Montag, 30. März 2020

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2020.03

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.


Foto: iStock-humonia

 

Arbeit macht dick!

Laut einer aktuellen Metaanalyse (Daten von 19 Studien aus den USA, Australien und Europa wurden ausgewertet) führen verlängerte Arbeitszeiten zu einer Gewichtszunahme: Von 61.141 Personen, die zu Beginn der Studie normalgewichtig waren, entwickelten 20,2 % im Laufe von durchschnittlich vier Jahren (zum Teil starkes) Übergewicht. Besonders Personen, die mehr als 41 Stunden pro Woche arbeiteten, waren davon betroffen. Und: Je mehr bzw. länger eine Person arbeitete, desto mehr nahm sie an Gewicht zu. Ein möglicher Grund könnte die fehlende Zeit für gesunde Ernährung sein. 

Blutdruckmedikamente senken Demenzrisiko

Seit einigen Jahren ist ein Zusammenhang zwischen Demenz und Bluthochdruck bekannt. Doch lässt sich dieses erhöhte Demenzrisiko umgekehrt auch durch eine medikamentöse Blutdrucktherapie senken?

Eine aktuelle Metanalyse wertete Daten von insgesamt knapp mehr als 31.000 Menschen ohne vorbestehende Demenzerkrankung im Alter von über 55 Jahren aus – und teilte sie in zwei Gruppen: Eine Gruppe umfasste Studienteilnehmer mit erhöhten Blutdruckwerten, die andere Gruppe Probanden mit normalen Blutdruckwerten. Insgesamt 3.728 Studienteilnehmer erkrankten während des Beobachtungszeitraums an einer Demenz, bei 1.741 Patienten handelte es sich um eine Alzheimer-Demenz. Verglich man die Erkrankungsrate von Patienten mit Bluthochdruck, die medikamentöse Blutdrucksenker einnahmen, mit denjenigen, die unbehandelt waren, zeigte sich, dass die medikamentöse Bluthochdrucktherapie vor Demenz schützt: Die Patienten, deren Bluthochdruckerkrankung behandelt wurde, hatten ein um 12 % signifikant geringeres Risiko, an Demenz, beziehungsweise ein um 16 % niedrigeres Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Die Auswertung zeigte zudem, dass die Substanzklasse der Blutdruckmedikamente dabei nicht entscheidend war. Experten sehen angesichts der hohen und weiter steigenden Zahlen an demenziellen Erkrankungen und bislang fehlender Therapieoptionen ein großes Präventionspotenzial.

Nachtlärm schädigt das Herz

Wissenschafter des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz untersuchten, welche Folgen Nachtlärm auf das Herz-Kreislauf-System sowie Stoffwechselerkrankungen hat.Dafür analysierten sie eine Vielzahl von aktuellen Forschungsergebnissen. Zentrales Ergebnis: Ein durch Verkehrslärm verursachter zu kurzer oder häufig unterbrochener Schlaf erhöht das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Wie sich zeigte, lässt insbesondere Nachtlärm den Blutdruck in die Höhe schnellen, steigert die Ausschüttung von Stresshormonen und lässt die Gefäße steifer werden. Wurde bei Personen bereits eine Herzerkrankung festgestellt, sind besonders die durch Nachtfluglärm verursachten Gefäßschäden deutlich ausgeprägter. Auch Depressionen und Angststörungen werden durch Nachtlärm begünstigt.

Zahl des Monats 1,8 Millionen

Österreicherinnen und Österreicher klagen laut Österreichischer Schmerzgesellschaft (ÖSG) über chronische Schmerzen. Unter den häufigsten Leiden: Kreuzschmerzen. Zukünftig soll ein spezifischer Fragebogen Allgemeinmedizinern helfen, möglichst rasch jene Kreuzschmerzpatienten herauszufiltern, bei denen die Gefahr einer Chronifizierung besteht oder deren Akutbeschwerden rasch behandelt werden müssen. Der Fragebogen erfasst nicht nur die biomedizinischen Aspekte des Kreuzschmerzes, sondern hilft auch, die psychosozialen Faktoren angemessen zu berücksichtigen. „Eine derartige Entwicklung ist richtungsweisend und auch für alle anderen Bereiche der Schmerzversorgung dringend notwendig“, betont ÖSG-Vizepräsidentin Dr. Waltraud Stromer.

Zu viel Fleisch verursacht Diabetes

Eine Langzeitstudie aus Holland befasste sich 21 Jahre lang mit der Frage, ob eine hohe Proteinzufuhr das Risiko steigen lässt, an Prädiabetes und Typ-2-Diabetes zu erkranken. Insgesamt nahmen 6.822 Personen ab 45 Jahren daran teil; ihr Proteinverzehr wurde mittels Fragebogen dokumentiert. Während der Studiendauer erkrankten 643 Teilnehmer an Typ-2-Diabetes, bei 931 Personen wurde Prädiabetes festgestellt. Die Erkrankung konnte vor allem im Zusammenhang mit einem hohen Verzehr an tierischem Protein (in Fleisch, Fisch und Milchprodukten enthalten) gebracht werden. Beim Verzehr von pflanzlichem Protein sowie dem Protein aus Nüssen, Hülsenfrüchten, Erdäpfeln, Getreide, Obst und Gemüse konnte hingegen kein erhöhtes Diabetesrisiko festgestellt werden. 

Rheumatoide Arthritis: bitte bewegen!

Viele Betroffene von rheumatoider Arthritis bewegen sich nur sehr wenig, da sie eine Verschlimmerung ihrer Beschwerden befürchten. Genau das Gegenteil ist aber der Fall, wie eine Studie der Universität von Dänemark mit 150 Patienten beweist: Jene Studienteilnehmer, die von den Forschern zu mehr Bewegung motiviert wurden und somit um 1,61 Stunden täglich weniger saßen als jene Probandengruppe, die sich weiterhin nur mäßig bewegte, klagten deutlich weniger über Gelenksschmerzen und Müdigkeit als die Bewegungsverweigerer. Dafür stiegen nach eigenen Angaben das Selbstbewusstsein und die allgemeine Lebensqualität. Zudem beeinflusste das Plus an Bewegung den Cholesterinwert der Patienten positiv.

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