Donnerstag, 23. Mai 2019

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2019.04

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.


Foto: iStock-KatarzynaBialasiewicz

 

Neuer Erfolg in der Brustkrebs-Forschung

Neue Therapieoption reduziert Rückfallrisiko bei HER2-positivem Brustkrebs signifikant.

Beim sogenannten HER2-positiven Brustkrebs erhält die Zelle zu viele Signale zur Teilung und Vermehrung, was dazu führt, dass sich der Tumor sehr rasch und unkontrolliert ausbreitet. Rund 15 bis 20 % der Brustkrebspatientinnen leiden unter dieser Art von Brustkrebs. Die Standardtherapie bei HER2-positivem frühem Brustkrebs, der bereits vor der Operation mit einer Antikörpertherapie behandelt wurde (neoadjuvante Therapie) und bei dem ein Resttumor verblieben ist, könnte sich nun grundsätzlich ändern: Eine internationale Studie mit Beteiligung der MedUni Wien und des AKH Wien konnte zeigen, dass das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Trastuzumab Emtansin bei dieser Erkrankung das Rückfallrisiko um 50 % im Vergleich zur Standardtherapie senkt. „Trastuzumab Emtansin ist in der Metastasentherapie bereits voll etabliert“, erklärt Günther Steger, Studienleiter in Österreich. „Diese Substanz wird über die Antikörper-Komponente fast selektiv nur in Tumorzellen aufgenommen und die Zytostatika-Komponente dann erst in diesen freigesetzt. Daher ist die potenzielle Wirkung groß und die Nebenwirkungen sind vergleichsweise gering.“ Steger ist sich sicher, dass diese Substanz die vorbeugende Therapie „nachhaltig verändern wird, sobald die Zulassung dafür erfolgt ist“. 

Doping: Österreicher verlieren Vertrauen

Im Rahmen einer aktuellen Umfrage geben 66 % der Österreicher an, sich aufgrund der letzten Doping-
Skandale von Sportarten mit häufigen Dopingvorfällen abzuwenden. 90 % der 500 Befragten sehen die Glaubwürdigkeit der Sportler massiv in Gefahr, 74 % sind der Meinung, dass die Kommerzialisierung des Sports dazu beiträgt, dass Athleten zu leistungssteigernden Mitteln greifen. 93 % stimmen für ein Verbot von Doping jeder Art. 

Heuschnupfen: Vorsicht am Steuer!

Wer sich mit Heuschnupfen ans Steuer setzt, fährt gefährlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Allergiezentrums der Berliner Charité. 75 % der 500 Befragten gaben an, dass die Beschwerden (u. a. Niesen, tränende und juckende Augen) sie vom Verkehr ablenken. 7 % machen die Symptome sogar mitverantwortlich für einen Verkehrsunfall oder einen Beinahe-Zusammenstoß. 13 % hatten mindesten bereits einmal so starke Beschwerden, dass sie nicht Auto fahren konnten. „Heuschnupfen ist beim Autofahren genauso gefährlich wie ein Alkoholspiegel von 0,5 Promille!“, so die Forscher. 

Darmkrebs: Greifen Sie zu Kaffee!

Eine aktuelle US-amerikanische Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Darmkrebs und Kaffeekonsum. Die 1.599 Probanden befanden sich im Darmkrebs-Erkrankungsstadium I, II oder III. Die konsumierte Kaffeemenge wurde in einem Zeitraum von sechs Monaten bis vier Jahre nach der Diagnose ermittelt. In einer achtjährigen Nachbeobachtung wurde das Sterberisiko der Patienten untersucht. Das Ergebnis: Patienten, die mindestens vier Tassen Kaffee täglich zu sich nahmen, hatten ein um mehr als 50 % geringeres Risiko, an Darmkrebs zu sterben, als Patienten, die weniger als zwei Tassen pro Tag tranken.  

Zahl des Monats 84%...

... der 20- bis 39-jährigen Österreicher verhüten, bei den Über-40-Jährigen sind es nur noch 70 %. Das beliebteste Verhütungsmittel der Österreicherinnen und Österreicher ist das Kondom (38 %), gefolgt von der Pille (34 %). Auf den Plätzen: Hormonspirale (6 %), Coitus interruptus (5 %) sowie die Kupferspirale (4 %). Diese Zahlen veröffentlichte der Österreichische Verhütungsreport 2019. 

Hörverlust fördert Depressionen

Das Ergebnis einer Studie der Columbia University (USA) überrascht nicht: Mit zunehmendem Hörverlust im Alter steige auch das Depressionsrisiko, so die Studienautoren. Es wurden Daten von rund 5.000 Menschen ab 50 Jahren ausgewertet. Jene Probanden mit leichtem Hörverlust zeigten doppelt so häufig depressive Symptome wie sozialer Rückzug oder Ängstlichkeit als jene, die gut hörten. Die Teilnehmer mit starkem Hörverlust hatten viermal häufiger Depressionsanzeichen. „Das Risiko für Depressionen erhöht sich pro 20 Dezibel Hörverlust um das eineinhalbfache“, so Studienleiter Justin S. Golub. „Bekämpft man Hörverlust, bekämpft man auch Depressionen!“  

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