Donnerstag, 24. Oktober 2019

Mein gesundes Baby

Ausgabe 07-08/2012
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Gesund auf die Welt kommen ist ein Glück – es zu bleiben, ist auch von einem bewussten Lebensstil abhängig. GESÜNDER LEBEN zeigt, wie Sie Ihrem Sprössling in den ersten Monaten helfen können.

Foto: iStock - Katherine Moffitt
Plötzlich ist es da: Ihr Baby. Etwa 40 Wochen hat es im Bauch verbracht, durfte die wohlige Wärme genießen und bei Bedarf jederzeit Energie tanken. Und dann, von einem Moment auf den anderen, wird es zum „Erdenbürger“ und muss jetzt lernen, zu atmen, zu verdauen und mit Licht, Lärm und Temperaturschwankungen umzugehen. Vor seiner Geburt wurde Ihr Baby vom mütterlichen Körper geschützt. Doch jetzt ist es auf Hilfe von außen angewiesen, um altersgemäß zu gedeihen – eine verantwortungsvolle Aufgabe, die oft gar nicht so leicht fällt. Doch wer die folgenden Tipps in puncto Ernährung, Vorsorge, Pflege und Schlaf berücksichtigt, ist auf dem richtigen Weg und beugt Krankheiten vor.

Stillen: Nahrung und Schutz zugleich. Stillen mit Muttermilch ist für Mutter und Kind das Beste. Ihre Hauptbestandteile Eiweiß (für das Wachstum des Säuglings), Fett (für Gehirn und Netzhaut) und Kohlenhydrate (für schnelle Energie und zur Förderung der Gehirnentwicklung) sind so aufeinander abgestimmt, dass sie die empfindlichen Verdauungsorgane nicht belasten. „Muttermilch enthält alle Nährstoffe, die ein Baby braucht, und passt sich in ihrer Zusammensetzung dem Alter des Kindes an“, erklärt Marianne Weißensteiner, Hebamme im Hebammenzentrum in Wien. Ein Neugeborenes kann nie überfüttert werden, denn es nimmt genau jene Menge an Nahrung auf, die es für sein Wachsen und sein Wohlbefinden braucht. „Stillen hat einen positiven Effekt auf das Immunsystem, weil in der Muttermilch Abwehrzellen, Abwehrstoffe sowie Probiotika enthalten sind“, bringt es Ass.-Prof. PD Dr. Nadja Haiden von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde auf den Punkt. So schützt die keimfreie Muttermilch u. a. vor Allergien, Durchfallserkrankungen, Atemwegsinfekten, Mittelohrentzündungen, Hirnhautentzündungen, Harnwegsinfekten oder späterem Übergewicht. Abgesehen von all diesen erforschten Fakten, wirkt sich das Stillen bestens auf die Beziehung zwischen Mutter und Baby aus. „Während das Baby trinkt, sieht, spürt, hört, riecht und schmeckt es die Mutter. Es erlebt Wärme, Geborgenheit und alle Sinne werden angeregt“, bekräftigt Hebamme Weißensteiner. Außerdem wird durch das Saugen an der Brust – wie zahlreiche Studien bestätigen – die Kieferform geprägt, die Sprachentwicklung verbessert und die Intelligenz positiv beeinflusst. Die WHO rät, Kinder die ersten sechs Monate voll zu stillen; empfehlenswert ist Muttermilch auch im zweiten Lebenshalbjahr. Falls Sie aus einem bestimmten Grund nicht stillen können oder wollen, sei gesagt, dass sich Babys auch bei Fertigmilchnahrung gut entwickeln. Schließlich wurde die Pulvermilch durch ein besonderes Verfahren an die Muttermilch adaptiert. 

Babys im Sommer: Die besten Tipps
  • Achten Sie auf eine Sonnenschutzcreme mit einem hohen Schutzfaktor (nachcremen nicht vergessen!) und entsprechende Kopfbedeckung – auch im Schatten.
  • Babys sollte man nicht in der prallen Sonne liegen, spielen oder schlafen lassen. Sonnenschirme oder -zelte bieten hier auch für kleine Kinder einen guten Schutz.
  • An heißen Tagen müssen Flaschenkinder besonders viel trinken. Falls Sie stillen, braucht Ihr Baby ziemlich sicher eine Extra-Mahlzeit. Nur wenn es schon Beikost bekommt, braucht es zusätzlich Flüssigkeit – am besten in Form von Wasser. In manchen Ländern hat Leitungswasser keine Trinkwasserqualität – verwenden Sie daher für die Trinkflasche oder für die Zubereitung von Babynahrung natriumarmes Mineralwasser.
  • Kleiden Sie Ihr Kind am besten in Naturfasern. Baumwolle und Wolle sorgen für einen Temperaturaustausch.
  • Wichtig: Ein überhitztes Kind ist apathisch und erschöpft. Maßnahmen: sofort ins Kühle bringen, ausziehen, Luft zufächeln und Flüssigkeit verabreichen. Abwaschen mit Wasser sorgt ebenfalls für Kühlung. Und informieren Sie umgehend den Kinderarzt!


Auftakt für Obst und Gemüse. Der Startschuss für die Beikost mit dem Löffel fällt frühestens nach der 16. Woche. Haiden: „Frühestens ab dem 5. Lebensmonat und spätestens vor Ende des 7. Lebensmonats sollte unter dem Schutz des Stillens Beikost eingeführt werden. Das Baby ist dann für Beikost bereit, wenn es die Eltern gierig beim Essen beobachtet, es sitzen oder fast sitzen kann und es zu zahnen beginnt.“ Der Austausch der Milchmahlzeiten erfolgt fließend. Am besten beginnt man damit, die Mittagsmilch durch einen Karotten- oder Pastinakenbrei zu ersetzen, und ergänzt diesen allmählich mit Kartoffeln und Fleisch. Wird der Brei auch mit einigen Tropfen Raps- oder Maiskeimöl versehen, geht man sicher, dass der Energiebedarf des Babys gedeckt wird und fettlösliche Vitamine aufgenommen werden können. Zum Trinken gibt es vorzugsweise stilles Mineralwasser. Optimal ist es, wenn Sie für den Aufbau einer kompletten Breimahlzeit von etwa 200 Gramm drei bis vier Wochen Zeit haben. „Eine stufenweise Gabe der Beikost ist immer sinnvoll, weil sich dadurch Reaktionen des Kindes wie z. B. Verstopfung oder Allergien leichter auf den Auslöser zurückführen lassen“, meint die Wiener Ernährungswissenschaftlerin und Stillberaterin Mag. Ingeborg Hanreich, IBCLC. Etwa im achten Monat kann dem Sprössling der abendliche, mit Getreide versehene Milchbrei angeboten werden. Danach wird auch die Nachmittagsjause durch einen milchfreien Getreide-Obst-Brei ersetzt, der das Kind mit zusätzlichem Vitamin C versorgt. Falls sich Ihr Kind aber nicht „nach Plan“ verhalten sollte, verzweifeln Sie nicht. Denn: „Natürlich haben auch Babys, genau wie wir Erwachsene, einen eigenen Geschmack. Sie müssen nicht alles mögen. Wird zum Beispiel jegliches Obst und Gemüse abgelehnt, ist das Kind vielleicht noch nicht beikostbereit oder hat eventuell sogar Unverträglichkeiten“, so Hanreich.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Mein gesundes Baby
Seite 2 Vorsorgen ist besser als heilen

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