Montag, 27. Mai 2019

Miese Tage vor den Tagen

Ausgabe 10/2011
Acht von zehn Frauen befinden sich in den  Tagen vor den Tagen in hormoneller Aufruhr. Schmerzen, Gereiztheit – bis hin zu depressiven Verstimmungen –  machen das sogenannte  Prämenstruellle Syndrom (PMS) zur Qual. Wir sagen, was frau gegen den regelmäßigen Ausnahmezustand tun kann.

Foto: istockphoto.com Bei Sarah beginnt es meist mit Schmerzen im Unterleib. Dann schwellen ihre sonst recht kleinen Brüste zu – wie sie selbst sagt – „riesigen Melonen“ an. Zudem sind ihre Brustwarzen hart und empfindlich, sodass schon das Tragen eines BHs zur Qual wird. Wenn dann noch ein Ziehen im linken Oberschenkel und Rückenschmerzen hinzukommen, weiß die 31-Jährige: „Morgen setzt meine Regel ein und dann ist der Spuk wieder vorbei – zumindest bis zum nächsten Mal.“

Viele Symptome. Sarah leidet wie viele andere Frauen unter PMS – dem Prämenstruellen Syndrom. Nicht bei allen kündigt sich der Besuch von „Tante Rosa“ freilich durch Schmerzen an. Manche klagen über Verdauungsprobleme und Wassereinlagerungen. Andere sind wie Goethes Clärchen „Himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt“, mitunter auch aggressiv, in jedem Fall aber emotional labil. Andere PMS-leidgeprüfte Frauen werden von Heißhungerattacken heimgesucht. Und dann gibt es noch jene, deren Selbstvertrauen in den Keller sackt, die traurig, wenn nicht sogar depressiv sind.

Handeln statt leiden. Oft leiden aber nicht nur die Frauen darunter, sondern auch deren Umgebung. „Es ist immer dasselbe: Kurz bevor meine Freundin ihre Regel bekommt, wird sie zur Drama-Queen. Mir ist schon klar, dass das mit den Hormonen zu tun hat, aber es geht mir trotzdem auf die Nerven“, sagt Marc und spricht damit wohl vielen Männern aus der Seele. Der Partner kann noch so liebevoll, noch so einfühlsam sein – es hilft alles nichts. „Selbst wenn ich gar nichts sage, rastet sie aus. Was ich auch tue, richtig machen kann ich es nicht“, so Marc frustriert. Ob für die Drama-Queen, den Trauerkloß, die Schmerzgeplagte oder für deren Familien und Partner, PMS kann mitunter eine massive Belastung darstellen. Allein: Das muss oder vielmehr dürfte gar nicht sein. Schenkt man der kanadischen Hormonexpertin Natasha Turner Glauben, so sollte frau von ihren Tagen gar nichts mitbekommen – zumindest nicht in den Tagen vor ihren Tagen. Viele haben sich jedoch schon derart an ihre PMS-Beschwerden gewöhnt, dass sie diese als ganz normal ansehen. Dabei wird mittlerweile davon ausgegangen, dass die Symptome auf ein hormonelles Ungleichgewicht zurückzuführen sind. Und dagegen kann man etwas unternehmen.

PM-Syndrom - 80% aller Frauen leiden unter dem PM-Syndrom.  Wir sagen, wie Sie diese Zeit besser überstehen.

Genussvoll Essen gegen PMS-Schmerzen. In ihrem Buch „The Hormone Diet“ macht Hormonspezialistin Turner klar: Auf die Ernährung kommt es an. Generell sollte diese abwechslungsreich und hochwertig sein, aus viel frischem Obst und Gemüse bestehen. Vollkornprodukte, grüner Paprika, Meeresfrüchte, aber auch komplexe Kohlenhydrate wie Wildreis oder proteinreiche Mahlzeiten mit Eiern bändigen Heißhunger. Ballaststoffreiche Nahrung und probiotische Milchprodukte regen die Verdauung an und bieten damit jenen Frauen Linderung, die sich kurz vor und während der Regel aufgebläht und aufgeschwemmt fühlen. Sellerie, Spargel, Reis und Wacholder helfen gegen Wassereinlagerungen. Magnesium, das vor allem in Feigen, Nüssen, Zitronen, Grapefruit und Bananen vorkommt, wirkt entspannend und lindert Krämpfe. Ebenso können kaltgepresste Pflanzenöle und Omega-3-Fettsäuren schmerzlindernd wirken. Daher sollten Oliven-, Sonnenblumen-, Lein- oder Sesamöl sowie Lachs und Makrele in der Küche einer von PMS- und Regelbeschwerden gepeinigten Frau nicht spärlich eingesetzt werden. Verzichten sollte frau hingegen auf Alkohol, Kaffee – dieser reizt die Nerven – sowie zu viel Zucker und rotes Fleisch, weil dieses das Ungleichgewicht von Östrogen und Progesteron fördern kann.

Gönnen Sie sich etwas Gutes! Leidet man unter Brustschmerzen, greift man zu Mönchspfeffer. Johanniskraut-Kapseln, Kalziumpräparate – vor allem in Kombination mit Vitamin D – zeigen bei Traurigkeit und Stimmungsschwankungen gute Wirkungen. Und während Tee aus Frauenmantel den Menstruationszyklus reguliert, hilft jener aus Traubensilberkerze gegen depressive Verstimmungen. Letztere gibt es übrigens auch als Globuli. Gut tut freilich auch Bewegung. Dadurch werden nämlich nicht nur Wassereinlagerungen, sondern auch Stresshormone abgebaut. Und gerade Stress führt oft zu hormonellem Ungleichgewicht. Manche Frau schwört auf Entspannung, ob in der eigenen Badewanne, bei einer wohltuenden Massage oder bei Yoga, Autogenem Training oder Tai Chi. In jedem Fall braucht der Körper ausreichend Schlaf: Sieben bis neun Stunden dürfen es schon sein.

Reden Sie mit Ihrem Partner! Erst wenn der Partner versteht, was im Körper einer und im Speziellen seiner Frau vorgeht, kann er besser damit umgehen, dass sie an diesen Tagen eben anders tickt als sonst. Sarahs Mann weiß mittlerweile, dass er ihre prallen Brüste nicht angreifen darf, auch wenn er diese unglaublich sexy findet. Und Marc? Der gewährt sich neuerdings eine Auszeit in den Tagen von ihren Tagen – selbstverständlich nach Absprache mit seiner „Drama-Queen“.

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