Freitag, 22. Februar 2019

Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2016.03

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - dundanim

Übergewicht zählt zu den größten gesundheitspolitischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts: Bereits jetzt sterben EU-weit jährlich 2,8 Millionen Menschen an den Folgen, die Zahl der erkrankten Kinder stieg zuletzt auf 16 Millionen an. Experten betonen, dass Übergewicht bereits im Kindesalter als chronische Erkrankung angesehen werden muss. Einer aktuellen OECD-Studie zufolge essen nur 1/3 der Mädchen und 1/4 der Buben wenigstens ein Stück Obst pro Tag. In Österreich, Finnland, Norwegen und Spanien nahm zudem die körperliche Aktivität der Jugendlichen im Alter von 11 bis 15 Jahren zuletzt um 50 Prozent ab, so Experten. Als Hauptursachen für Übergewicht gelten nach wie vor eine ungesunde Ernährung sowie mangelnde Bewegung. Das schadet nicht nur unserem Körper, sondern auch dem Gesundheitssystem: „Folgeerkrankungen wie Diabetes, Gelenksprobleme, psychische Diskriminierung und HerzKreislauf-Erkrankungen bringen öffentliche Gesundheitssysteme an den Rand der Finanzierbarkeit“, betont Prof. Dr. Kurt Widhalm, Präsident des ÖAIE (Österreichisches Akademisches Institut für Ernährungsmedizin). 7 Prozent der öffentlichen Gesundheitsausgaben stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit Adipositas.

Zu dick? Abnehmen dank aufgeräumter Küche!

Eine US-amerikanische Studie hat nun nachgewiesen, dass Küchen, in denen sich das schmutzige Geschirr in der Abwasch häuft und nichts an seinem Platz ist, in Zusammenhang mit Übergewicht stehen könnten. Forscher teilten Probandinnen per Zufallsprinzip einer ordentlichen sowie einer unordentlichen Küche zu – in jeder davon befand sich ein Schälchen mit Schokoladekeksen sowie eines mit Karotten. Das Ergebnis: In der schlampigen Küche bedienten sich die Probandinnen doppelt so häufig an den Keksen als in der ordentlichen. Karotten wurden gleich viel geknabbert. Die Forscher erklären das Ergebnis mit einem Naschlust-steigernden Effekt, der durch leichten Stress im Chaos ausgelöst wird.

Lebensqualität für Krebspatienten

Auch nach erfolgreicher Therapie benötigen viele Krebspatienten Hilfestellung im Umgang mit den physischen und psychischen Folgen der Behandlung. Krebs ist zunehmend als chronische Erkrankung zu sehen, das macht einen multiprofessionellen Ansatz in der Rehabilitation notwendig, sind sich Experten einig. Die Patienten werden in spezialisierten Behandlungskonzepten mit höchster medizinischer und therapeutischer Kompetenz unterstützt, um nach der Erkrankung wieder ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Eine österreichische Studie (des VAMED-Rehazentrums in St. Veit im Pongau) hat nun ergeben, dass bereits drei bis vier Wochen Rehabilitation eine enorme Verbesserung der Lebensqualität bringen. Die Zahl der Fälle von Angstzuständen und Depressionen konnte durch Rehabilitation halbiert werden, so die Studie, auch bei Therapie-Nachfolgeerscheinungen wie Mundtrockenheit, Erschöpfung, Schädigung des peripheren Nervensystems oder Inkontinenz konnten im Rahmen der Reha erhebliche Verbesserungen erkannt werden.

Zahl des Monats 39%

… der Arbeitnehmer weltweit sind depressionsgefährdet. Das ergab eine aktuelle Studie, die 14.734 Personen aus 34 führenden Unternehmen in 67 Ländern zum Thema „Gesundheit und Arbeit“ befragte. Die Gründe dafür, laut Studienleiter, sind der zunehmende Stress, komplexer werdende Arbeiten, ständige Erreichbarkeit, fehlendes Vertrauen zum Chef und Unsicherheit den Arbeitsplatz betreffend.

Im Einklang mit Zimmerpflanzen

Eine aktuelle Studie der BioTechMed-Unis in Graz entdeckte nun, dass pflanzen­assoziierte Mikroorganismen die komplexe Mikrobengemeinschaft in Innen­räumen positiv beeinflussen. Ohne dass wir es bewusst wahrnehmen, dürften diese Pflanzen-Mikroben auch mit den Mikroorganismen interagieren, die wir Menschen ununter­brochen mit und in uns tragen. Laut Studie gleicht aus der Sicht der Mikroorganismen ein gut begrünter Innenraum einem gemütlichen Kaffeehaus:  Mikroorganismen der Raumluft und der Raumoberflächen (zum Beispiel Wände und Böden), Mikroben der Pflanzen sowie der menschlichen Mitbewohner treffen aufeinander und können sich austauschen und neue, positive Gemeinschaften knüpfen.

30-80-50-Regel bei Bluthochdruck

Die Deutsche Hochdruckliga (DHL) bestätigte nun offiziell die US-Leitlinien zur Früherkennung von Bluthochdruck, die sich an die sogenannte 30-50-80-Regel hält: Jeder Mensch über 30 Jahre sollte seinen Blutdruck kennen, bei allen über 50-Jährigen sollte ein zu hoher Blutdruck richtig eingestellt sein, um im Alter von 80 Jahren Behinderungen durch Folgekrankheiten wie Schlaganfall oder Herzinfarkt zu vermeiden. Die Leitlinie empfiehlt Erwachsenen ab dem 18. Lebensjahr, alle drei bis fünf Jahre den Blutdruck kontrollieren zu lassen. Ab dem 40. Lebensjahr sollten jährliche Kontrollen erfolgen. Dies gilt auch für jüngere Menschen, wenn sie übergewichtig sind.

Yoga - Gut für Herz und Seele

Eine aktuelle US-amerikanische Studie bestätigt nun, dass regelmäßig durchgeführte Yoga-Übungen dabei helfen, einen unregelmäßigen Herzschlag, aber auch Angst- und Depressionszustände zu reduzieren. Zudem werde durch Yoga auch das soziale und mentale Wohlbefinden gefördert, so die Forscher. Um diese positiven Auswirkungen aber tatsächlich zu spüren, sollte mindestens dreimal wöchentlich Yoga praktiziert werden, am besten in einer geleiteten Gruppe. Schon frühere – nationale sowie internationale – Studien verwiesen auf den positiven Gesundheitsaspekt dieser Sportart: So soll Yoga auch bei Asthma, Diabetes, Entzündungsvorgängen, Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Rückenproblemen helfen.

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-02 130x173

Aktuelles Heft 02/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. März

 

Unsere Ausgabe 12/2018-01/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Sind Sie zu Ihrem Arzt immer ehrlich?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information