Dienstag, 17. September 2019

Mein goldener, gesunder Herbst

Ausgabe 2015.09
Seite 1 von 2

Während sich die einen das ganze Jahr auf den Herbst freuen, beklagen die anderen das Ende des Sommers. Letzteren sei gesagt: Auch der September hat wunderschöne Seiten und wer ihn gesund genießt, ist bestens gewappnet für den Winter.


Foto: Can Stock Photo - Voyagerix

Herrliche Septembertage verbringt man am besten im Freien, sei es bei einem Spaziergang durch den farbenfrohen Blätterwald, einer Jogging-Runde durch den Park oder einer Herbstwanderung. „Generell sind sämtliche Sport- bzw. Bewegungsarten, die man in der Natur durchführen kann, zu empfehlen“, so Mag. Vera Mair, die u. a. den Master-Studienlehrgang Health & Fitness an der Universität Salzburg absolviert hat und in Wien zusammen mit ihrem Lebensgefährten, Unfallchirurg und Sportmediziner Dr. Sven Thomas Falle, Gesundheitsconsulting anbietet.

Ratsam ist es, Ausdauer als auch Kraft, Koordination und Balance zu trainieren. Kombinieren Sie z. B. Yoga, Pilates oder Krafttraining mit Joggen, Radfahren oder einer anderen Ausdauersportart, wie etwa Trampolinspringen. „Wichtig ist zudem“, so Mair, „dass die Bewegung gut in den Alltag integriert werden kann und man Spaß dabei hat. Außerdem sollte man mehrere kürzere Einheiten einplanen, weil dann viel seltener Motivationsprobleme auftreten.“ Vom gesundheitlichen Aspekt ist es ebenfalls besser, drei-, viermal eine Stunde zu trainieren, als einmal die Woche über mehrere Stunden „Vollgas“ zu geben. Wer nämlich wesentlich länger als eine Stunde Sport betreibt, läuft Gefahr, seinen Körper zu überfordern, was dem Immunsystem mehr schadet als guttut.


Sonne und Vitamin D
Während man sich also im September bei angenehmen Temperaturen an der frischen Luft sportlich betätigt, tankt man – ganz nebenbei – Vitamin D. Wobei die Bezeichnung an sich irreführend ist, denn Vitamin D ist genau genommen ein Hormon, da es vom Körper selbst gebildet wird. Der Großteil entsteht durch chemische Reaktionen in den unteren Hautschichten, ausgelöst durch UV-B-Bestrahlung der Haut. Das „Sonnenhormon Vitamin D“ ist vor allem für den Knochenbau von enormer Bedeutung, weil es die Aufnahme des Mineralstoffs Kalzium aus dem Darm verstärkt und dafür sorgt, dass dieser in die Knochen eingebaut wird. „Studien belegen, dass Vitamin D positive Auswirkungen im Rahmen der Osteoporose-Prophylaxe hat, was speziell für Frauen ab 50 wichtig ist. Zur Sicherheit kann man beim Hausarzt eine Blutanalyse machen lassen. Liegt der Vitamin-D-Wert unter 30, sollte man mit dem Arzt besprechen, ob eine ergänzende Einnahme von Vitamin D sinnvoll ist“, rät die Gesundheitsexpertin. Vitamin D tut im Übrigen auch der Stimmung gut. So haben Forscher des UT Southwestern Medical Centers in Dallas (Texas, USA) zwischen 2006 und 2010 die Werte von fast 12.600 Patienten untersucht und in Kooperation mit dem Cooper-Institut herausgefunden, dass hohe Vitamin D-Werte direkt mit einem niedrigen Risiko für Depressionen zusammenhängen.


