Samstag, 23. Februar 2019

Meisterwurz gegen Furunkel

Ausgabe 04.2015

So mancher Doldenblütler bevorzugt einen Standort in bergigen Regionen.


Foto: Adolf Blaim

Dazu zählt vor allem die Meisterwurz (Imperatoria ostruthium). Von den einfachen Leuten in den
alpinen Zonen unseres Landes schon seit jeher geschätzt, kommt die innige Beziehung zwischen Mensch und Pflanze dadurch zum Ausdruck, dass diese der Meisterwurz gleich vertrauten Freunden und Bekannten gerne einen Kurz-, Spitz- oder gar Kosenamen verliehen haben. Es gibt hier eine ganze Litanei, wie etwa Astranze, Austriz, Beizenkraut, Bergwurz, Galskraut, Gerisch, Grindwurzel, Horstrinze, Kaiserliche, Kaiserwurz, Krumputzwurzel, Magistranz, Ostranz, Ostruzwurz, Rauschwurz, Salzkraut, Sanktpaulswurzel, Sirenenwurz, Sterndolde, Stranzen, Stubwurz, Tropfenwurz, Wohlstandswurzel, Wurz aller Wurzen und Ziegerkraut. Ich hoffe, Ihnen ist jetzt beim Runterlesen nicht ganz schwindelig geworden. Aber immerhin gibt es da ja das Kraut der Meisterwurz, die neben anderen Effekten auch eine beruhigende Wirkung aufzuweisen hat. Der in der Überschrift zu findende geläufige Name des Heilgewächses besagt schon, dass diesem vor anderen der Vorzug gegeben wurde. In antiken Schriften sucht man jedoch vergeblich nach einer Nennung der Meisterwurz. Das erste Mal wird sie von der heiligen Hildegard von Bingen beschrieben. Als Standort bevorzugt dieses anmutige Gewächs einen kalkigen und steinigen Boden wie Bergmatten, Gebüschzonen und feuchte Schutthalden. Dort, wo der Schnee des Winters in den Bergen lange liegen bleibt und die Vegetationsperiode eher kurz dauert, ist die Meisterwurz durchaus zu finden. Holt man sich diesen Doldenblütler in den Garten, so schätzt er wiederum die Gesellschaft mit einem Holunderstrauch in seiner Nähe.

Aus dem Erfahrungsschatz Weidingers gibt es folgende Empfehlung zur Verwendung der Meisterwurz: Pulverisierte Wurzel mit Schrot aus Bockshornkleesamen zu gleichen Teilen abmischen und mit ein wenig Wasser zu einem Brei rühren. Mithilfe eines Verbandes legt man dieses Gemisch auf Furunkel und lässt den Verband 8 Stunden oben. Dann auf jeden Fall wechseln und erneuern. Die betroffene Stelle kann zwischendurch öfters mit Meisterwurz-Tee abgewaschen werden.

Weitere Informationen:
Kräuterpfarrer-Zentrum
3822 Karlstein/Thaya
Tel.: 02844/70 70-11 oder -31
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.kraeuterpfarrer.at

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