Sonntag, 15. September 2019

Mit altem Wissensschatz Knochenschwund bekämpfen

Ausgabe 2018.07-08
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Unsere Ahnen haben jahrhundertelang medizinische Erfahrungen gesammelt. Lesen Sie hier, wie Sie bei Osteoporose von diesem wertvollen Wissensschatz profitieren können. Plus: die neuesten Erkenntnisse der Schulmedizin.


Foto: © iStock-javarman3

Geschätzt leiden rund 750.000 Österreicher an Osteoporose. Der altbewährte schulmedizinische Zugang besteht in der Einnahme von Kalzium- und Vitamin-D-Präparaten sowie allerlei Medikamenten, welche den Knochenabbau hemmen und dessen Aufbau fördern. Und nicht zu vergessen: Das Hoffen darauf, dass die Arzneistoffe auch tatsächlich ihre Wirkung entfalten. Dr. Martin Spinka ist Schulmediziner mit Privatpraxis in Linz und vertraut auf jahrhundertealte bewährte Methoden der traditionellen europäischen Medizin, wodurch er vollkommen andere Zugänge gefunden hat, um das Leid von Osteoporosebetroffenen zu lindern.

Osteoporose ist ein ganz natürlicher Prozess
„Ein Irrglaube ist, dass Osteoporose eine Krankheit ist, an der man plötzlich leidet. Tatsächlich handelt es sich dabei um einen vollkommen natürlichen Alterungsprozess, der mit zunehmenden Lebensjahren zu einer Dichteverminderung des Knochenmaterials führt. Der Knochen ist ja nicht etwas, das vom Wochen- bis zum Sterbebett gleich bleibt. Er wird im Alter schlichtweg ‚liachter’, wie wir im Mühlviertel zu sagen pflegen. Ob und wie schnell dieser Prozess aber vonstatten- geht, kommt darauf an, wie sehr man seinen Skelettapparat fordert und fördert“, erklärt Spinka. Etwa bis zum 25. Lebensjahr verdichten sich die Knochen sukzessive, ehe sie im Anschluss daran beginnen, sich wieder abzubauen. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass es nach dem ersten Lebensviertel nur mehr bergab geht! Ganz im Gegenteil. Knochenreiz lautet hier das Schlüsselwort, macht Experte Spinka deutlich: „Als TEM-Mediziner gehe ich einen ganzheitlichen Weg, der keinesfalls bedeuten soll, dass Osteoporose-Medikamente nicht sinnvoll sind. Die soll man durchaus einnehmen. Ich lege mein Hauptaugenmerkt aber besonders auf den regelmäßigen Gebrauch der Knochen. Denn, der Körper ist klug und arbeitet effizient: Das, was er nicht benötigt, wird ganz einfach abgebaut. Ganz egal, ob es das Herz, das Gehirn oder eben die Knochen betrifft. Wenn ich als Jugendlicher also eher die Leseratte war, dann ist die Abbaugeschwindigkeit des Knochens deutlich schneller, als wenn ich sehr sportlich unterwegs war und somit meinem Skelett viel abverlangt habe.“ Aber nicht nur als junger Mensch kann man seinen Knochen Anlass dazu geben, kräftig zu bleiben, sondern durchaus noch im Alter von 50 plus. Sogar noch nach einer offiziellen Osteoporose-Diagnose kann man genügend Positives beitragen, um das bestehende Knochenmaterial zu erhalten. Wenngleich auch hier der Spruch gilt: Je früher, desto besser.

Zeigen Sie Mut und bewegen Sie sich!
Spinka rät dazu, sich ausreichend zu bewegen und sich nicht aus Furcht vor Stürzen in den eigenen vier Wänden vor dem Fernseher zu verschanzen: „Das ist nämlich das Hauptproblem, das viele meiner Osteoporosepatienten haben: Einige haben sich schon einmal etwas gebrochen und andere haben im Zuge ihrer Knochendichtemessung sehr schlechte Werte diagnostiziert bekommen. Das schürt Angst. Aber man befindet sich hier in einer Zwickmühle, denn, sobald ich mich noch weniger bewege, wird das Knochenmaterial noch schneller weniger. Ich sage immer: Haben Sie nur Mut, dann wird Ihnen nichts passieren.“ Neben langen Spaziergängen an der frischen Luft, setzt der Fachmann auf eine spezielle Übung, die einen besonderen Reiz auf den gesamten Knochenapparat auslöst.