Herbstlich gekocht
Doch nicht jeder bekommt seine tägliche Sonnenportion oder möchte (gleich) zu Vitamin-D-Präparaten greifen. Umso besser ist es, dass auch über die Nahrung eine Versorgung gewährleistet werden kann. Maria Anna Benedikt, Leiterin der Ernährungsmedizinischen Beratung an den Salzburger Landeskliniken, empfiehlt den regelmäßigen Verzehr von Eiern (v. a. Eidotter), Milchprodukten, Fleisch und Pilzen sowie wöchentlich einmal fetten Fisch (Makrele, Hering oder Lachs).
Mit der richtigen Ernährung können wir ohnedies dazu beitragen, gesund durch den Herbst zu kommen und den Körper auf den Winter vorzubereiten. „Im Prinzip macht es uns die Natur leicht, immerhin versorgt uns der Herbst mit den letzten Früchten des Jahres und lagerfähigem Gemüse in Hülle und Fülle“, sagt Benedikt. Besonders beliebt ist etwa das Sauerkraut, bei dem Vitamin C durch die Milchsäurevergärung gut erhalten bleibt.
Und laut Benedikt habe es mehr Sinn, dem Körper natürliches Vitamin C zuzuführen als eine dauerhafte Supplementierung von Vitamin C zur Vorbeugung von Erkältungen. Ein Gemüse, das im Herbst ebenfalls nicht fehlen darf, ist Lauch. Er enthält neben den Mineralstoffen Kalium, Kalzium und Eisen zahlreich B-Vitamine, Folsäure sowie Vitamin C und K. Für den typischen Geschmack sind die schwefelhaltigen ätherischen Öle, die sogenannten Senföle, verantwortlich, die übrigens auch in Kohl, Kraut und Kohlsprossen enthalten sind. Diesen sekundären Pflanzenstoffen wird nicht nur eine antibiotische, sondern sogar eine krebsvorbeugende Wirkung zugeschrieben. Der Herbst wartet ferner mit verschiedensten Nüssen auf. In unseren Breiten sind vor allem Walnüsse beheimatet, deren Öl nicht nur ein wahrer Genuss, sondern auch reich an wertvollen essenziellen Fettsäuren ist. Einziger Wermutstropfen: Nüsse sind kalorienreich.
Umso besser, dass schon eine Handvoll täglich Immun- und Nervensystem stärkt. Weniger Fett haben Maroni (100 g liefern ca. 140 kcal) und gesund sind sie sowieso, weiß Benedikt: „Neben Kalium und Magnesium sind Maroni reich an Vitamin B1, B2, B6, Folsäure, Vitamin C und Vitamin E.“

Fruchtig bis beerig
Neben Obstklassikern wie Äpfel, Birnen, Mirabellen und Zwetschken, ernten wir im Herbst etwa Holunderbeeren, die die Mineralstoffe Kalium, Magnesium und Eisen, Provitamin A, Vitamin E sowie Vitamin C beinhalten und einen hohen Gehalt an Anthozyanen (Untergruppe der Flavonoide) besitzen. „Diese sekundären Pflanzenstoffen wirken entzündungshemmend und erhöhen die Widerstandkraft gegen krebserregende Stoffe“, erklärt Diätologin Benedikt, die allerdings betont, dass man „Holunderbeeren nur gekocht verzehren soll. Sie enthalten nämlich für unseren Körper unverträgliche Blausäure, die durch Erhitzen zerstört wird.“ Und noch ein Tipp: Bei grippalen Infekten wird Holunderblütentee oft als fiebersenkendes Mittel verwendet. Ebenso herbstlich-wunderbar ist die Preiselbeere: Die darin enthaltenen roten Farbstoffe (Proanthocyanidine) entfalten eine antibakterielle Wirkung. Da sie verhindern, dass sich Bakterien an die Zellen des Harntraktes haften, werden die roten Beeren gerne bei Harnwegsinfekten eingesetzt. Wer die herbstlichen Gemüse-, Obst- und Beerensorten mitsamt ihren guten Wirkstoffe möglichst lang genießen möchte, kocht sie am besten ein – wie zu Omas Zeiten.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Mein goldener, gesunder Herbst
Seite 2 Grippezeit

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-09 130x173

Aktuelles Heft 09/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 4. Oktober

 

Unsere Ausgabe 07-08/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Hand aufs Herz – wie nutzen Sie Ihr Handy?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information