf zehn verschiedenen Studien mit Daten von 3,8 Millionen Menschen) der schwedischen Universität Uppsala: Hundebesitzer weisen ein um 24 % geringeres frühzeitiges Sterberisiko auf als Personen ohne bellendes Haustier. Auch Patienten nach einem Schlaganfall bzw. Herzinfarkt, die nach dem Krankenhausaufenthalt alleine, aber mit Hund lebten, hatten ein um 27 % bzw. 33 % geringeres Todesrisiko als Nichtbesitzer. Der Grund sei eine größere körperliche als auch geistige Betätigung, so die Forscher, zudem seien Patienten mit Hund weniger einsam. 

Depressionsrisiko steigt mit dem Gewicht

Wissenschafter aus Spanien und den USA haben in einer gemeinsamen Studie, an der 3.888 Frauen und 4.124 Männern teilnahmen, herausgefunden, dass Frauen, die schon als Kind übergewichtig waren und im weiteren Zeitverlauf (bis zum aktuellen Erwachsenenalter) weiter zunahmen, ein um 92 % (!) gesteigertes Depressionsrisiko aufwiesen als jene Probandinnen, deren Gewicht über all die Jahre stabil blieb. Interessant: Bei Männern konnte kein Zusammenhang zwischen Veränderung der Körperform und Entstehungsgefahr einer Depression festgestellt werden.

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