Montag, 18. Februar 2019

Mit Yoga zur Hormon-Balance

Ausgabe 2018.11
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Unregelmäßige Zyklen, Menstruationsbeschwerden, Schilddrüsenprobleme, unerfüllter Kinderwunsch, Hitzewallungen, Schweißattacken oder Gefühlschaos – wenn Hormone aus dem Gleichgewicht geraten, kann sich das in vielen körperlichen und seelischen Symptomen zeigen. Mit speziellem Hormon-Yoga lässt sich vieles davon in den Griff bekommen!

 


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Vor allem Frauen leiden in verschiedenen Phasen ihres Lebens, von der Pubertät bis zu den Wechseljahren, unter dem Wechselspiel der Botenstoffe. Oft sorgt eine Hormonersatztherapie für Linderung der Beschwerden. Doch die Harmonisierung des Hormonhaushalts lässt sich auch auf natürlichem Weg unterstützen – zum Beispiel in Form von Hormon-Yoga. Die von der brasilianischen Psychologin und Yoga-Lehrerin Dinah Rodriguez entwickelte Yoga-Variante basiert auf einer Kombination aus dynamischen Körperstellungen, einer speziellen Atemtechnik und Visualisierungen, erklärt Dr. Margit Weingast, Beraterin und Yoga-Trainerin: „Im Hormon-Yoga fließen drei Elemente zusammen. Die Übungen stammen aus dem Hatha-Yoga, einer sehr körperorientierten Yoga-Form. Sie wirken kräftigend und mobilisierend auf den ganzen Körper, aber auch aktivierend auf jene Organe, die mit hormonellen Veränderungen in Verbindung stehen – also die Hirnanhangsdrüse, die Schilddrüse, die Nebennieren und die Eierstöcke“, erläutert die Expertin. Das zweite Element stammt aus dem sogenannten Kundalini-Yoga, einer dynamischen und stark auf Atmen ausgerichteten Yoga-Richtung: „Zwei Atemarten werden hauptsächlich verwendet. Bei der Ujjayi-Atmung wird die Stimmritze verengt, dadurch kommt es zu einer Aktivierung des Kehlkopf- und Schilddrüsenbereichs“, so Weingast. „Die zweite Atmung nennt sich Bhastrika- oder Feuer-Atmung, die wie eine Massage auf die inneren Organe wirkt und inneres Feuer, sprich Energie erzeugt.“ Bei der Atemtechnik bewegt sich die Bauchdecke beim Einatmen nach außen. Ausgeatmet wird kraftvoll durch die Nase, während der Bauchnabel nach innen gezogen wird. „Stellen Sie sich einfach vor, Sie blasen Geburtstagskerzen nacheinander durch die Nase aus“, erläutert die Yoga-Trainerin. Das dritte Element basiert auf der Energielenkung. Dabei wird Energie zum Beispiel durch spezielle Fingerhaltungen oder Visualisierungen in bestimmte Körperbereiche wie den Beckenboden gelenkt. „Genau durch diese Verbindung von Bewegung und Atmung und die bewusste Lenkung von Energie zeichnet sich Hormon-Yoga aus“, so die Expertin.

Mehrfache Wirkung
Wie wirkt diese natürliche Methode zur Harmonisierung des Hormonhaushalts nun? „Allein schon dadurch, dass man seinen Körper während des Praktizierens bewusst wahrnimmt“, so Weingast. „Frau schenkt sich Aufmerksamkeit, nimmt ihren Körper ernst, behandelt sich selbst liebevoll.“ Da Hormonschwankungen oft durch Stress bedingt werden, lindere auch das entspannende, meditative Element der Yoga-Richtung die Beschwerden, erklärt die Expertin. Zahlreiche Studien belegen, dass sich Hormon-Yoga langfristig positiv auf die Hormonbalance auswirkt. So stieg bei einer Studie der Universität São Paulo der Östrogenspiegel der Frauen nach vier Monaten Hormon-Yoga um bis zu 254 Prozent, während sich die Produktivität der Eierstöcke um 75 Prozent steigerte. Eine US-Studie bestätigte positive Effekte von Hormon-Yoga bei Frauen in den Wechseljahren. „Auch ich kenne zahlreiche Beispiele, die zeigen, dass die Übungen langfristig positive Auswirkungen haben“, sagt Weingast. „So berichten Frauen etwa von regelmäßigeren Zyklen, geringeren Menstruationsbeschwerden oder besseren Hormonwerten.“ Hormon-Yoga stärkt zudem den gesamten Organismus und das Herz-Kreislauf-System, senkt den Blutdruck, steigert das Energieniveau und kräftigt Muskeln und Sehnen. Neben den Hatha-Posen sorgen die Meditations- und Entspannungstechniken für das seelische Wohlbefinden: Sie dienen zur Beruhigung des vegetativen Nervensystems, reduzieren Stress, führen zu besserem Schlaf und allgemeiner Entspannung. Wer von diesen Effekten profitieren möchte, muss zwei wichtige Regeln beachten: Regelmäßigkeit und Langfristigkeit. „Man benötigt Disziplin, um die positiven Auswirkungen zu erzielen“, erklärt Weingast. Am besten sei es, die Übungsreihe, die aus Aufwärmübungen und insgesamt 19 YogaÜbungen mit Atemtechniken und Visualisierungen besteht, täglich zu praktizieren. „Dabei hält man sich an einen festen Ablauf. Zunächst sorgen die Aufwärmübungen dafür, die Gelenke vorzubereiten und die Wirbelsäule zu mobilisieren. Danach sprechen die Übungen gezielt die Hormondrüsen an. Den Abschluss bildet ausreichend Entspannung in der Savasana-Haltung“, so Weingast. Wer sich an das gesamte Programm hält, benötigt dafür rund eine Stunde. „Ich stelle aber auch Miniprogramme aus einzelnen Übungen für jene zusammen, denen das zu lang ist.“ Grundsätzlich sei es besser, mehrmals pro Woche solche kurzen Programme zu trainieren, als nur einmal pro Woche die gesamte Übungsreihe. „Es dauert seine Zeit, bis der Körper und der Geist auf die Übungen reagieren.“

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