Montag, 21. September 2020

Mein gesunder Sommertag - Der VORMITTAG

Ausgabe 2020.07-08
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Der VORMITTAG

Kühlende Abhilfe im Büro verschafft entweder eine Sprühflasche mit (Thermal-)Wasser oder eine Schüssel mit kühlem Wasser unterm Schreibtisch, in der man seine Füße baden kann. Auf Klimaanlagen sollte man in Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten, besser verzichten, so Pils, denn „durch das Gebläse vermehren sich Bakterien sehr leicht“. Möchte man trotzdem nicht auf Air Condition verzichten, ist es wichtig, dass der Unterschied zwischen Außen- und In nentemperatur nicht mehr als drei Grad beträgt. „Das genügt, damit der Körper eine kühlende Wirkung spürt. Zu große Temperaturunterschiede belasten zudem den Organismus.“ Das Gebläse sollte niemals direkt auf den Körper gerichtet sein, da Zugbelastungen leicht zu Verspannungen und Verkühlungen führen, betont die Ärztin.
Ein kleiner Snack am Vormittag? Darf und sollte durchaus sein, denn mehrere kleinere Portionen über den Tag verteilt belasten unseren Verdauungstrakt weniger als wenige große Portionen. „Als gesunden Snack zwischendurch empfehle ich wasserhaltiges Obst und Gemüse“, sagt Themmer. „Wassermelone ist perfekt! Man könnte aber auch an ein paar Stangen Sellerie, an Karotten oder Salatgurken knabbern.“ Auch, weil durch das Schwitzen viele wichtige Mineralstoffe ausgeschieden werden, ist eine Obst- und Gemüsejause zu bevorzugen. Im Sommer natürlich ganz besonders wichtig: „Trinken Sie ausreichend! Man rechnet 35 ml/kg, das entspricht in etwa zwei bis drei Litern Wasser am Tag.“ Tipp: „Nie warten, bis man Durstgefühl verspürt!“ Wasser, Mineralwasser und ungesüßte Tees sind zu bevorzugen. Wer zu Schweißausbrüchen neigt, sollte zu Salbeitee greifen, denn dieser verringert die Schweißproduktion. Die Ernährungsmedizinerin warnt vor eiskalten Getränken: „Diese geben dem Körper das falsche Signal – nämlich, dass er Wärme erzeugen soll, was wiederum Energie kostet.“ Besser sei warme Tees in kleinen Schlucken, „um ein leichtes Schwitzen in Gang zu halten, das den Körper abkühlt.“

Der MITTAG

An unserem perfekten Sommertag endet heute der Arbeitstag bereits mittags – endlich! Nun geht es erstmals wieder nach Hause, denn „zwischen 12 und 15 Uhr ist die Hitze am stärksten, weshalb man während dieser Zeit die Sonne meiden sollte“, betont Pils. „Halten Sie sich besser in abgedunkelten, kühlen Räumen oder zumindest im Schatten auf.“
Man kann die Zeit zum Entspannen und zum Zubereiten eines köstlichen Mittagessens nutzen: nicht zu üppig, da „schwer verdauliches Essen leicht den Stoffwechsel überlasten kann“, gibt Themmer zu bedenken. Auch sollte man auf Lebensmittel verzichten, die von innen heraus erwärmen, zum Beispiel Fleisch im Allgemeinen oder bestimmte Gewürze wie Kardamom, Anis oder Gewürznelken. Viele Experten raten zum Mut zur Schärfe: Denn scharfes Essen (Knoblauch, Chili, Paprika, Pfeffer etc.) hilft beim Schwitzen und somit bei der Abkühlung. Beim Salzen wiederum sollte man sich zurückhalten, da dieses das Wasser bindet. Was sich für ein sommerliches Mittagessen anbietet, sind kleine Pastaportionen oder/und kreative frische Salate, die man unkompliziert mit verschiedensten eiweißreichen Lebensmitteln vermischen kann, rät die Expertin.

