Montag, 22. April 2019

Mehr Mut, weniger Angst - Mut Trainingsplan

Ausgabe 2019.02
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Mut Trainingsplan

1. Mut-Schritt: Akzeptanz des Unberechenbaren.
Das Bedürfnis nach Sicherheit ist zutiefst menschlich – denn: Leben verletzt und wir müssen uns schützen. Zugleich ist hier Vorsicht geboten, so Wolfers, denn: „Unser Dasein ist von mehr Ungewissheiten und Chaos durchsetzt, als wir uns eingestehen wollen. Absolute Sicherheit erweist sich als Illusion!“ Unser Leben ist nur bis zu einem gewissen Grad kontrollierbar, vieles entzieht sich unserer Kontrolle. Sich genau das einzugestehen, ist ein erster wichtiger Schritt zu einem Mehr an Mut, denn: „Das Streben nach absoluter Sicherheit behindert Wachstum und Entfaltung.“ Deshalb tun wir alle gut daran, zu lernen, rät die Seelsorgerin, „Unklarheit und Ungewissheit auszuhalten“.

2. Mut-Schritt: Hallo, Angst!
Mut und Angst gehen Hand in Hand: Ängstige ich mich nicht, muss ich nicht mutig sein. Angst sei wichtig, betont Wolfers, denn sie schützt uns vor Gefahren und Leichtsinn. Trotzdem: „Wir leben in einer Gesellschaft, in der Ängste das persönliche und gesellschaftliche Leben zunehmend bestimmen. Angst blockiert und lässt uns Mauern um und in uns aufbauen.“ So zum Beispiel verhindere die Angst vor der Vergänglichkeit des Glücks viele von uns daran, im Hier und Jetzt zu leben. Wolfers hält nicht viel davon, Ängste besiegen zu wollen, das gehe zu stark mit Gewalt gegen sich selbst einher. „Vielmehr geht es darum, die Angst wahrzunehmen, als solche zu erkennen und mit ihr ins freundschaftliche Gespräch zu kommen. Dadurch gewinnt man auch einen gewissen Abstand zu ihr.“ Versuchen Sie zudem, sich klar zu werden, ob Ihre Angst tatsächlich real ist. „Die meisten unserer Unglücksfantasien finden nur in unserem Kopf statt.“

3. Mut-Schritt: Hallo, Ich!
Wer bin ich, was will ich wirklich, was sind meine Werte, wofür lebe ich? Diese Fragen ehrlich zu beantworten, benötigt eine Menge Mut, macht aber auch mutig. „Wir treffen Fehlentscheidungen, weil wir uns nicht genügend gut kennen!“, sagt Wolfers. „Ein Wirrwarr an Stimmen kämpft in uns darum, gehört zu werden – mit etwas Übung gelingt es, zu erkennen, welche Stimmen berechtigt sind und uns zu einem erfüllteren Leben führen.“ Und: „Wenn abwehrende Impulse erst einmal bewusst werden, dann verlieren sie wie von selbst etwas von ihrer Macht.“ Wolfers rät zur aktiven Stille: „Die Stille ist der Ort, an dem sich das Herz traut zu sagen, was einem der Verstand vielleicht schon seit Langem auszureden versucht.“ Eine Orientierung nach innen statt nach außen ist grundlegend, um sich selbst kennenlernen und den persönlichen Weg gehen zu können. Das bedeute aber nicht, sich emotional abzuschotten – denn Verletzlichkeit „gehört zur Mitte unserer Existenz“, so Wolfers. „Erst wer Verletzlichkeit als Teil seines Lebens anerkennt, wird mit verunsichernden und schmerzhaften Erfahrungen konstruktiv umgehen können.“ Nur wenn wir das Risiko eingehen, verletzt zu werden, wird es möglich, „tatsächlich beherzt zu leben.“ Das gilt besonders für zwischenmenschliche Beziehungen, die eine wichtige Mutquelle darstellen.

4. Mut-Schritt: Achtsam durch den Alltag.
Es ist eine Illusion, dass uns „alle Möglichkeiten offenstehen“: Unser Leben ist endlich, unsere Chancen, Möglichkeiten und Entscheidungen somit begrenzt. „Das Leben gelingt in dem Maß, in dem ich im jeweiligen Augenblick präsent bin!“, betont Wolfers. Nutzen Sie kleine Freiräume im Alltag, um die Umgebung aktiv wahrzunehmen, tief durchzuatmen und ganz bei sich zu sein. „Wer innehält, findet einen Halt in sich selbst und wird fähig, mutig zu handeln. Ich erkenne mich selbst, meine Werte und meine Ängste besser.“ Erkennen Sie zudem, dass in Ihnen bereits ein Held steckt: „Mut ist immer dann an Bord, wenn Sie sich zeigen und engagieren, ohne den Ausgang kontrollieren zu können.“ Sie haben endlich Ihren Arzttermin wahrgenommen? Im Meeting Ihre Ideen vorm gesamten Team vorgestellt? Sich zu einem Date verabredet? Eine neue Speise probiert? Ganz schön mutig!

5. Mut-Schritt: Alt wird Neu
Brechen Sie aus Ihrer gewohnten Routine aus und lassen Sie alte Gewohnheiten hinter sich, auch wenn dies zuerst Angst schürt. „Sehen Sie jeden Tag als ersten Tag vom Rest Ihres Lebens!“, rät Wolfers. Verlassen Sie Ihre Komfortzone und wagen Sie Neues, beginnen Sie dabei mit kleinen Schritten: Das kann ein neues Stamm-Restaurant sein oder das Beginnen einer neuen Sportart. Sie sind reisebegeistert? Lernen Sie doch eine neue Sprache! In Beziehungen könnten Sie es sein, die über den eigenen Schatten springt und so den ersten Schritt in Richtung Veränderung tut. Sie werden merken: Neues macht Mut!

Übersicht zu diesem Artikel:
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