Für starke Knochen: der Fersensturz
Dazu zieht man sich gut gefederte Turnschuhe an und stellt sich auf einen Teppich. Anschließend hebt man beidbeinig seine Fersen maximal zwei Zentimeter hoch an und lässt sie im Anschluss daran prompt auf den Boden plumpsen. Fersensturz nennt sich dieses Sportmanöver, dessen Level man langsam steigern kann, indem man nach einiger Zeit seine Fersen immer ein kleines Stück weiter anhebt, bis man diese irgendwann aus dem Zehenhochstand hinunterfallen lässt. Das mag zwar eine äußert simple Übung sein, sie ist aber enorm effektiv. Dabei gelingt es nämlich, einen Stoßreiz, von den Fußwohlen aus, über die Beinknochen, das Becken, das Kreuzbein, die Wirbelsäule bis in den Kopf hinein, auszulösen. Will man seine Armknochen ebenfalls kräftigen, kann man sie während der Spaziergänge mit sogenannten Smovey- oder Vibrations-Ringen mitschwingen lassen. Diese Geräte gibt es mittlerweile sehr preiswert in jedem Sportgeschäft.

„Außerdem überlege ich mir für jeden Patienten eine Pflanze, die man beispielsweise als Tee einnehmen kann, welche das Leiden lindert. In der TEM ist hier immer wieder von der Signaturlehre die Rede, die der Meinung ist, dass Pflanzen, die einer bestimmten Krankheit oder dem betroffenen Organ optisch ähneln, helfen. Ich habe dazu ein ambivalentes Verhältnis, aber tatsächlich hilft der Schachtelhalm, der wie eine Wirbelsäule aufgebaut ist, bei Osteoporose“, erklärt Dr. Martin Spinka.
Wieso das so ist? Das kann nicht genau beantwortet werden, denn die TEM ist eine rund 2.500 Jahre alte Lehre, die bereits auf den Medizinbegründer Hippokrates von Kos zurückgeht. Man hat kurz gesagt ausprobiert, aus Erfahrungen gelernt und letztlich rein wirkungsbezogen gearbeitet. Eine Laboruntersuchung oder gar eine beweisende Studie brauchte es da nicht. Das wird bloß heutzutage eingefordert. Ob das jedoch immer notwendig ist, sei dahingestellt.

Körper gewöhnt sich an Arzneistoffe
Von diesem Schachtelhalmtee trinkt man jedenfalls zweimal täglich eine Tasse und das über zwei bis maximal drei Monate. „Danach macht man eine Pause, weil wir in der TEM der Ansicht sind, dass sich der Körper an Wirkmechanismen gewöhnt. Den erwünschten Impuls hat das Kraut nach ein paar Wochen bereits gesendet. Das ist etwas anders als in der Schulmedizin, in der man häufig der Ansicht ist: ‚Schluck das bis an dein Lebensende.’ Doch der Körper passt sich oftmals an und reagiert irgendwann nicht mehr auf Wirkstoffe“, so Spinka. Weiters spielt auch die Ernährung in der traditionellen europäischen Medizin eine bedeutende Rolle. Spinka: „Das ein oder andere Lebensmittel kann unterstützend wirken. Um den Knochenabbau zu verringern, hat sich etwa Braunhirse sehr bezahlt gemacht. Diese rührt man sich morgens in sein Joghurt oder Müsli oder mixt sie unter die selbstgemachte Brotbackmischung. Auch Hafer, Gerste und klassische Hirse sind sehr zu empfehlen.“

 

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