Dienstag, 21. Mai 2019

Natürliche Kraft für Ihre Gelenke

Ausgabe 07-08.2014

Immer mehr Menschen leiden an Gelenkschmerzen. Sanfte, ganzheitliche Methoden können sowohl bei akuten als auch bei chronischen Formen dieses Leidens effizient helfen.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - bereta

Das Knie schmerzt im Gelenk, ebenso die Hüfte, die Schulter, die Finger, die Zehen: Naturgemäß sind vor allem ältere Menschen von Gelenkschmerzen betroffen, aber die Beschwerden können auch schon bei Jüngeren wie zum Beispiel Sportlern, Menschen mit Fehlhaltungen oder solchen, die unter einer rheumatischen Erkrankung leiden, auftreten. Und: Gelenkschmerzen nehmen in unserer Gesellschaft, in der die Bewegung bei den meisten zu kurz kommt, eklatant zu. „Wer rastet, der rostet: Das ist ein Sprichwort, das in Bezug auf die Gelenke wörtlich zu nehmen ist, denn je weniger man sich bewegt, desto geringer wird ihr Bewegungsumfang und desto ,verkümmerter‘ die in ihnen befindlichen Strukturen, die für ein reibungsloses Aneinandergleiten der Knorpel verantwortlich sind“, erklärt die Ärztin für Allgemeinmedizin und Ärztliche Leiterin des Gesundheits- und Kurhotels Badener Hof, Dr. Gabriele Huber.

Sanfte Heilung. In den meisten Fällen werden Gelenkschmerzen durch Abnutzung, den sogenannten Gelenkverschleiß (Arthrose), verursacht, aber auch eine Gelenkentzündung (Arthritis) oder Verletzungen und zahlreiche andere Gründe können Ursachen von Gelenkbeschwerden sein. Wie auch immer der Fall liegt: Zur Linderung der Schmerzen kann man kurzfristig zu Schmerzmitteln greifen, doch ist es wichtig, so bald wie möglich die zugrunde liegende Ursache herauszufinden. Erst dann kann das Leiden gezielt bekämpft werden. Und in vielen Fällen können sanfte, ganzheitliche Methoden sowohl bei akuten als auch bei chronischen Formen helfen.

Überraschende Erfolge. Eine dieser Möglichkeiten ist die Elektrotherapie. „Die Stromtherapie ist eine Therapieform, bei der elektrischer Strom in drei unterschiedlichen Frequenzbereichen über die Haut in den Körper geleitet wird. Dies eröffnet bei Patienten mit Gelenkschmerzen vielfältige Einsatzmöglichkeiten und oft überraschende Erfolge“, so Dr. Huber, die weiters auf Schwefelbäder verweist. „Diese können zur Schmerzlinderung aufgrund rheumatischer Beschwerden, zur Reduzierung von Gelenkentzündungen, zur Verbesserung der Durchblutung in Haut, Bindegewebe und Muskulatur sowie zur Entspannung für Körper, Geist und Seele angewendet werden.“ Um die Heilkraft optimal nutzen zu können, muss das Schwefelbad öfters angewendet werden. Erste Verbesserungen können bereits bei einem zehn- bis zwanzigminütigen Bad, das zweimal die Woche stattfindet, erreicht werden. Durch die Temperatur und den Schwefelgehalt wird die Durchblutung der Haut angeregt werden und Entzündungen der Gelenke gehemmt. Zudem eignen sich Schwefelbäder auch für die Behandlung chronischer Gelenkbeschwerden wie etwa Arthrose oder Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis, und sie lösen positive Langzeiteffekte aus.

Richtige Ernährung. Mit einem gesunden Lebensstil kann man präventiv selbst viel bewegen. Die drei Schlüsselelemente dabei heißen Bewegung, Entspannung und Ernährung: „Unsere Ernährung nimmt auch auf die Gesundheit unserer Gelenke großen Einfluss. So weiß man heute, dass eine allgemeine Übersäuerung, die durch Bewegungsmangel, Stress und falsche Ernährung ausgelöst werden kann, sich negativ auswirkt. Mithilfe einer ausgewogenen Ernährung kann man dem Problem jedoch gegensteuern“, erklärt Dr. Huber. Die Experten empfehlen daher reichlich Obst und Gemüse sowie die Aufnahme von vielen Omega-3-Fettsäuren, die etwa in Fisch, Meeresfrüchten, Raps-, Lein-, Oliven- und Walnussöl enthalten sind. Um die Gelenke zu stärken, kann man kalziumreiches Mineralwasser konsumieren, und beim Fleisch sollte man sich zurückhalten, weil die in tierischen Lebensmitteln enthaltene Arachidonsäure die Gelenkentzündungen fördert. Als gute Eiweißersatzlieferanten empfehlen sich Sojaprodukte und Hülsenfrüchte.

Bewegung. Das zweite Element, das Patienten mit Gelenkbeschwerden dienlich sein kann, ist Bewegung! Dabei sollte man darauf achten, immer wieder Pausen einzulegen und die richtige Sportart zu wählen. Gelenkschonende Bewegungsformen sind etwa Radfahren und Schwimmen; wer es ein bisschen außergewöhnlicher mag, kann zum Beispiel Aqua Jogging oder Wassergymnastik betreiben. Wichtig ist aber immer auch der Spaß an der Sache. „Man sollte sich nicht selbst überfordern und was auch immer an Sport man wählt, es sollte einem entsprechen und Freude machen, und man sollte sich dabei wohlfühlen“, sagt Dr. Huber, die in diesem Sinn noch eine Empfehlung hat: „Geistig und körperlich immer in Bewegung bleiben: Das hilft auch, den inneren Stresspegel auf ,normal‘ zu halten.“

Entspannung. Die auch in vielen komplementärmedizinischen Methoden ausgebildete Allgemeinmedizinerin betont zudem, dass eine umfassende Tiefenentspannung ein weiteres Element zur ganzheitlichen Behandlung von Gelenkbeschwerden sein kann. In dieser Hinsicht immer wieder empfohlen (und auch immer wieder gut) sind autogenes Training und progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Dr. Huber ist davon überzeugt, dass „es einen Quantensprung nach vorne in Richtung Gesundheitsprävention darstellt, wenn es gelingt, das Leben ein wenig zu entschleunigen und den Stress, den wir alle haben, etwas zu reduzieren“. Nicht immer ist das leicht, doch es zahlt sich in jedem Fall aus, die Sache anzugehen, denn, so Gabriele Huber: „Eine tägliche Auszeit von 20 bis 30 Minuten, in der man wirklich zur inneren Stille findet, sollte sich jeder, ein kranker oder gesundheitlich beeinträchtigter Mensch aber jedenfalls nehmen.“

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