Montag, 10. Dezember 2018

MIGRÄNE – mehr als nur Kopfschmerz

Ausgabe 2017.05
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Migräne kann Betroffene stundenlang quälen und außer Gefecht setzen. GESÜNDER LEBEN zeigt, wie man die Schmerzen in den Griff bekommt.


Foto: gpointstudio_iStock

Sie wurde lange Zeit heruntergespielt: Migräne galt als medizinisch unbedenklich und nicht selten sogar als übetriebenes Zipperlein – schließlich stirbt ja niemand daran. Dabei leiden rund zehn Prozent der Österreicher regelmäßig unter den hämmernden Kopfschmerzen. Und können während der Anfälle oft tagelang weder arbeiten, geschweige denn ihr Leben genießen. Mittlerweile wird Migräne als eigenständige chronische Krankheitanerkannt: Dank moderner Hirnforschung versteht man ihre Mechanismen immer besser und kann sie wesentlich effektiver behandeln als früher.

Gewitter im Kopf

Migräne, Spannungskopfschmerzen oder die Folge von Medikamenten? Nicht immer sind die verschiedenen Kopfwehformen einfach zu unterscheiden.

MIGRÄNE
Pulsierend-pochende, mittelstarke bis sehr starke Kopfschmerzen, die in der Hälfte der Fälle einseitig auftreten.
Dauer: unbehandelt 4 bis 72 Stunden
Mögliche Begleitsymptome: Übelkeit, Erbrechen, Licht-, Geräusch-, Geruchsempfindlichkeit, teils Seh-, Sprach- und Gleichgewichtsstörungen
Verschlechterung: durch körperliche Aktivität (wie Gehen oder Stiegensteigen)
Verbesserung: viel Ruhe, Dunkelheit, Vermeidung von Reizeinflüssen

SPANNUNGSKOPFSCHMERZ
Meist beidseitiger, dumpf drückender, auch ziehender Schmerz; leicht bis mittelstark, setzt einen selten außer Gefecht
Dauer: unbehandelt 30 Minuten bis zu 7 Tage
Begleitsymptome: Muskelverspannung im Schulterund Nackenbereich, Stress
Verschlechterung: keine Verschlechterung durch körperliche Aktivität
Verbesserung: durch körperliche Aktivität, Wärme, Massagen, Pfefferminzöl, Ablenkung

CLUSTERKOPFSCHMERZ
Besonders starker, oft unerträglicher, immer einseitig im Bereich einer Augenhöhle lokalisierter Kopfschmerz
Dauer: 15 bis 180 Minuten
Begleitsymptome: Das betroffene Auge ist meist gerötet, begleitet von Schwellungen, herabhängendem Augenlid und/oder rinnendem Auge bzw. rinnender Nase (häufig aus dem Schlaf heraus).
Verschlechterung: Clusterkopfschmerzen treten häufig im Frühling und im Herbst auf.

SCHMERZMITTELKOPFSCHMERZ
Dumpf drückende Schmerzen, oft schon beim Aufwachen. Die Ursache ist eine zu häufige Einnahme von Schmerzmitteln, die über zehn Tage im Monat hinausgehen.
Dauer: ständig, kaum schmerzfreie Tage
Begleitsymptome: keine
Verschlechterung: durch körperliche Belastung und weitere, zu häufige Schmerzmitteleinnahme
Verbesserung: durch Medikamentenentzug

Mehr als Kopfweh. Bisweilen kündigt sich die Migräne vorher an: durch Abgeschlagenheit oder übertriebene Aktivität, häufiges Gähnen, plötzliche Gereiztheit und/oder Heißhunger auf Süßes. Vier Stunden bis drei Tage kann eine Attacke dauern. Sobald der Schmerz akut ist, bleibt für viele nur der Rückzug ins abgedunkelte Schlafzimmer. „Jede Bewegung verstärkt ihn“, sagt die Kopfschmerzexpertin Dr. Marion Vigl, Fachärztin für Neurologie in Wien. Deshalb sind Betroffene während eines Anfalls vom normalen Leben buchstäblich ausgesperrt. Oft kommen Übelkeit und Erbrechen, manchmal Frösteln und Durchfall dazu. Auch sind die Sinne während einer Attacke so geschärft, dass alle Einflüsse von außen wie Licht oder Lärm unangenehm sind. Vigl: „Bei zehn Prozent der Migräne-Patienten erscheinen vor dem Anfall Sehstörungen wie Zickzacklinien, grelles Flimmern oder Einschränkungen des Gesichtsfeldes. Manchmal können auch Gefühlsstörungen der Haut oder Sprachstörungen auftreten, in seltenen Fällen Gleichgewichtsstörungen. All diese Phänomene werden Migräne-Auren genannt und dauern meist zwischen 5 und 60 Minuten.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 MIGRÄNE – mehr als nur Kopfschmerz
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