Montag, 18. Februar 2019

Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 04.2015

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.


Foto: Alexandra H. - pixelio.de

 

Der Gesundheitstourismus boomt, Wellness­hotels, Thermen und Kurkliniken werden immer beliebter.
Aber auf welche Aspekte achten hier Herr und Frau Österreicher besonders?

Dieser Frage ist eine neue Studie der ÖQA (Österreichische Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Qualität), die insgesamt 1.000 Österreicherinnen und Österreicher zwischen 14 und 69 Jahren befragte, nachgegangen.
Das Ergebnis: Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ist den Österreichern bei einem Gesundheitsurlaub am wichtigsten – dieser Punkt landete mit 77,4 % auf Platz 1. Weitere wichtige Kriterien: hohe Hygiene- und Sauberkeitsstandards (75,1 %), freundliches und bestens geschultes Personal (67,9 %), Erholung (64,2 %) sowie tatsächliche Verfügbarkeit der beworbenen Dienstleistungen und Services vor Ort (61,9 %). Nicht immer werden diese Kriterien erfüllt: Jeder sechste Befragte gab an, von den tatsächlichen Leistungen enttäuscht gewesen zu sein.

Zöliakie

Nicht immer nachweisbar

Zöliakie, also Glutenunverträglichkeit, ist eine Autoimmunerkrankung. Das heißt: Nimmt der Betroffene Gluten zu sich, bildet das Immunsystem Antikörper gegen die Dünndarmzellen, was zu einer Entzündung der Schleimhaut führt. Betroffene klagen meist über Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen, aber auch depressive Verstimmungen oder Benommenheitsgefühle sind nicht selten. Die Diagnosestellung geschieht in der Regel mittels Blutuntersuchung. Aber: Der Test fällt mitunter negativ aus, obwohl der Patient auf jede Semmel, jede Portion Pasta mit heftigen Bauchschmerzen reagiert. Wie kann das sein? Eine US-amerikanische Studie bewies nun, dass Zöliakie nicht zwangsweise im Blut nachweisbar sein muss. Die Forscher verabreichten 59 Probanden, die zwar einen negativen Bluttest aufwiesen, trotzdem glutenhaltige Lebensmittel nicht zu vertragen schienen, eine Woche lang fünf Gramm Gluten-Pillen – oder aber nur ein Placebo. Das Ergebnis: Ausschließlich die Personen aus der Gluten-Gruppe zeigten typische Beschwerden. Aussagkräftiger als ein Bluttest, so die Forscher, sei deshalb ein Ernährungstest, bei dem für einen bestimmten Zeitraum vollkommen auf Gluten verzichtet wird.

Saunieren stärkt unser Herz

Gute Nachrichten für alle Saunafans: Eine finnische Studie bewies nun, dass sich häufige Saunagänge positiv auf die Herzgesundheit auswirken – zumindest bei Männern, denn Frauen wurden bei der Studie nicht berücksichtigt. Laut der Studie weisen Männer, die statt einmal zwei- oder dreimal wöchentlich die Sauna besuchen, ein 22 % geringeres Risiko auf, an einem Herzinfarkt zu sterben. Wer die Zeit hat, täglich zu saunieren, verringert das Risiko eines Herzinfarktes sogar um 63 %. Auch erleiden Männer, die mehrmals in der Woche die Sauna aufsuchen, weniger oft eine koronare Herzkrankheit: Zwei wöchentliche Saunagänge verringern das Risiko um 23 %, vier bis sieben Saunagänge um 48 %. Wichtig ist aber, so die Forscher, jeweils mindestens 19 Minuten lang zu saunieren. Untersucht wurden insgesamt 2.315 Männer zwischen 42 und 60 Jahren.

