Mittwoch, 02. Dezember 2020

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2020.05

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.


Foto: iStock - Filip Krstic

Hochfrequenzstrom bei chronischen Schmerzen

Eine Rückenmark-Hochfrequenzstimulation mit 10.000 Hertz lindert Schmerzen. Zudem müssen weniger Opioide verabreicht werden.

Das Verfahren der elektrischen Rückenmarkstimulation, das gegen chronische Schmerzen, unter anderem des Rückens oder der Beine, eingesetzt wird, wurde in den vergangenen Jahren laufend verbessert. Kleine Elektroden, die in den Wirbelkanal implantiert werden, geben Stromimpulse mit einer Frequenz von 10.000 Hertz an das Rückenmark ab. Dadurch lassen sich chronische Schmerzen ohne störende Nebenwirkungen reduzieren. Eine deutsch-US-amerikanische Co-Studie untersuchte nun die Wirksamkeit der Hochfrequenzstimulation mit 10.000 Hertz bei 1.660 Patienten, die an chronischen Schmerzen an Rumpf oder Gliedmaßen litten. 70 % der Patienten berichteten nach zwölf Monaten, dass die Therapie ihre Schmerzen stark reduziert habe. 72 % der Patienten gaben zudem an, dass sich ihre Funktion verbessert habe, sie besser schliefen (68 %) und ihre allgemeine Lebensqualität gestiegen sei (90 %). Rund ein Drittel (32 %) der Patienten musste infolge der Hochfrequenzstimulation weniger Schmerzmittel einnehmen. Die noch junge Behandlungsmethode etabliert sich auch in Österreich zunehmend.

Karies erhöht Risiko für krankes Herz

Beschwerden im Mundraum können zu erheblichen Belastungen im gesamten Organismus führen. Das bestätigt auch eine Studie aus Südkorea, an der 234.597 Personen mit einem Durchschnittsalter von 54,3 Jahren teilnahmen und die entweder keine Zahnkaries oder Karies in unterschiedlichen Stadien vorwiesen. Die Probanden wurden 11,5 Jahre begleitet, 6.015 Personen erkrankten währenddessen an einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Das Ergebnis: Personen mit fortgeschrittener beziehungsweise schwerer Karies hatten ein 1,13-mal so hohes Risiko, eine KHK zu erleiden, als Personen ohne Karies. Der Lebensstil und der allgemeine Gesundheitszustand der Probanden wurden dabei berücksichtigt.

Bewegung hilft!

Kognitive Einschränkungen wie Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwäche oder Wortfindungsstörungen sind bei rheumatoider Arthritis keine Seltenheit. Laut einer US-amerikanischen Studie lässt sich dagegen aber etwas unternehmen: Insgesamt 1.219 Patienten wurden zehn Jahre lang beobachtet, mittels jährlichem Fragebogen mussten sie über eingangs erwähnte Defizite berichten. Jene Probanden, die körperlich aktiv waren (75 bis 150 Minuten wöchentlich), klagten seltener über kognitive Schwierigkeiten als Sport-Verweigerer. Auch eine Therapie mit sogenannten TNF-Blockern (also Hemmstoffen des Signalstoffs Tumornekrosefaktor, der an der Steuerung der Zellaktivität des Immunsystems beteiligt ist) reduzierten Gedächtnisstörungen.

Käse schützt auch vor Blasenkrebs

Dass sich Milchprodukte wie Käse und Joghurt positiv auf das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, auswirken, ist wissenschaftlich hinlänglich bewiesen. Dass dies aber auch für andere Krebsarten gilt, hat nun eine chinesische Metastudie herausgefunden, die insgesamt 61 Studien auswerteten, die Daten von 1.962.774 Teilnehmern und 38.358 Krebsfällen beinhalteten. Das Ergebnis: Milchprodukte senken nicht nur die Gefahr, ein Darmkarzinom zu entwickeln, sondern auch, an Blasen- und Speiseröhrenkrebs zu erkranken. Trotzdem: Die größte präventive Wirkung von Käse und Co konnten auch die chinesischen Forscher bei Darmkrebs nachweisen.

Zahl des Monats 9,3 Millionen

Krankenstandstage nahmen Beschwerden des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes bei 602.000 Österreicherinnen und Österreicher im Jahr 2018 in Anspruch. Damit waren Beschwerden des Bewegungsapparates die dritthäufigste Krankenstands-Ursache, berichtet die Österreichische Schmerzgesellschaft (ÖSG). „Präventions- und Rehabilitationsprogramme werden in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen müssen“, betont ÖSG-Vizepräsidentin Dr. Waltraud Stromer.

Cool down!

Forscher der USamerikanischen Stanford University haben herausgefunden, dass die menschliche Körpertemperatur in den vergangenen Jahrhunderten gesunken ist: Betrug die durchschnittliche Normaltemperatur 1851 noch 37 Grad Celsius, wurde nun bei den 250.000 Studien-Teilnehmern durchschnittlich nur noch 36,6 Grad Celsius gemessen. Als Ursache geben die Wissenschafter den menschlichen Stoffwechsel an, der sich in den vergangenen 170 Jahren merklich verändert habe: Unser Körper braucht in der modernen Zeit weniger Energie als im 19. Jahrhundert, da Medikamente bei der Krankheitsbekämpfung helfen, wir besseren Zugang zu Nahrungsmitteln haben und u. a. unsere Wohnräume besser geheizt sind. 

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