Dienstag, 19. Februar 2019

Mein Kind ist gesund

Ausgabe 09.2014
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Egal ob Ohren, Zähne oder Augen – für Eltern hat die Gesundheit des eigenen Kindes höchste Priorität. Wir zeigen, worauf Sie achten sollten – und wann es ratsam ist, einen Arzt aufzusuchen.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - naumoid

Ist das normal?“, fragen sich viele Eltern, wenn ihr fünfjähriger Sohn in der Nacht noch eine Windel benötigt, die acht Monate alte Tochter partout nicht krabbelt oder bei dem 14 Monate alten Sprössling noch kein einziger Zahn durchgebrochen ist. – Die beruhigende Antwort lautet: Ja, denn jedes Kind entwickelt sich nach seinem individuellen Tempo, das wiederum durch seine eigene körperliche biologische Reifung, altersgerechte Anregungen von außen und selbst erlebte Erfahrungen bestimmt wird. Im Umgang und bei der Betreuung von Kleinst- und Kleinkindern können aber natürlich Unsicherheiten entstehen. Dank der Einführung des Mutter-Kind-Passes, bei dessen Umsetzung Österreich eine Vorreiterrolle gespielt hat, werden diese jedoch gelindert. „Bei konsequenter Inanspruchnahme dieser wertvollen Einrichtung, also bei Einhaltung der vorgesehenen regelmäßigen Kontrolluntersuchungen, können etwaige Abweichungen von einer normalen Entwicklung früh erkannt und dementsprechende Maßnahmen zur Behebung bzw. Behandlung gesetzt werden“, betont Univ.-Prof. Dr. Andreas Böck, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde an der MedUni Wien. So weit, so erfreulich.

Beobachten und vorsorgen. Am wichtigsten ist und bleibt jedoch die Beobachtung der Kinder durch beide Elternteile. Bei Fragen können Sie sich dann jederzeit an Ihren Kinderarzt wenden! Worauf Mütter und Väter achten sollten, damit ihre Sprösslinge gesund aufwachsen, woran sie mögliche Fehlentwicklungen erkennen und wie sie darauf reagieren sollen, zeigen wir in den folgenden Beispielen.

Die Ohren. Bei einem gesunden Neugeborenen ist das Hörvermögen bereits voll funktionsfähig, kann sich bei Frühgeborenen allerdings verzögert entwickeln. Die Plastizität des kindlichen Gehirns erlaubt gerade in den ersten drei Lebensjahren eine schnelle Vernetzung von Impulsen, wodurch die Hörfähigkeit ausreift. „Bereits ab dem sechsten Monat beginnt das Kind mit der ,Lallsprache‘, es versucht also –, als Reflexion auf Eltern und Umgebung – akustische Reize zu kopieren“, so Böck. „Findet dieser Prozess nicht statt, konnte offensichtlich nicht reflektiert werden. Das stellt ein mögliches Warnsignal einer Schwerhörigkeit oder gar Taubheit dar.“ „Sprechfaule“ Babys müssen aber natürlich nicht zwangsläufig schlecht hören. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann – etwa ab dem sechsten Lebensmonat – mit einem einfachen „Fingerschnippen“ ein Signal setzen und beobachten, ob das Kind den Kopf in die Richtung des Reizes dreht. „Weiters sollte man darauf achten, ob sich der Säugling durch Worte beruhigen lassen kann“, ergänzt der Wiener Kinderarzt DDr. Peter Voitl. Bei älteren Kindern können auch aggressives Verhalten, Kontaktschwierigkeiten oder eine verzögerte Sprachentwicklung bzw. schlechte Aussprache Hinweis auf ein Hörproblem sein. Falls Sie daran zweifeln, dass Ihr Sprössling gut hört, sollten Sie einen Facharzt konsultieren. „Hörtests, welche die sogenannten otoakustischen Emissionen messen, können Auskunft darüber geben, ob z. B. eine Schwerhörigkeit vorliegt“, erklärt Böck. Sie liefern wertvolle Rückschlüsse, die den weiteren Therapieverlauf prägen.

Die Augen. Bereits kurz nach der Geburt können Babys sehen, allerdings müssen sich Sehschärfe und das Zusammenspiel beider Augen erst entwickeln. Schielen bis zum sechsten Lebensmonat ist daher ein recht häufig zu beobachtendes Phänomen. Wenn Sehfehler nicht rechtzeitig erkannt werden, wird die Sehschärfe negativ beeinträchtigt. Daher sollte bei folgenden Symptomen eine ärztliche Abklärung erfolgen: kein Parallelstand der Augen, auffällige Lichtempfindlichkeit, häufiges Tränen der Augen, Zukneifen eines Auges, chronische Augenentzündungen oder eine schiefe Kopfhaltung. Voitl: „Um beispielsweise ein schielendes Auge zu fördern, kann das gesunde Auge täglich für ein paar Stunden abgedeckt werden. Diese Okklusionsbehandlung kann für einige Jahre notwendig sein.“ Ältere Kinder könnten Sehprobleme haben, wenn sie ein ungeschicktes Verhalten an den Tag legen, eine Lese- oder Rechtschreibschwäche besitzen oder häufig Kopfschmerzen haben. Über eine notwendige Sehhilfe entscheidet der Augenarzt.

Die Zähne. Für ein gesundes Gebiss ist regelmäßige und gewissenhafte Zahnpflege essenziell. Sie beginnt eigentlich schon, bevor der erste Zahn sichtbar ist. „Da sich bereits ab der sechsten bis achten Schwangerschaftswoche die Zahnleisten entwickeln, ist auch die Ernährung der Mutter von Bedeutung“, erklärt Voitl. Die ersten Milchzähne werden regelmäßig mit einem Wattestäbchen und/oder einer Kinderzahnbürste gereinigt. Zahnpasta kommt erst hinzu, wenn das Kind bereits ausspucken kann. Denken Sie daran, dass die Milchzähne einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Kiefer und die Qualität sowie Stellung der bleibenden Zähne haben. Achten Sie daher durch optimale Zahnpflege (auch mit Zahnseide!) und den maßvollen Verzehr von Süßigkeiten auf die kindgerechte Mundhygiene. Regelmäßige Zahnarztbesuche (etwa ab dem 2. Lebensjahr zweimal jährlich) sind besonders wichtig, um beginnende Zahnschäden rechtzeitig behandeln zu können und um etwaig notwendige Zahnspangen in Betracht zu ziehen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Mein Kind ist gesund
Seite 2 Die Motorik

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