Freitag, 24. Mai 2019

Minerale fürs Leben

Ausgabe 07-08/2012
Mineralstoffe sind lebensnotwendige Bausteine, die unser Körper dringend benötigt. Die meisten nehmen wir mit unserer täglichen Nahrung auf. Aber wenn die Zufuhr zu gering ist, hat dies gesundheitliche Folgen.

Foto: Canstock Fotos - dulsita
Früher bekamen Volksschüler regelmäßig Fluortabletten. Heute ist dem zwar nicht mehr so, aber an der Tatsache, dass fluoridhaltige Zähne widerstandsfähiger gegen Karies sind, hat sich nichts geändert. Fluorid, das vor allem im Trinkwasser, aber auch in Fisch, Meersalz und schwarzem Tee vorkommt, zählt zu den Mineralstoffen, die der Körper ebenso benötigt wie Proteine, Kohlenhydrate und Fette sowie Vitamine. Insgesamt sind 21 Mineralstoffe bekannt, die verschiedenste Aufgaben im menschlichen Organismus erfüllen: So werden sie beispielsweise für den Aufbau, die Erhaltung und ständige Erneuerung von Knochen und Zähnen benötigt, sind unter anderem an der Aktivierung von Enzymen beteiligt und somit für den Stoffwechsel des Menschen unverzichtbar. Auch sind sie für das Nervensystem oder die Muskelfunktion verantwortlich. Manche Mineralstoffe wiederum helfen, die Körperflüssigkeiten im Gleichgewicht zu halten.

„Mengenlehre“. Der Körper benötigt Mineralstoffe nur in geringen Mengen, was allerdings nicht bedeutet, dass ein Mangel ohne Folgen bleibt. Doch der Österreichische Ernährungsbericht beruhigt – demzufolge sei nämlich die Versorgung an Mineralstoffen bei der heimischen Bevölkerung zufriedenstellend, weiß die leitende Diätologin an der Salzburger Universitätsklinik, Maria Anna Benedikt: „Lediglich bei älteren Menschen ab dem 75. Lebensjahr konnte eine unzureichende Versorgung mit Kalzium und Magnesium beobachtet werden.“ Dabei sind gerade diese beiden Mineralstoffe von enormer Wichtigkeit, denn eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Kalzium und Magnesium ist für einen stabilen Blutdruck von zentraler Bedeutung.

Reich an Natrium. Der einzige Mineralstoff, der in Österreich in zu hoher Dosis durch die Nahrung zugeführt wird, ist Natrium. Daran ist unsere übertriebene Lust an Kochsalz schuld. Obwohl eine erwachsene Person durchschnittlich mit 5 bis 6 Gramm Natrium pro Tag das Auslangen findet, nehmen wir tatsächlich im Durchschnitt über 8 Gramm täglich zu uns. Nicht ungefährlich! Benedikt: „Um Osteoporose, im Besonderen aber der Entwicklung von kardiovaskulären Erkrankungen, wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, bedingt durch Bluthochdruck vorzubeugen, ist eine Reduzierung der Natriumaufnahme von äußerster Wichtigkeit.“

Ausgewogene Mischkost. Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung. Davon ist auch Dr. Alfred Doblinger, in Oberperfuss bei Innsbruck praktizierender Arzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie sowie Sportmediziner, überzeugt: „Natürlich ist die oftmals erwähnte ‚ausgewogene Ernährung‘ das Optimum. Aber nicht jeder ernährt sich so, wie es die Ernährungspyramide empfiehlt.“ Vor allem Gemüse und Produkte aus Vollkorngetreide sind reich an verschiedensten Mengen- und Spurenelementen. Milch und Milchprodukte, aber auch Mineralwasser oder hartes Trinkwasser versorgen den Körper vor allem mit Kalzium und Magnesium. Kalzium ist im Übrigen mengenmäßig der wichtigste Mineralstoff sowie der Baustoff unserer Knochen. Damit Kalzium aus dem Darm aufgenommen werden kann, ist jedoch Vitamin D (z. B. in Hering, Sardinen, Thunfisch, Eiern, Butter) erforderlich. Außerdem hat die Aminosäure Lysin (z. B. in tierischen Lebensmitteln, Sojabohnen, Linsen, grünem Gemüse) ebenfalls einen positiven Einfluss auf dessen Verfügbarkeit. Ähnliches gilt für Eisen. Wichtigste Quellen sind tierische Produkte, wie Fleisch. „Durch eine Kombination mit Vollkorngetreide oder Hülsenfrüchten kann die täglich empfohlene Eisenzufuhr gut erreicht werden. Außerdem fördern Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Vitamin C, etwa Kiwi, Orangen, Johannisbeeren oder Paprika, die Eisenresorption“, so Benedikt. Ein Mangel an Eisen kann die körperliche Leistungsfähigkeit beträchtlich senken. Anzeichen dafür können Müdigkeit, Schwäche, blasse Haut, kalte Hände und Füße, aber auch Schlaflosigkeit, brüchige Haare und Nägel sowie Übelkeit sein. Besonders Frauen benötigen aufgrund der monatlichen Menstruation eine ausreichende Zufuhr von Eisen. Doblinger: „In manchen Fällen ist es aus ärztlicher Sicht empfehlenswert, die Zufuhr bestimmter Mineralstoffe zu erhöhen. Allerdings sollte das immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt passieren.“ Ansonsten gilt eben: Ernähren Sie sich ausgewogen, mit viel frischem Gemüse und Obst, mit Vollkorn- und Milchprodukten, mit Fisch sowie hin und wieder Fleisch – denn die Kombination macht den Erfolg. Und: Trinken Sie Leitungswasser, denn ein Glas des nassen Goldes versorgt uns mit einer Vielzahl von Mineralstoffen.

Minerale

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