Der NACHMITTAG

Nun ist Freizeitspaß angesagt! Generell gilt: Vorsicht vor Überhitzung und Sonnenbrand! „Achten Sie auf Warnsignale wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Krämpfe in Armen und Beinen“, warnt Expertin Pils. „Treten diese Symptome auf, begeben Sie sich sofort in eine kühle Umgebung, trinken Sie viel und kühlen Sie Stirn oder Nacken mit einem feuchten Umschlag und lagern Sie die Beine hoch.“ Sind die Beschwerden nach circa 15 Minuten nicht verschwunden, sollte rasch der Notarzt gerufen werden. Vor Sonnenbrand schützt natürlich Sonnencreme, die reichlich, an allen Hautstellen und mehrmals täglich aufgetragen werden sollte. „Der Lichtschutzfaktor gibt an, um wie viel Mal sich der Eigenschutzfaktor der Haut verlängert.“ Auch im Schatten darf auf Sonnencreme nicht verzichtet werden. Kopfbedeckungen und Sonnenbrillen schützen außerdem vor Sonnenschäden.
onnenschäden. Der Sprung ins kühle Nass gehört für viele Menschen zu einem perfekten Sommertag einfach dazu. Gut so, meint Binder-Weneberger: „Schwimmen gehört zu den gesündesten Sportarten und ist vor allem im Sommer ideal. Das Wasser kühlt nicht nur, Schwimmen ist auch gelenks- und knochenschonend, trainiert die Ausdauer, schult die Koordination und beansprucht verschiedene Muskelgruppen beinahe gleichzeitig.“ Beim Brustschwimmen beugt man Verspannungen vor, indem man den Kopf nicht krampfhaft über Wasser hält, sondern beim Armzug mit dem Kopf ins Wasser taucht, erklärt die Expertin. Auch die Wasserlage des Körpers – „nicht ‚tanzen’!“ – ist ausschlaggebend. Nach einer deftigen Mahlzeit ist es ratsam, 30 Minuten zu warten, um die körpereigene Energie nicht für die Verdauung, sondern für den Kraftaufwand beim Schwimmen verwenden zu können. Vor und nach dem Schwimmen eincremen nicht vergessen! Eis als kulinarische Abkühlung ist okay, greifen Sie aber lieber zu Fruchteis, da dieses weniger Kalorien als Obers- und Milcheis hat, rät Themmer. Eis zieht auch tierische Naschkatzen an: „Kommt es zu einem Wespen- oder Bienenstich, entfernen Sie den Stachel und kühlen Sie die Stelle möglichst rasch. Danach helfen entzündungshemmende Salben“, weiß Pils. Bei allergischen Reaktionen wie Atemnot ist natürlich sofort die Rettung zu rufen.

Der ABEND

Der Abend bietet sich nochmals fürs Sporteln an. Binder-Weneberger: „Durch Training am Abend lässt sich gut Stress abbauen, außerdem hat der Körper mehr Energie als am Morgen und die Muskeln sind bereits aufgewärmt.“
Für das Abendessen empfiehlt Themmer eine eiweißreiche Mahlzeit, „also Fisch oder eine gebratene Hühnerbrust, verarbeitet zum Beispiel als Wok-Gericht mit viel Gemüse wie Erbsenschoten, Karotten oder Chinakohl. Auch eine Portion Hummus oder ein Linsensalat sind gute Eiweißquellen.“ Mit dem Beachten der Kühlkette und dem Einhalten strenger Hygienevorschriften vermindert man die Gefahr einer Salmonellenvergiftung. Bei Alkohol gilt: „In kleinen Mengen und frühestens am späten, kühleren Abend, da Alkohol die Gefäße erweitert und das Risiko eines Kreislaufkollapses besteht.“ Nochmals eine angenehme Wechseldusche, eine entsprechende Hautpflege – und ab ins Bett!
Die Nachtbekleidung und auch die Bettwäsche sollten leicht und atmungsaktiv sein, rät Pils, oftmals genügt sogar ein dünnes Leintuch als Decke. Wenn möglich, sorgt ein geöffnetes Fenster für angenehme Kühle, aber auch feuchte Leintücher, die vor das geöffnete Fenster gehängt werden, werden als erfrischend empfunden. Ein Glas Wasser sollte am Nachttisch griffbereit sein. Wir wünschen eine gute Nacht – und schöne Träume nach einem perfekten Sommertag!

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