Mittwoch, 22. Mai 2019

Mein Körper spielt verrückt!

Ausgabe 2012/12-2013/01
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Manchmal macht der Körper eigenartige Dinge – das Augenlid zuckt, ein Gelenk knirscht oder vor den Augen tanzen plötzlich Pünktchen. GESÜNDER LEBEN zeigt, was diese Phänomene bedeuten und wann Sie zum Arzt müssen.

Foto: ® Benicce - Fotolia.com Eigentlich fühlen Sie sich fit und gesund in Ihrer Haut. Wenn da nicht mitunter diese seltsamen Körpersignale die stille Eintracht stören würden: Ist es Einbildung, Hypochondrie oder stecken doch gesundheitliche Alarmzeichen dahinter, auf die man hören sollte? Dr. Wolfgang Molnár, Allgemein- und Komplementärmediziner in Wien, klärt auf.

Das Augenlid zuckt
Meist liegt es an Übermüdung, zu viel Koffein oder Stress, wenn das Auge unwillkürlich vibriert. Die Zuckungen treten oft ganz plötzlich auf und können mitunter sogar mehrere Tage oder Wochen lang anhalten, sind aber in aller Regel ohne krankhafte Bedeutung. „Das Stresshormon Adrenalin fördert die Bereitschaft der Muskeln, sich zusammenzuziehen“, erklärt der Experte. Auch längeres Starren auf den Fernseher oder den Bildschirm kann den winzigen Lidmuskel zum Flattern bringen. Hält das Zucken länger als ein paar Sekunden an, hilft „Palmieren“. Was ist dabei zu tun? „Man reibt die Hände tüchtig aneinander und legt die erwärmten Handflächen eine Minute lang auf die Augen“, so Molnár. Wer öfter mit nervösen Augendeckeln zu kämpfen hat, sollte vermehrt auf Schlaf und Entspannung achten.

GESÜNDER LEBEN-Check: Wenn es nicht bei kurzen Zuckungen bleibt und sich das Auge jeweils ganz schließt, ist eine Abklärung beim Arzt anzuraten. Nur sehr selten kann das Zucken zum nervösen Tick werden oder einen Lidkrampf nach sich ziehen. Bei einem solchen Blepharospasmus sind aber nach einiger Zeit immer beide Augen betroffen. Die Muskeln um die Augen herum können sich dabei so stark verkrampfen, dass der Betroffene nicht mehr sehen kann. Mit Botox-Injektionen kann der übermütige Lidmuskel beruhigt werden.


Gelegentlich schlägt das Herz unregelmäßig
Rund 100.000-mal am Tag zieht sich der Herzmuskel zusammen, um Blut durch den Körper zu pumpen. Hin und wieder gerät er dabei aus dem Takt. „Wenn das Herz ab und zu stolpert, sind oft Anstrengung, Aufregung oder Verliebtheit daran schuld“, erklärt Molnár. „Im Alltag fällt das oft gar nicht auf, erst in einer ruhigen Minute wird eine Rhythmusstörung wahrgenommen.“ Bei einem gesunden Menschen treten diese sogenannten Extrasystolen bis zu 30-mal innerhalb eines Tages auf. Außerdem können überzählige Erregungsbahnen den Herzschlag durcheinanderbringen. Gefördert werden diese Unregelmäßigkeiten durch Schlafmangel, bestimmte Medikamente, Nikotin und Alkohol.

GESÜNDER LEBEN-Check: Wer keine weiteren Beschwerden hat, kann die gelegentliche Taktlosigkeit als Laune der Natur betrachten. Treten sie häufig in Folge auf, sollte der Arzt eine Krankheitsursache ausschließen: Dazu zählen u. a. Infektionen, Schilddrüsenüberfunktion oder Elektrolytstörungen. Krankhafte Herzrhythmusstörungen zeigen sich oft gemeinsam mit Schwindel, Unwohlsein und Brustenge.


Die Gelenke – etwa Knie oder Schulter – knacken
„Das kann mehrere Ursachen haben“, meint der Mediziner. „Meist stecken hörbare natürliche Verschleißerscheinungen von Knorpeln und Knochen dahinter.“ Besonders oft knackt es im Knie, da die Gelenke stark belastet sind: Sie werden ständig gestreckt und gebeugt. Hier liegt es bisweilen an einem unebenen Gelenksknorpel oder an einer Fehlform der Kniescheibe. Dadurch erhöht sich der Anpressdruck, was sich unter anderem beim Treppensteigen akustisch bemerkbar macht. Sehr oft meldet sich auch die Schulter. Ihr Gelenk ist extrem beweglich und daher anfällig für eine Instabilität. Beim berühmten Fingerknacken entsteht ein Unterdruck in der Gelenkskapsel, der dazu führt, dass Gase aus der Gelenksflüssigkeit schlagartig freigesetzt werden. Anschließend lösen sich die Kohlendioxid-Bläschen wieder in der Schmiere auf. Bisweilen lässt sich auch kein Grund feststellen, wieso es im Skelett rumort. Insbesondere bei Frauen können sogar mehrere Gelenken knacken. „Das liegt meistens am weichen weiblichen Bindegewebe“, weiß Molnár. Dies führt zu einer Überbeweglichkeit der Gelenke und Bänder. Das dadurch verursachte Knacken mit den Gelenken muss nicht zwangsläufig auf eine Krankheit hindeuten.

GESÜNDER LEBEN-Check: Tritt das Knacken nach einem Unfall oder starker körperlicher Belastung auf, sollte man sich unbedingt untersuchen lassen. Dasselbe ist auch empfehlenswert, wenn die Geräusche mit Schmerzen verbunden sind. Dann kann für das Krachen auch ein Knorpelschaden oder eine fortgeschrittene Arthrose verantwortlich sein.
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