Samstag, 22. Februar 2020

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2020.02

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.


Foto: iStock-idealistock

Schwangerschaft: Kaffee und Nikotin können Babyhirn schädigen. Dadurch erhöht sich das Risiko für spätere

Auch wenn die Mutter auf bestimmte Psychostimulanzien nicht besonders auffällig reagiert, können diese Drogen unabhängig und permanent die Gehirnentwicklung des Babys bzw. des Kindes beeinflussen. Eine aktuelle Studie der MedUni Wien konnte zeigen, dass eine vermehrte Einnahme von Amphetamin, Nikotin oder Koffein während der Schwangerschaft eine breite Fehlaktivität im Gehirn des Ungeborenen auslöst und dadurch insbesondere die Entwicklung des „Indusium griseum“ (IG) beeinträchtigt. Dieses ist ein Areal des Großhirns, das im Mausmodell auf alle getesteten Psychostimulanzien reagierte. „Im IG wurde ein neuer Typus von Neuronen gefunden, dessen Entwicklung von Psychostimulanzien stark gebremst wird, sodass das Baby mit Neuronen geboren wird, die in einem fetalen (also wenig entwickelten; Anm. d. Red.) Zustand sind. Eine wesentliche Folge ist, dass sich diese Zellen langfristig nicht mehr in das Gehirn integrieren können“, erklärt Studienleiter Tibor Harkany. Da diese Neuronen in kognitive Netzwerken eingebunden sind und wahrscheinlich Denken und Erinnern ermöglichen, kommt es durch die Psychostimulanzien zur Störung dieses Netzwerks in deren Entwicklungsphase, lebenslange Defizite könnten die Folge sein. Besonders der Mangel des Proteins Secretagogin könnte lauf Tierversuchen zu späterer Epilepsie beim Kind führen.  

Schlank dank Nüssen

Nüsse enthalten wertvolle Proteine und wichtige Vitamine. Sie gelten aufgrund des hohen Fettgehalts aber auch als Dickmacher. Stimmt nicht, beweist nun eine Co-Studie aus den USA, Europa und Südostasien: Insgesamt 373.293 Männer und Frauen im Alter zwischen 25 und 75 Jahren wurden fünf Jahre lang bezüglich ihrer Ernährungsgewohnheiten beobachtet. Das Ergebnis: Zwar nahmen die Probanden im Beobachtungszeitraum durchschnittlich 2,1 kg zu, jedoch wiesen jene Personen, die über die Jahre viel Nüsse aßen, eine geringere Gewichtszunahme auf als Nuss-Verweigerer. Folglich reduzieren Nüsse also das Risiko für Übergewicht und Adipositas. Wie viel Nüsse die Personen verspeisten, verschwiegen die Forscher aber. 

Fruchtsäfte erhöhen Krebsrisiko

Eine Studie aus Frankreich mit 101.257 Teilnehmern bewies nun, dass am schlechten Ruf von zuckergesüßten Getränken etwas Wahres dran ist: Diese erhöhen nämlich nicht nur das Risiko für Übergewicht und Adipositas, sondern auch für Krebserkrankungen. Die Analyseergebnisse zeigten, dass sich ein Anstieg im Verzehr von zuckerhältigen Getränken um 100 ml pro Tag negativ auf das Krebsrisiko, vor allem hinsichtlich von Brustkrebs, auswirkte. Achtung: Dasselbe gilt für Fruchtsäfte, also Säfte, die zwar keinen Zuckerzusatz, dafür reichlich Fruchtzucker enthalten! Bei süßstoffhältigen Getränken wiederum konnte ein solcher Zusammenhang nicht gefunden werden. Unser Tipp: Täglich mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee zu sich nehmen!

Vitamin D senkt Depressionsrisiko

Laut einer chinesischen Meta-Studie senkt Vitamin D die Gefahr, im Alter an Depressionen zu erkranken. Insgesamt wurden sechs Studien mit 16.287 älteren Erwachsenen und 1.157 Fällen von Depression ausgewertet. Das Ergebnis: Das Depressionsrisiko nahm mit jeder Zunahme des Vitamin D-Gehalts des Blutes um 10 ng/ml um 12 Prozent ab. Die Forscher empfehlen deshalb möglichst früh eine Substitutionstherapie bei Vitamin-D-Mangel. Ob eine solche jedoch ausreicht, um eine Erkrankung an Depression vollständig zu verhindern, muss in Folgestudien erst bewiesen werden. 

Zahl des Monats 1,1 Milliarden

... Menschen leben weltweit mit einer Hörminderung, das sind rund 16 Prozent der Weltbevölkerung. Circa ein Drittel der über 65-Jährigen zeigt einen relevanten Hörverlust, erste Anzeichen von Altersschwerhörigkeit zeigen sich durchschnittlich ab dem 50. Lebensjahr. Nur 5 Prozent der Menschen mit einer Hörminderung leiden an einem absoluten Hörverlust, also Taubheit.

Niedrige Temperaturen

Eine über 16 Jahre gelaufene Studie aus Schweden mit mehr als 280.000 Patienten legt nahe, dass niedrige Außentemperaturen ein Trigger für ein vermehrtes Auftreten von Herzinfarkten sein könnten – unabhängig vom Alter der Betroffenen. Während der Studiendauer kam es zu insgesamt 280.873 Herzinfarkten, für 99 Prozent waren die entsprechenden Wetterdaten verfügbar. Die durchschnittliche Zahl von Herzinfarkten pro Tag war bei kalten Temperaturen deutlich höher als bei warmen – und dies in allen Regionen. Darüber hinaus gab es mehr Herzinfarkte bei höherer Windgeschwindigkeit, bei einer geringen Anzahl von Sonnenstunden und bei höherer Luftfeuchtigkeit. Betroffen waren vor allem Menschen mit bereits bestehenden atherosklerotischen Veränderungen in den Koronararterien.  

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