Montag, 23. September 2019

Mich laust die Laus!

Ausgabe 09/2012
Schule und Kindergarten öffnen wieder ihre Pforten. Kinder bringen von dort mitunter Läuse mit nach Hause. Was hilft gegen die lästigen Tierchen?

Foto: Kevin Dyer - iStock Ob in der Schule, im Kindergarten oder in der Spielgruppe: Wenn Kinder ihre Köpfe zusammenstecken, krabbeln Läuse einfach von einem Wirt zum anderen, und zwar schnell. Nicht selten macht in der Folge die gesamte Familie Bekanntschaft mit den zwei bis drei Millimeter kleinen Blutsaugern, die sich am liebsten hinter den Ohren oder an der Kopfrückenseite aufhalten. Dort legen die Weibchen am Tag bis zu zehn Eier. Nach rund acht Tagen schlüpfen die Läuse und legen sogleich damit los, was uns die Haare raufen lässt: Mit ihren Stechrüsseln zapfen sie Blut aus der Kopfhaut und füllen im Gegenzug ihr eigenes Speichelsekret in die mikroskopisch kleinen Wunden – und das juckt.

Kopf waschen. Kratzt sich Ihr Kind auffallend oft am Kopf, sollten Sie umgehend auf die Suche gehen. Scheiteln Sie das Haar Strich für Strich und untersuchen Sie den Haaransatz insbesondere hinter den Ohren, an den Schläfen oder auch im Bereich des Nackens, „am besten bei guter Beleuchtung und mithilfe einer Leselupe“, wie die Gesellschaft der Schulärztinnen und Schulärzte Österreichs (GSÖ) empfiehlt. Sind die Übeltäter ausgemacht, gilt es, den Läusen möglichst schnell und vor allem nachhaltig den Garaus zu machen. Ob man zur chemischen Keule greift oder sich für ein physikalisch wirkendes Produkt entscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Bei chemischen Präparaten sollte man darauf achten, dass diese nicht in Augen oder Mund gelangen. Zudem scheiden sich die wissenschaftlichen Geister über deren Wirksamkeit: So haben Untersuchungen ergeben, dass Kopfläuse gegen die Hauptwirkstoffe mittlerweile Resistenzen gebildet haben. Die Alternative: pestizidfreie Mittel auf physikalischer Basis, die laut GSÖ kinderfreundlich sind und nicht so lange einwirken müssen. Abgesehen davon, dass diese Präparate weniger Nebenwirkungen haben, funktionieren sie auch: So dringt etwa das in diesen Präparaten oft enthaltene Silikonöl in Atemwege und Poren der Kopflaus ein und führt dazu, dass sowohl ausgewachsene Kopfläuse als auch heranwachsende Larven ersticken. Und auch gegen die Nissen zeigen diese Produkte eine gute Wirksamkeit. Um das Auskämmen der Läuse und Nissen mithilfe eines feinzinkigen Nissenkamms kommt man freilich nicht herum. Wer weder chemische noch physikalische Produkte verwenden möchte, kann auch zur Schere greifen oder noch besser zum Rasierapparat, was bei Buben eine gute Alternative ist. Schließlich verschwinden Läuse am schnellsten, wenn die Haare ganz kurz geschnitten werden.

Lausfrei. Wichtig ist, dass Sie Schule, Kindergarten oder Spielgruppe, aber auch Freunde und Bekannte informieren, ansonsten verbreiten sich die lästigen Tierchen weiter. Übrigens: Jedes dritte Kind macht während der Kindergarten- und Schulzeit zumindest einmal Bekanntschaft mit Läusen. Allerdings hat dies nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Also: keine Scham! Richtig behandelt, sollte der Spuk nach acht bis zehn Tagen wieder vorbei sein. Damit Köpfe und Wohnung auch weiterhin eine lausfreie Zone bleiben, müssen Kuscheltiere, Mützen und Co aber nicht, wie früher oft empfohlen wurde, in den Gefrierschrank. Läuse sterben nämlich abseits des Kopfes und somit ohne regelmäßig Blut zu saugen innerhalb weniger Stunden. Gemeinsam verwendete Kämme sollten hingegen gründlich gereinigt werden. Und: „Die konsequente Behandlung aller Familienmitglieder mit einem Anti-Läuse-Mittel und einem Nissenkamm ist der wirksamste Weg zu einer lausfreien Familie.“

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