Montag, 16. September 2019

Medikamente aus dem Internet

Ausgabe 07-08.2014

Rezeptfreie Arzneimittel können auch per Internet-Klick in einer Online-Apotheke bestellt werden. Damit lässt sich bereits jetzt eine Menge Geld sparen! Mitte 2015 soll auch innerhalb Österreichs das Versandverbot fallen.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - stokkete

Diese Zahlen haben es in sich! Unter www.medikamentenpreise.at fiel vor Kurzem der Startschuss für einen Internet-Preisvergleich, der rund 3.000 nicht rezeptpflichtige und in Österreich registrierte Arzneimittel berücksichtigt. Das Ergebnis: Österreichische Patienten könnten mehrere Hundert Millionen Euro pro Jahr einsparen, wenn sie Preise kritisch unter die Lupe nehmen würden. Der deutsche Initiator der Homepage, Jens Apermann, listet hier acht seriöse Apotheken mit fairen Angebotsvoraussetzungen auf, die den österreichischen Markt beliefern, und bietet den Nutzern die Möglichkeit der Gegenüberstellung von Preisen. „Ich wollte meine Erfahrungen, die ich in Deutschland sammeln konnte, auch österreichischen Konsumenten weitergeben und ihnen zeigen, welche Möglichkeiten der professionelle Medikamentenversandhandel bietet“, so Apermann.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Preisrabatte von durchschnittlich 30 bis 40 Prozent im Vergleich zu lokalen Apotheken,
  • bequeme/unkomplizierte Bestellmodalitäten rund um die Uhr ohne lange Weg-/Wartezeiten,
  • die Lieferung nach Hause,
  • Diskretion, wenn es um den Erwerb von möglicherweise vorurteilsbehafteten Präparaten wie z. B. Haarwuchsmittel, Diätshakes oder Schwangerschaftstests geht.

 

Neutraler Preisvergleich im Netz

Der unabhängige und nicht kommerzielle Preisvergleich www.medikamentenpreise.at ist ein privates Projekt von Jens Apermann, der sich seit 1999 – als einer der Gründer der Versandapotheke DocMorris – mit dem Apothekenversandhandel beschäftigt. Angeführt sind rund 95 % aller rezeptfrei erhältlichen und zugelassenen österreichischen Arzneimittel und Apothekenprodukte. Insgesamt sind acht Apotheken gelistet, die österreichische Medikamente an österreichische Patienten versenden. Diese seriöse Seite legt Wert darauf, in Gesundheitsfragen keinesfalls die Beratung durch einen Arzt ersetzen zu wollen.

Breite Angebotspalette. Vor allem jene Patienten, die mit dem jeweiligen Arzneimittel gut vertraut sind, profitieren vom Versandapothekenhandel: Sie können ihren Bedarf im Voraus decken und sparen sich ab einem bestimmten Bestellwert jegliche Versandkosten. Zusatz-Plus: Mithilfe der gezielten Medikamentensuche nach Kategorien stößt man auf sämtliche Präparate, die auf dem Markt für das jeweilige Anwendungsgebiet offeriert werden. Man kann aus einer größeren Angebotspalette als beim Besuch in der lokalen Apotheke wählen und entdeckt vielleicht völlig neue Medikamente. Detaillierte Produktbeschreibungen informieren über das einzelne Präparat, und wer sich im Zweifelsfall ergänzend beraten lassen möchte, hat die Möglichkeit, sich telefonisch via Hotline Auskunft zu holen. Falls das verschickte Medikament fehlerhaft ist oder innerhalb der nächsten zwölf Monate ablaufen sollte, kann das Paket retourniert werden. „Ein expliziter Grund für die Rückgabe muss zwar nicht genannt werden. Als bewusst denkender Konsument sollte einem aber klar sein, dass jede Arzneimittel-Retoure sofort vernichtet wird“, so Apermann.

Seriosität prüfen. Freilich muss bei Bestellungen im Internet immer Wert auf die Seriosität der Anbieter gelegt werden, um potenziellen Arzneimittelfälschern nicht in die Arme zu laufen. Apermann garantiert dieses Kriterium für all jene acht Apothekenanbieter, die er auf seiner Website anführt, und gibt Tipps zur Prüfung der Rechtmäßigkeit von anderen Versandapotheken: „Studieren Sie das Impressum und achten Sie darauf, dass eine geografische Adresse angegeben ist. Eine Adresse ist keinesfalls ein Postfach, sondern muss einen Straßennamen, eine Hausnummer, Postleitzahl und Ort enthalten. Außerdem muss ein verantwortlicher Apotheker namentlich genannt werden, um die Vertrauenswürdigkeit des Unternehmens zu gewährleisten.“ Ist zusätzlich eine Behörde gelistet, die dieser Apotheke eine Betriebserlaubnis erteilt hat und diese beaufsichtigt, können Gedanken über kriminelle Machenschaften getrost beiseitegeschoben werden.

In Österreich ab 2015. In Ländern wie Großbritannien, Deutschland und der Schweiz hat sich das System „Versandapotheke“ bereits bewährt und findet großen Anklang. Auch in Österreich wächst der Zuspruch. Einer im Februar 2014 in Österreich durchgeführten Studie des Beratungsunternehmens Sempora zufolge kennen 63 Prozent der befragten Verbraucher Versandapotheken, 30 Prozent haben schon dort eingekauft. „Das ist ein positiveres Ergebnis, als wir es erwartet hätten“, stellt Dr. Hagen Sexauer, Principal bei der Strategieberatung Sempora Consulting und Studienautor, fest. „Offensichtlich ist in Österreich das Bestellen über das Internet bei den Verbrauchern angekommen.“ Derzeit wird der heimische Markt von mehr als einem Dutzend Online-Apotheken bedient, die allesamt ihren Firmensitz im Ausland haben. Der Einstieg von ortsansässigen Apotheken in den Versandhandel ist zwar dank EU-Rechts bereits erlaubt, das bundeseigene Arzneimittelgesetz hinkt allerdings noch hinterher. Man wartet auf die Ausarbeitung einer österreichischen Verordnung, die diese EU-Vorgabe umsetzen und detailliert regeln soll. Ziel ist, dass auch österreichische Apotheken an österreichische Verbraucher versenden können. „Diese Verordnung soll in Kraft treten, nachdem die EU ein Qualitätssiegel zur Prüfung von Seriosität und Vertrauenswürdigkeit entwickelt hat“, erklärt Apermann. „Frühestens ab der zweiten Jahreshälfte 2015 kann dann auch der Markt für die österreichischen Apotheken mit Sitz in Österreich offiziell eröffnet werden“, ergänzt Apermann.
 
Click & Collect als Alternative. Zwischenzeitlich hat der Österreichische Apothekerverband das Webportal www.apodirekt.at als Alternative ins Leben gerufen. Basierend auf dem „Click & Collect“-System können Kunden ihre Medikamentenwünsche online zusammenstellen und diese in einer ortsansässigen Apotheke ihrer Wahl abholen. Ersparnis gibt es dabei freilich keine

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