Freitag, 19. Juli 2019

Mein Urlaub, meine Gesundheit

Ausgabe 2019.05
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Endlich bald Urlaub! Endlich bald Ferien! Damit die erholsamste Zeit des Jahres auch wirklich zur perfekten Auszeit wird, gehört eine richtig zusammengestellte Reisapotheke in jeden Koffer. GESÜNDER LEBEN zeigt, welche Medikamente Sie mitnehmen sollten – egal ob Sie ans Meer oder in die Berge fahren.


Foto: © iStock - meganeura

Die Freude auf den Urlaub ist groß, das Kofferpacken meistens mühsam. Je nach Reiseziel ist auch eine maßgeschneiderte Reiseapotheke zu empfehlen. Denn die darf auf keinen Fall fehlen. Mag. Martina Hotop ist Pharmazeutin in der Quellenapotheke Kaltenleutgeben in Niederösterreich und hat für Sie die ideale Reiseapotheke für den Urlaub am Meer, in den Bergen, für Sporturlaube und, nicht zu vergessen, die unbedingt nötige Basisausstattung zusammengestellt. Als Mutter von drei Kindern hat sie auch privat Erfahrung mit speziellen kindgerechten Arzneimitteln. „ Am wichtigsten ist es, ausreichende Mengen von den täglich benötigten Standardmitteln wie zum Beispiel Blutdruckmedikamente mitzunehmen. Im Ausland kann der Nachkauf ein Problem sein oder im Inland, wenn es sich um rezeptpflichtige Medikamente handelt. Bitte also immer vor der Reise nachdenken“, appelliert die Apothekerin. „Alle weiteren Medikamente sollten auf diese täglich eingenommenen abgestimmt sein – so darf man beispielsweise kein Aspirin als Schmerzmittel nehmen, wenn man gegen eine Grunderkrankung Blutverdünner braucht. Das muss man bedenken. Daher lieber selber eine gut geplante Reiseapotheke mitnehmen, anstatt den Zimmernachbarn um eine Tablette zu fragen, denn das kann negative Folgen haben.“

Die Basis-Reiseapotheke
Die Basisapotheke besteht aus einem Schmerzmittel, Medikamenten gegen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sowie einem Abführmittel. Alles Weitere richtet sich nach dem Urlaubsziel und der Art zu reisen. „Ist es am Urlaubsort besonders heiß oder gibt es dort Probleme mit dem Trinkwasser, empfehle ich Schmerzmittel und Medikamente gegen Durchfall in Form von Schmelztabletten, die man ohne oder mit sehr wenig Wasser einnehmen kann“, erklärt Hotop. „Medikamente gegen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall gehören jedenfalls in jede Reiseapotheke. Ich empfehle aber, den Darm schon vor der Reise durch die Einnahme von Präbiotika und Probiotika aufzubauen, besonders wenn man weiß, dass man anfällig ist. Die Ursache dieser Beschwerden ist aber meistens das ungewohnte Essen und keine Infektion. Sollte das aber doch der Fall sein, muss man Kohletabletten dabeihaben und eine Elektrolytlösung. Das gilt vor allem für Kinder bei langem Durchfall.“ Aber auch das Gegenteil, die Verstopfung, kommt häufig vor, besonders nach langen Autofahrten, wenn man viel sitzt. Daher sollte ein Abführmittel ins Gepäck. „Neigen Sie zu Sodbrennen, sollten Sie ein Medikament dagegen mitnehmen, denn im Urlaub isst man meist viel und trinkt auch mehr Alkohol als zu Hause. Leiden Sie unter Allergien, vergessen Sie Ihre Allergiemedikamente nicht. Ich werde häufig nach dem Epi Pen zur akuten Behandlung von Bienenstichen gefragt, der allerdings nur angebracht ist bei einer tatsächlichen Allergie mit akuter Erstickungsgefahr und Kreislaufversagen. Ansonsten sind Sprays oder Tabletten ausreichend. Das sollte man aber mit dem Hausarzt besprechen“, weiß die Pharmazeutin aus ihrer Praxis. Nasentropfen zählen ebenso zur Basisausstattung und sind wertvolle Helfer, wenn man sich in klimatisierten Räumen bzw. im Flugzeug eine Verkühlung holt. Dazu zählen ebenso Halslutschtabletten und Beruhigungstropfen bei Flugangst. Hat man erfahrungsgemäß Probleme mit dem Schlafen auf Reisen, sollte man pflanzliche Einschlafhilfen einpacken. Auch ein Fieberthermometer gehört ins Reisegepäck.

Ob man Antibiotika mitnimmt, ist Geschmackssache. Hotop: „Zur Sicherheit, wenn man Sorge hat wegen massiver Magen-Darm-Infekte oder zu Blasenentzündungen neigt. Man braucht dafür ein ärztliches Rezept. Achtung bei der Lagerung: Liegt das Antibiotikum bei 40 Grad in der Sonne, besteht die Gefahr, dass es nicht mehr wirkt.“ Zur Vorbeugung gegen Blasenentzündungen sollte man einen Nieren/Blasen-Tee und Preiselbeerpräparate mitnehmen bzw. schon vorher einnehmen. Verbringt man den Urlaub in einer Therme oder benützt gechlorte Schwimmbäder, sollte man als Frau Scheidenpilzmittel dabeihaben und kann vorbeugend Milchsäurezäpfchen verwenden. „Nicht zu vergessen ist die Verhütung, denn sonst gibt’s schon mal ein Urlaubsbaby“, lacht die dreifache Mutter, die den Sommerurlaub mit ihrer Familie am Attersee verbringt.

Urlaub am Meer
Sonnenschutz!!! „Beachten Sie, dass ein hoher Faktor nicht heißt, dass man nur ein Mal am Tag schmieren muss, es hält bloß etwas länger. Vor allem wenn man Sport macht und viel schwitzt, muss man mehrmals schmieren. Auch vom Sonnenschutzfaktor 50 werden Sie noch braun, es dauert halt länger. Aber innerhalb von drei Tagen wird man eben nicht knusprig braun, sondern ohne Sonnenschutz nur knallrot, wenn man vorher käseweiß war“, warnt die Apothekerin. „Durch Sand und Wind kann man Augenprobleme bekommen, daher gehören leicht entzündungshemmende und befeuchtende Augentropfen ins Gepäck. Beim Schwimmen kann es schon mal eine Ohrenentzündung geben, dagegen gibt es vorbeugende Tropfen, die man auch nach dem Tauchen verwenden kann.“ Insektenschutzmittel sind vor allem beim Urlaub im Ausland, am Meer und an Seen zu empfehlen. Auch da gilt: Vorher einsprühen und oft genug wiederholen, denn die Mittel halten etwa acht Stunden. Für Urlaubsorte in den Tropen gibt es spezielle, stärker wirkende und länger anhaltende Mittel. Erwischt Sie doch einmal ein lästiges Insekt, sollten Sie eine juckreizstillende Creme dabeihaben, die übrigens auch bei leichten Sonnenbränden hilft. Neigen Sie zu Kreislaufproblemen und sind in heißen Gebieten unterwegs, vergessen Sie nicht, Kreislaufmedikamente mitzunehmen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Mein Urlaub, meine Gesundheit
Seite 2 Urlaub in den Bergen

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