Sonntag, 29. März 2020

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2019.05

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.

 


Foto: Depositphotos_DmitryPoch

Neuer Ansatz in der Migräneprävention

Eine auch in Österreich seit Kurzem verfügbare neue Substanz zur Migräneprävention kann Betroffenen helfen, bei denen andere Mittel gescheitert sind.

Viele Migräne-Betroffene sprechen auf die bisher verfügbaren Medikamente nicht an. Jetzt gibt es neue Hoffnung: Die aktuelle LIBERTY-Studie untersuchte, wie der Antikörper Erenumab bei Patienten wirkt, die bereits zwei bis vier andere erfolglose Präventionsbehandlungen hinter sich hatten. An der randomisierten Doppelblind-studie waren insgesamt 246 Teilnehmer beteiligt, die unter episodischer Migräne litten und zu Behandlungsbeginn zwischen 4 und 14 Migränetage pro Monat verzeichneten. Über einen Zeitraum von 12 Wochen erhielten sie einmal pro Monat entweder 140 mg vom Wirkstoff Erenumab oder ein Placebo unter die Haut injiziert. Das Ergebnis: Im Vergleich zum Placebo konnten doppelt so viele Patienten mit Erenumab ihre Migränetage nach drei Therapiemonaten halbieren. 6 % der Studienteilnehmer erreichten durch die Behandlung mit Erenumab völlige Beschwerdefreiheit, das gelang mit Placebo gar nicht. Gleichzeitig verminderten sich unter Erenumab die Tage, an denen die Patienten Medikamente zur akuten Migränebehandlung einnehmen mussten. Die Verträglichkeit war sehr gut. Erenumab ist der erste monoklonale Antikörper zur Migräneprävention, der von der US-amerikanischen und europäischen Arzneimittelbehörde zugelassen ist, weitere dürften in nächster Zeit folgen.

Gutes Herz – hohe geistige Fitness

Eine aktuelle US-amerikanische Studie mit 13.270 Teilnehmern belegt, dass die Herz-Kreislauf-Gesundheit im mittleren Lebensalter Einfluss auf die Denkleistung im Alter hat. Je gesünder das Herz-Kreislauf-System im mittlerem Lebensalter (zwischen 40 und 50 Jahren) ist, desto höher ist auch die geistige Fitness im hohen Alter. Speziell ein optimaler Blutdruck und gesunde Blutzuckerwerte beugen dem späteren Abbau der Denkleistung vor.  

Ozon verstärkt Lungensymptome

Forscher der MedUni Wien untersuchten die Auswirkung von Luftverschmutzung durch Ozon, Stickstoff- und Schwefeldioxid sowie Feinstaub auf Pollenallergiker. Vor allem Ozon scheint einen Einfluss auf Gräser- und Birkenpollenallergiker zu haben. Je höher die Ozonbelastung, desto stärker sind die Lungenbeschwerden. Damit kann erklärt werden, warum starke Beschwerden vorhanden sind, obwohl sich nur relativ wenig Pollen in der Luft befinden. Pollen wirken gemeinsam mit Ozon außerdem stärker allergen – der Medikamentenbedarf erhöht sich, auch eine Verschlechterung der Lungenfunktion ist zu bemerken. Von Mai bis September sind die Ozonwerte am höchsten.

Angst begünstigt

Ein internationales Forschungsteam wertete insgesamt 16 Studien mit 1.848.909 Personen aus. Sie untersuchten die Verbindung zwischen Diabetes und Angsterkrankungen. Die Ergebnisse waren überraschend: Angsterkrankungen konnten laut Studien tatsächlich Diabetes auslösen, umgekehrt konnte Diabetes jedoch nicht als Risikofaktor für Angststörungen identifiziert werden. Die Studienautoren fordern daher mehr Maßnahmen zur Unterstützung der psychischen Gesundheit.  

Zahl des Monats 60 ...

... Gramm rotes Fleisch (und Fleischprodukte) pro Tag genügen bereits, um das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie von Krebserkrankungen signifikant zu erhöhen. Das berichtet eine aktuelle Studie einer Universität in Kalifornien (USA). Die Annahme, nur ein (zu) hoher Fleischverzehr sei ungesund, sei damit widerlegt, so die Forscher.  

Kaffee macht auch ohne Kaffeekonsum wach

Eine aktuelle Studie der University of Toronto (Kanada) konnte beweisen, dass es einen starken Zusammenhang zwischen Erinnerungen an Kaffee und Aktivierung des zentralen Nervensystems (sog. „physiologischer Arousal“) gibt: Teilnehmer, die mit auf Kaffee bezogenen Hinweisen konfrontiert wurden, dachten präziser und konkreter. Sie nahmen die Umwelt genauer und detaillierter wahr. Ein Blick auf eine leere Kaffeetasse zum Beispiel würde laut Studie bereits ausreichen, damit wir uns wacher und aufmerksamer fühlen. Das Forscherteam vermutet allerdings, dass die Ergebnisse in wenig kaffeedominierten Kulturen anders beziehungsweise weniger deutlich ausfallen würden. 

 

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2020-03 130x173Aktuelles Heft 03/2020

Die nächste Ausgabe erscheint am 3. April

 

Unsere Ausgabe 2/2020 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Diäten – Ihre Meinung?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information