Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2019.07/08

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden


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Der Speck muss weg!

Österreich möchte in Summe um Tonnen leichter werden

Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com hat insgesamt 500 Österreicherinnen und Österreicher zwischen 14 und 69 Jahren zu den Themen Körperzufriedenheit, Problemzonen und Abnehm-Strategien befragt. Die wichtigsten Ergebnisse: 7 % der Befragten waren untergewichtig, 38 % normalgewichtig und ganze 55 % übergewichtig bzw. adipös. Knapp 45 % der Österreicher fühlen sich mit ihrer Figur wohl, während sich nur jeder Fünfte schlecht damit anfreunden kann. Gut zwei Drittel der Befragten würden gerne abnehmen, bei den Frauen sind es gar mehr als drei Viertel. Ein Verlust von 10 Kilogramm an Körpergewicht soll es im Idealfall bei Herrn und Frau Österreicher sein. Der Bauch stellt für 75 % der Befragten die Problemzone Nummer 1 dar, dahinter folgen Beine, Brust und Po. In Summe möchte Österreich 44.000 Tonnen an Gewicht verlieren. Um die ungeliebten Fettpölsterchen loszuwerden, gelten Sport (89 %) und eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten (86 %) klar als beste Strategien. Diäten und Fasten werden von 37 % der Befragten als sinnvoll eingeschätzt. Im Gegensatz dazu können der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln (11 %) sowie kosmetische und chirurgische Eingriffe (jeweils 6 %) nur bedingt von ihrer Sinnhaftigkeit überzeugen.

 

Morbus Crohn kann bipolare Störung auslösen

Eine Studie aus Taiwan belegt: Patienten mit systemischen Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Lupus oder Morbus Crohn zeigen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer bipolaren Störung. Auch weibliches Geschlecht und junges Alter werden in der Studie als Risikofaktoren genannt. Insgesamt nahmen 65.498 Patienten mit systemischen Autoimmunerkrankungen und 261.992 Kontrollpersonen (sprich: gesunde Personen) an der Studie teil.

 

Risikofaktoren für Blasenkrebs

Eine Studie der MedUni Wien, die der Frage nach den Risikofaktoren bei Frauen für Blasenkrebs nachging, ergab: Faktoren wie das Alter zu Beginn der Periode, die Anzahl der Schwangerschaften, orale empfängnisverhütende Mittel oder die Anwendung einer Hormonersatztherapie haben keinen )influss auf eine mögliche Blasenkrebs-Erkrankung. Aber: Raucherinnen, die vor dem 45. Lebensjahr in die Menopause kommen, weisen ein um 53 % höheres Risiko auf. Nähere Gründe dafür nennen die Forscher keine. Für die Studie wurde Datenmaterial aus den seit 1976 laufenden Langzeitstudien „Nurses‘ Health Study I & II“ von 230.000 Teilnehmerinnen analysiert. In Österreich erkranken jährlich etwa 1.600 Menschen an Blasenkrebs. 

 

Zahl des Monats 70...

... Prozent jener Patientinnen und Patienten, die wegen Alkoholsucht behandelt werden, leiden auch an Depressionen oder Angststörungen, so das Wiener Anton Proksch Institut. Es handelt sich um einen Teufelskreis: Menschen mit Depressionen, Angstzuständen oder Burn-out greifen nicht nur öfter zu Alkohol, dieser verstärkt diese Krankheiten noch zusätzlich.

 

Nüsse gegen Diabetes

Nüsse sollten trotz hohen Kaloriengehalts auf keinem Speiseplan von Typ-2-Diabetikern fehlen, so eine aktuelle USamerikanische Studie: Jene Probanden, die mindestens 140 Gramm Nüsse in der Woche zu sich nahmen, zeigten ein um 17 % geringeres Risiko für HerzKreislauf-Erkrankungen sowie ein um 20 % reduziertes Risiko für koronare Herzkrankheiten. Das allgemeine Sterberisiko war um 32 % vermindert. Als besonders gesund erwiesen sich Baumnüsse (u. a. Haselnüsse, Walnüsse, Mandeln). Nüsse sind reich an Vitamin B und E, Omega-3-Fettsäuren, Zink, Magnesium und Protein, betonen die Forscher. Insgesamt nahmen 16.217 Typ- 2-Diabetiker (Männer und Frauen) an der Studie teil. 

 

RückenmarkHochfrequenzstimulation: Es hilft

Zahlreiche neue Forschungsergebnisse zur elektrischen Rückenmarkstimulation mit 10.000 Hertz („HF10“) belegen ihre Wirksamkeit: Allen voran Betroffene von peripheren neuropathischen Schmerzen, hartnäckigen Beinschmerzen oder dem „Failed Back Surgery Syndrome“, also anhaltenden Schmerzen nach Rückenoperationen, sprechen auf diese Schmerztherapie sehr gut an. „Sie könnte auch für Patienten geeignet sein, bei denen die Wirkung der traditionellen Behandlung nach sechs Monaten nachlässt“, so Dr. Hans-Georg Kress, Vorstandsmitglied der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG).

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