Dienstag, 19. November 2019

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2019.11

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.

 


Foto: iStock-LightFieldStudios

Gesunder Lebensstil beugt Demenz vor

Ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung und soziale Interaktion als Demenz-Prävention 

Mehrere aktuelle Studien konnten zeigen, dass bei neurodegenerativen Erkrankungen wie der Alzheimer-Demenz und auch anderen Demenzformen ein gesunder Lebensstil positive Effekte hat“, sagt Elisabeth Stögmann von der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien/AKH Wien. „Das zeigt sich darin, dass die Erkrankung später ausbricht oder in ihrem Verlauf gebremst wird.“ Hierfür gibt es mehrere Ansätze: Körperliche Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck sollten bestmöglich behandelt werden, um den Organismus möglichst wenig zu belasten. Dazu kann eine gesunde Diät die Blutzuckerwerte positiv beeinflussen und Übergewicht verhindern, so die Expertin, die zu einer mediterranen Ernährungsform rät. Auch angemessene Bewegung sei äußerst wichtig, sprich: mindestens 150 Minuten sportliche Aktivität pro Woche: „Eine Studie konnte zeigen, dass regelmäßiger Sport sogar bei Menschen mit genetischer Disposition das Auftreten einer Alzheimer-Demenz hinauszögern kann.“ Um das Gehirn bis ins hohe Alter zu trainieren, sind Musik, Spiel und aktive soziale Interaktion ausschlaggebend, aber auch Stressreduzierung sei nicht zu unterschätzen, z. B. mittels Yoga, Meditation und ausreichendem Schlaf. Bei der Entwicklung von Arzneimitteln, die Demenz erfolgreich bekämpfen, konnten zuletzt jedoch keine neuen Erfolge vermeldet werden. Etablierte Medikamente könnten nur die Symptome lindern, erklärt Stögmann. 

Social Media verursacht Technostress

Die vielen Funktionen von Facebook, Instagram und Co können Stress verursachen. Das ist bekannt. Neu ist aber die Erkenntnis, dass besonders Personen, die Social-Media-Kanäle häufig nützen, bei aufkommendem Stress der jeweiligen Plattform nicht den Rücken zukehren, sondern lediglich von einer Funktion zur anderen wechseln. Das hat nun eine Co-Studie einer britischen Universität und zwei deutschen Universitäten herausgefunden (444 Teilnehmer). „Die Nutzer suchen Ablenkung innerhalb des sozialen Netzwerks als Bewältigungsmechanismus für Stress, der durch eben dieses ausgelöst wurde, anstatt die Tätigkeit zu beenden und sich anderweitig zu beschäftigen“, so die Forscher, die diese Verhaltensweise als „Technostress“ betiteln. Die Studie untersuchte verschiedene Formen des Technostresses, die durch soziale Medien hervorgerufen werden: So hatten Nutzer zum Beispiel das Gefühl, dass die Netzwerke in ihr persönliches Leben eindringen.    

Langlauf gegen Diabetes

Langlaufen schützt vor Diabetes, zumindest bei Männern – das hat nun eine Co-Studie aus Großbritannien und Finnland herausgefunden. Insgesamt nahmen 2.483 gesunde Männer mittleren Alters an der Studie teil. Die Forscher wollten wissen, wie häufig, lange und intensiv die Probanden innerhalb der letzten 12 Monate Skilanglauf ausgeübt hatten. Insgesamt wurden die Männer mehr als zwei Jahrzehnte beobachtet. Das Ergebnis: Jene Probanden, die bis zu 200 Stunden jährlich diesen Sport betrieben, wiesen ein 25 % geringeres Risiko auf, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Bei Männern, die mehr als 200 Stunden pro Jahr dem Skilanglauf nachgingen, war das Risiko gar um 41 % reduziert. Frauen nahmen an der Studie nicht teil.

Schon kleine Alkoholmengen fördern Krebs

Eine Studie des nationalen Krebsforschungscenters in Korea konnte nachweisen, dass auch geringe Mengen an Alkohol die Entstehung eines Brust- oder Darmkarzinoms begünstigen können: Die Auswertung der Daten von insgesamt 60 Studien zeigte, dass bereits ein halbes Glas Alkohol täglich ausreicht, um bei Frauen das Risiko für Brust- und bei Männern das Risiko für Darmkrebs zu erhöhen. Interessant: Bei anderen Krebskrankheiten zeigte diese Menge an Alkohol keine negativen (oder positiven) Auswirkungen.  

Zahl des Monats 60%...

... der österreichischen Bevölkerung zieht eine elektrische Zahnbürste einer Handzahnbürste bei der täglichen Pflege vor. 59 % wechseln ihre Bürste alle zwei bis drei Monate aus, 32 % greifen zu verschiedenen Zahnpasten. Nur 16 % sind mit ihrer Zahnfärbung zufrieden, aber nur 7 % putzen dreimal täglich oder öfter. Das ergab der aktuelle Dental-Report von Marketagent.com.

2018: Insgesamt 795 Organtransplantationen

Der Transplant-Jahresbericht 2018 der Gesundheit Österreich GmbH berichtet von 795 Organtransplantationen im vergangenen Jahr. Experten zeigen sich ob dieser Zahlen erfreut. 718 davon stammen von Organen bereits verstorbener Personen (2017 waren es 717), ein leichtes Plus verzeichnete man auch bei Transplantationen unter Beteiligung von Lebendspendern (77 im Jahr 2018; 2017 zählte man 72). Die meisten Organtransplantationen wurden im Wiener AKH durchgeführt. Trotzdem betonen Experten, dass nach wie vor Patienten auf den Wartelisten für Organe sterben, der Bedarf an Organen sei also ungebrochen.  

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