Montag, 18. Februar 2019

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2017.07-08

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.


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Laufen Sie Herzproblemen davon!

Eine französische Studie mit 42.000 Teilnehmern hat weltweit ermittelt, welche Aktivitäten sich positiv auf den allgemeinen Gesundheitszustand des Herzens auswirken. Dabei kam Laufen/Jogging auf Platz 1: Bei dieser Sportart erreicht man den höchsten Maximalpuls. Nach dem Laufen trainieren besonders Schwimmen und Boxen das Herz. Auf Platz 4 und 5 landeten Fußball und Crosstrainer-Ausdauertraining. Sportarten wie Tanzen, Yoga und Pilates, die sich positiv auf das seelische Wohlbefinden auswirken, sorgen dagegen nicht in gleichem Maße für eine niedrige Herzfrequenz im Schlaf, genauso wenig wie das Skifahren. Was das heißt? Die Herzfrequenz im Schlaf ist ein verlässlicher Indikator für die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Eine niedrige Herzfrequenz im Schlaf deutet auf eine bessere Herz-Kreislauf-Gesundheit hin. Die während des Sports erreichte Höchstfrequenz gibt wiederum Aufschluss darüber, wie angestrengt das Herz bei Sporteinheiten arbeitet. So können Rückschlüsse gezogen werden, wie wahrscheinlich es ist, die Herz-Kreislauf-Gesundheit mittels Sport zu verbessern.

Bluthochdruck: Auch bei Frauen ein Thema!

Hypertonie, also Bluthochdruck, wird schnell und leichtfertig in die Schublade der „Männerkrankheiten“ geschoben. „Ein Fehler!“, betont Dr. Ute Seeland vom Institut für Geschlechterforschung in der Medizin an der Berliner Charité. „Ab 65 Jahren wird Bluthochdruck häufiger bei Frauen diagnostiziert als bei Männern!“ Mittlerweile sind sogar einige Risikofaktoren bekannt, die als typisch weiblich gelten: So steigt das Hypertonie-Risiko auf das Zwei- bis Dreifache an, wenn Frauen die Pille einnehmen und zusätzlich übergewichtig sind. Auch eine Schwangerschaftshypertonie steigert das Risiko, binnen zehn Jahren einen manifesten Bluthochdruck zu entwickeln. „Die betroffenen Frauen müssen dringend als Risikogruppe wahrgenommen werden!“ Ein Grund dafür, dass Frauen lange Zeit als Zielgruppe vernachlässigt wurden, so die Expertin, ist der durch weibliche Östrogene vermittelte Gefäßschutz. In mittleren Jahren erkranken Frauen daher seltener an Bluthochdruck als Männer.

Schilddrüsenhormon T3 erleichtert das Abnehmen

Jetzt fanden portugiesische Wissenschafter einen Faktor, der wesentlichen Einfluss auf den Abnehmerfolg hat: das Schilddrüsenhormon Trijodthyronin, kurz T3. An der Studie nahmen 649 an krankhafter Adipositas leidende Patienten teil, die sich aus diesem Grund einem chirurgischen Eingriff unterziehen mussten. Den Wissenschaftern fiel dabei auf, dass Patienten mit guter Schilddrüsenfunktion, also höheren T3-Spiegeln, nach der Operation signifikant mehr Gewicht verloren. Auch in Österreich bieten Ärzte vereinzelt eine T3-Therapie an. Im Rahmen dieser werden fehlende Hormone, darunter T3, zugeführt. Auch ein mögliches Schilddrüsenproblem wird dabei berücksichtigt. Ist die hormonelle Balance durch bioidentische Hormone wiederhergestellt, fällt das Erreichen und Halten des Idealgewichts deutlich leichter.

Zahl des Monats 68%

... der privaten Hausbauer und -renovierer in Österreich geben an, dass gesund bauen und wohnen ein wesentlicher Faktor für die Auswahl von Baustoffen und Baumaterialien ist. Bei jenen, die aktuell noch in der Planungsphase stecken, ist dies sogar für über 80 Prozent eine Entscheidungsgrundlage. Das ergab eine aktuelle Studie der unabhängigen Plattform „MeineRaumluft“.

Deodorants als Brustkrebs-Erreger?

Erkenntnisse, ob Aluminiumsalze in Deodorants ein Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs sind, liefert eine Studie der MedUni Innsbruck. 209 Patientinnen mit Brustkrebs und eine gleich große Kontrollgruppe von Frauen im selben Alter ohne Krebserkrankung wurden befragt. „Erstmals haben wir auch eine größere Serie von Gewebeproben aus der Brust auf ihre Aluminiumkonzentration hin untersucht“, so Dr. Nicole Concin, Co-Initiatorin der Studie. Die Daten zeigen, dass vor allem Frauen, die in jungen Jahren mehrmals täglich Deodorants verwendet haben, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko aufweisen. Ein weiteres Hauptergebnis ist, dass Frauen mit Brustkrebs eine signifikant höhere Aluminiumkonzentration im Brustgewebe aufweisen als die Frauen der Kontrollgruppe. Dies gilt vor allem für Frauen mit Tumoren in Achselnähe.

Schlafen Sie sich gesund!

Der Gesundheitsreport 2017 der DAK Gesundheitskassa zeigt auf, dass in Deutschland bereits 80 % der Erwerbstätigen an einem schlechten oder gestörten Schlaf leiden. „Diese Daten sind auch auf die übrige deutschsprachige Region übertragbar“, betont der deutsche Schlafpsychologe Dr. Günther W. Amann-Jennson. „Aus wissenschaftlicher Sicht sind 70 % der körperlichen Regeneration sowie 100 % der geistig-mentalen Erholung von einem erholsamen Schlaf abhängig.“ Studien zeigen auf, dass Schlafstörungen und Schlafmangel ursächlich an Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-, Darm- und Stoffwechselkrankheiten, Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Krebs beteiligt sind. Permanenter Schlafmangel verändert sogar unsere Genaktivitäten, fördert Entzündungen und schwächt das Immunsystem.

Magersucht - Chromosom 12 an Entstehung beteiligt

Man weiß heute durch genetische Untersuchungen an eineiigen Zwillingskindern, dass an der Entstehung der Magersucht unsere Gene zu 60 Prozent verantwortlich sind. Welche Genabschnitte dabei entscheidend sind, war bisher nur unzureichend bekannt. Erstmals wurde nun eine weltweit Studie von der US-Universität North Carolina initiiert, in deren Rahmen 220 Forscher das genetische Material von 3.500 an Magersucht erkrankten Personen analysierten. Auch Österreich war an der Studie beteiligt. Es zeigte sich, dass die Erkrankten gegenüber der Kontrollgruppe von 11.000 Personen einen signifikanten Abschnitt auf dem Chromosom 12 aufwiesen. Zudem stellte sich heraus, dass der signifikante Abschnitt auf Chromosom 12 in einer Region liegt, der mit Typ-1-Diabetes und Autoimmunkrankheiten sowie Insulin-Stoffwechselprozessen verbunden ist. Zudem fanden sich genetische Korrelationen zwischen Magersucht, Schizophrenie und Neurotizismus, was das Konzept der Magersucht als psychische Störung untermauert. In Österreich leiden rund 7.500 Jugendliche an Magersucht.

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