Gut für die Bauchspeicheldrüse - Magnesiummangel erhöht das Krebsrisiko

Eine europäische Studie, an der 472.000 Personen teilnahmen, untersuchte den Zusammenhang zwischen Magnesiummangel und der Entstehung eines Karzinoms an der Bauchspeicheldrüse. Das Ergebnis: Erhöht man den täglichen Magnesiumkonsum um 100 mg, sinkt das Pankreaskrebs-Risiko um 21 %. Verarbeitet wurden auch Ergebnisse einer Studie aus Großbritannien. Diese belegte, dass Männer mit einer hohen Magnesiumaufnahme (423 mg tägl.) ein um 33 % geringeres Erkrankungsrisiko aufweisen als jene mit einem Magnesiummangel (281 mg/Tag). Magnesiumreiche Lebensmittel sind u. a. Vollkornprodukte, Kürbiskerne, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Bananen, Himbeeren, Kiwis und Kakao.

Gut für die Zähne - Dieser schwarze Kaffee ist gut für die Zähne

Eine neue Erkenntnis in der Zahnmedizin wird alle Kaffee-Liebhaber freuen: Brasilianische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass eine ganz bestimmte Sorte Kaffeebohnen – nämlich die Coffea canephora – antibakterielle Eigenschaften besitzt. Das Trinken (moderater!) Mengen dieser Kaffeesorte bewirkt, dass ein etwaiger bakterieller Biofilm aufgespalten wird. Verantwortlich dafür könnten Polyphenol-Antioxidantien sein. Die gute Nachricht: Diese Kaffeebohnensorte kommt in 30 Prozent aller Kaffeemischungen vor (einfach auf die Packung schauen!). Die (eventuell) schlechte: Die Wirkung tritt nur bei stark aufgebrühtem und purem Kaffee (ohne Zucker und Milch) ein.

Medikamente &Nahrungsmittel nicht falsch kombinieren

Das Deutsche Grüne Kreuz wies vor Kurzem darauf hin, dass viele Nahrungsmittel die Wirkung von Medikamenten verstärken oder abschwächen, in Einzelfällen kann es sogar zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Mit Milch oder Milchprodukten sollte man beispielsweise keine Osteoporose-Tabletten, Fluoride, Schilddrüsenhormone oder bestimmte Antibiotika einnehmen.Denn das Kalzium der Milch verhindert, dass die Wirkstoffe in die Blutbahn gelangen und vom Körper richtig aufgenommen werden. Achtung: Auch Sojaprodukte können die Aufnahme vermindern! Grapefruitsaft hingegen verstärkt die Wirkung vieler blutdrucksenkender Mittel wie Betablocker, Schmerz- und Schlafmittel oder Antiallergika. Bei Herztabletten mit dem Wirkstoff Nifedipin kann es in Kombination mit Grapefruit zu Blutdruckabfall, Herzrasen und Kopfschmerzen kommen. Die Experten betonen weiter, dass auch Müsli und Brot Probleme machen können, wenn man Schmerzmittel einnehmen muss: Diese wirken so nämlich deutlich geringer. Und, klar: Alkohol und Medikamente vertragen sich sowieso niemals!

Aktuell

Die stille Gefahr Hormontherapie

Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen: Viele Frauen erleben die Wechseljahre als eine Art „zweite Pubertät“, bei der der Körper verrücktspielt und sich nachhaltig zu verändern beginnt. Gegen akute Beschwerden kann eine Hormonersatztherapie helfen, weshalb Ärzte gerne Östrogen oder Progesteron verschreiben, um die Wechseljahre für die Frau erträglicher zu machen. Mittlerweile aber findet eine internationale Metastudie (ausgewertet wurden 52 Studien aus Nordamerika, Europa und Australien) immer größere Beachtung in der Frauenmedizin. Diese bewies nämlich, dass eine Hormontherapie nicht nur das Brustkrebsrisiko steigen lässt – was bereits seit Längerem bekannt war –, sondern auch die Gefahr, ein Eierstockkarzinom zu entwickeln, erhöht. Im Rahmen der Metastudie wurden  insgesamt 21.500 Fälle von Eierstockkrebs ausgewertet.

 

 

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