Samstag, 24. August 2019

Mein Leben mit Herzinsuffizienz

Ausgabe 2018.06
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Christian Fabi lebt seit einem Jahr mit Herzin­suffizienz, einer gefährlichen Herzschwäche. Wie es dazu kam, wie sich sein Leben seit der Diagnose veränderte und woraus er Kraft schöpft, erzählt er in GESÜNDER LEBEN.

 


Foto: Miriam Höhne

Christian Fabi mit einem Wort zu beschreiben, ist einfach: gemütlich! „Das trifft es am besten!“, lacht er – und er lacht viel und gerne, auch in Zeiten, in denen einem eigentlich nicht danach ist. Es fällt nicht schwer, sich den 52-jährigen Niederösterreicher bei einer – da ist das Wort wieder – gemütlichen Heurigenrunde oder in einem sonnigen Gastgarten vorzustellen. Körperliche Verausgabung ist eher nicht seins, auch wenn er erzählt: „Wandern ging ich schon regelmäßig, aber nicht so gerne!“ Da mag es vielleicht auf den ersten Blick überraschen, dass Fabi ein echter Workaholic war: „Ich habe durchschnittlich 14 Stunden am Tag gearbeitet, da blieb nicht mehr viel Zeit für anderes!“ Sein ohnehin strahlendes Lächeln wird noch heller, wenn er von seinem erlernten Beruf spricht: Als Projektleiter und Geschäftsführer im Bereich Maschinenbau war er tätig. „Ich lebte für meinen Beruf. Je mehr Erfolg du hast, desto motivierter bist du.“

Erzwungene Gemütlichkeit. Heute sieht sein Alltag anders aus: Anstatt in Meetings zu sitzen oder Verträge durchzuackern, liest er gerne Bücher – ein Beispiel. Denn seiner Arbeit kann er nicht mehr nachgehen. War von Sport schon früher kaum die Rede, kann man heute gar nicht davon sprechen: „Eine Strecke von einem Kilometer gehe ich nicht mehr zu Fuß.“ Zur (mittlerweile etwas erzwungenen) Gemütlichkeit hat sich eine Nachdenklichkeit und Achtsamkeit gesellt, denn Grübeleien sind ihm nun nicht mehr fremd. „Die eigene Sterblichkeit wird einem bewusst“, findet er ernste Worte. „Keiner weiß, wann sein Leben zu Ende ist. Ich weiß aber, dass es definitiv in den nächsten zehn Jahren so weit sein wird – denn das sagen die Statistiken.“ Was war geschehen? Anfang 2017 wurde bei Christian Fabi Herzinsuffizienz diagnostiziert.

Atemnot und Wasserablagerungen. Erstes Anzeichen, dass etwas nicht stimmte: akute Atemnot. „Nach wenigen Schritten musste ich immer wieder stehen bleiben“, erinnert sich Fabi. „Ich habe einfach keine Luft mehr bekommen.“ Seine fehlende Kondition machte er dafür verantwortlich. Aber auch nachts sollte ihm bald das Atmen verwehrt bleiben; er konnte nur noch in sitzender Position schlafen, um überhaupt Luft zu bekommen. „Ich habe meine Nächte im Schreibtischstuhl anstatt im Bett verbracht.“ Mit der Zeit kamen Schwellungen aufgrund der Wasserablagerungen in Beinen und Füßen, ein Blähbauch und ständige Müdigkeit hinzu. Ansonsten verspürte er keine Schmerzen, berichtet Fabi. „Das ist ja das Gefährliche an der Herzinsuffizienz. Man nimmt die Beschwerden anfangs nicht ernst.“ Weil Workaholic Fabi „die Gesundheit aufgrund der Arbeit vernachlässigte“, dauerte es ein Weilchen, bis er Hilfe beim Hausarzt suchte. Dieser diagnostizierte Wasser in der Lunge, auch hatte sich Gewebswasser bereits im Bauch gestaut. „Das hat mich schon erschreckt.“ Auch die Blutwerte wie Cholesterin und Blutzucker „waren vollkommen aus dem Ruder gelaufen“. Der erste Schritt im Therapieplan des Kardiologen: Entwässerung durch Medikamente. „So war auch das Schlafen im Liegen wieder möglich.“  Die endgültige Diagnose der Herzinsuffizienz im Stadium 3 (insgesamt gibt es 4) wurde nach zahlreichen Untersuchungen (u. a. Ultraschall, EKG, MRT) gestellt. Für Fabi zu diesem Zeitpunkt keine Überraschung mehr: „Ich hatte bereits im Internet recherchiert. Ich wusste schon vor den Ärzten, was mit mir los war.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Mein Leben mit Herzinsuffizienz
Seite 2 Metabolisches Syndrom plus Stress

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