Dienstag, 19. Februar 2019

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2017.09

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.


 

Freundschaft  ist Medizin fürs Herz!

Eine aktuelle Studie des Rush University Medical Center in Chicago sowie der Concordia University in Montreal belegt, dass Freundschaften nicht nur gut für unser Seelenleben, sondern auch für unsere Gesundheit sind. Die Forschungsgruppe rund um Studienleiter Jean-Philippe Gouin fand heraus, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen sozialer Isolation und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt. An der Studie nahmen insgesamt 60 Austauschstudenten teil, die erst seit Kurzem in den USA lebten und noch keine Kontakte im neuen Land schließen konnten. Die Herzfrequenzvariabilität der Probanden, also die physiologischen Schwankungen der Herzfrequenz, wurde an jeweils 3 Untersuchungsterminen gemessen, im Abstand von jeweils mehreren Monaten. Die Ergebnisse zeigten, dass jene Studenten, die sich gut sozial integrieren konnten, eine Steigerung der Herzfreqenzvariabilität aufwiesen, während bei jenen, die alleine und einsam blieben, eine Senkung festgestellt wurde. Menschen mit einer geringeren Herz-frequenzvariabilität haben ein erhöhtes Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Nervenentzündungen sowie Depressionen zu entwickeln. Der beste Grund also, wieder mal die beste Freundin anzurufen!

Frühzeitig erkennen Kopf- und Halstumore

In Österreich werden jedes Jahr etwas mehr als 1.000 Kopf- und Halstumore (zum Beispiel Kehlkopfkrebs, Rachenkrebs sowie Mandelkrebs) diagnostiziert. Während viele bösartige Tumorarten in den letzten Jahren rückläufig sind, nehmen bösartige Tumore des Rachens zu. Als Risiken gelten der Konsum von Tabak und Alkohol, Infektionen mit dem humanen Papillomavirus (HPV), aber auch Metall-, Holz-, Leder- und Kohlenstaub sowie organische Lösungsmittel. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Die amerikanische Krebsgesellschaft hat nun folgende Warnzeichen für Hals- und Kopftumore veröffentlicht – zögern Sie nicht, mögliche Symptome bei Ihrem HNO-Arzt des Vertrauens abzuklären!

1.    Luftbeschwerden und Atemnot
2.     Fremdkörper- und Kloßgefühl im Hals
3.     ins Ohr ausstrahlende Schmerzen
4.     ständiger Husten, manchmal mit Blutauswurf
5.    Heiserkeit, Schmerzen/Kratzen im Hals
6.     Knotenbildung am Hals

 

Erfolgskontrolle in der Brustkrebsbehandlung

Wenn sich Metastasen im Knochen gebildet haben, ist eine Brustkrebserkrankung nicht mehr heilbar. Moderne Behandlungsmethoden können jedoch häufig die Metastasen zurückdrängen und die Überlebenszeiten verlängern. Ob diese sogenannten Systemtherapien effektiv sind, konnte bisher mit einer Computertomografie (CT) nur eingeschränkt beurteilt werden. Denn eine CT-Untersuchung kann nicht zwischen aktiven und abgetöteten Metastasen unterscheiden. Eine US-amerikanische Studie hat nun gezeigt, dass dies jedoch mittels CT-Untersuchung in Verbindung mit einer Positronen-Emissions-Tomografie (PET)in einer nuklearmedinischen Untersuchung möglich ist; der Erfolg einer Brustkrebstherapie kann so besser vorhergesagt werden.

Zahl des Monats 11

... Sekunden dauert der perfekte Kuss. Das geben 63 Prozent der insgesamt 2.506 Österreicher zwischen 18 und 69 Jahren an, die an einer Online-Befragung teilnahmen. 54 Prozent der Befragten bewerten sich selbst als „gute Küsser“, 9 Prozent zweifeln an den eigenen Kuss-Qualitäten. 69 Prozent der Frauen legen auf Küssen in einer Beziehung viel Wert, bei den Männern sind es 56 Prozent.

Stillen – das Beste für Ihr Baby!

Nur rund 40 Prozent aller Babys unter sechs Monaten werden einer UN-Studie zufolge weltweit ausschließlich gestillt. Die Studie wurde von der WHO in Kooperation mit der UN-Kinderschutzorganisation Unicef erstellt. Ein schockierendes Ergebnis, so Tedros Adhanom Ghebreyesus, Chef der WHO, denn Muttermilch sei essenziell für die Gesundheit des Babys: „Muttermilch ist wie eine erste Impfung für das Kind, sie schützt das Baby vor möglicherweise tödlichen Infektionen und gibt ihm all die Nahrung, die es braucht, um zu überleben und zu gedeihen.“ Muttermilch enthält die körpereigenen Abwehrstoffe Immunglobuline, zudem wirkt sie dank zahlreich enthaltener Vitamine, Mineralstoffe und gesunder Fettsäuren antibakteriell und entzündungshemmend. Schon frühere internationale Studien haben nachgewiesen, dass das Risiko für Atemwegsinfekte bei Säuglingen durch Stillen um bis zu 70 Prozent gesenkt wird.

Adipositas - Operation hilft!

Gewichtsabnahme durch einen operativen Eingriff ist mehr als nur Fettverlust. Es stellen sich auch nachhaltige positive Ergebnisse für die gesamte Gesundheit ein. Das belegt eine vom Wissenschaftsfonds FWF geförderte Studie, für die über einen Zeitraum von zehn Jahren 173 Patienten vor und nach einer bariatrischen Operation (Eingriffe, die eine Reduktion des Körpergewichts erleichtern, zum Beispiel ein Magen-Bypass) begleitet wurden. So konnte gezeigt werden, dass mittels OP die Wandstärke der Halsgefäße stabil bleibt, was das Risiko von Herz-Gefäß-Krankheiten, das mit Übergewicht radikal steigt, verringert. Auch die Leistungsfähigkeit des Fettstoffwechsels verbessert sich durch eine bariatrische OP.

Künstliche Intelligenz  - Software in der Medizin

Künstliche Intelligenz (KI) ist Software, die sich selber fortschreibt, lernfähig ist und dank eines Algorithmus dazu in der Lage ist, Muster und gemeinsame Merkmale zu diagnostizieren. Ihr großflächiger Einsatz in der Medizin könnte helfen, Krankheiten früher zu erkennen und so Millionen von Menschen besser zu therapieren. Zu diesem Ergebnis kommt die Metastudie „Sherlock in Health“ des globalen Unternehmer-Netzwerks PwC. Beispielsweise zeigen erste klinische Untersuchungen, dass sich mithilfe künstlicher Intelligenz bereits aus den Gesundheitsdaten von Zweijährigen ablesen lässt, welche Kinder einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind, später an Übergewicht zu leiden, und um welche Risikofaktoren es sich handelt. Auch, das lassen Ergebnisse einer schwedischen Studie hoffen, können dank KI-Verfahren Alzheimer-Erkrankungen bereits in einem sehr frühen Stadium festgestellt werden, was sich positiv auf die Therapiechancen auswirkt.

 

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