Donnerstag, 23. Mai 2019

Lieben, laufen, lernen für ein langes gesundes Leben

Ausgabe 2018.12-2019.01
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Gesund alt werden – wer wünscht sich das nicht? Alternsforscher Prof. Dr. Georg Wick erklärt in GESÜNDER LEBEN, wie man mit der 3-L-Formel selbst viel dazu beitragen kann, dieses Ziel zu erreichen.


Foto: iStock-GlobalStock

 

Hauptsache gesund!“ Diesen Wunsch hört man so oder in anderen Worten oft auf die Frage, was man sich denn vom Leben wünsche. Was in jungen Jahren wie selbstverständlich erscheint, bereitet im Alter mit abnehmender Leistungsfähigkeit und zunehmender Gebrechlichkeit immer mehr Kopfzerbrechen. Wie wir altern, basiert einerseits auf genetischen Faktoren und wird andererseits durch Umweltbedingungen beeinflusst. Ein weiterer großer Teil hängt jedoch vom persönlichen Lebensstil ab. Somit haben wir auch selbst Einfluss darauf, mit zunehmendem Alter geistig und körperlich fit zu bleiben. Der Innsbrucker Pathologe, Immunologe und Alternsforscher Prof. Dr. Georg Wick hat dafür die 3-L-Formel geprägt: Lieben, Laufen, Lernen.

All we need is love
„Wer bis ins hohe Alter eine Partnerin oder einen Partner hat, genießt ein großes Glück“, so Wick. „Doch mit Liebe meine ich nicht nur die körperliche Liebe und Zärtlichkeit, sondern ganz allgemein zwischenmenschliche Beziehungen.“ Wie sehr Freundschaften und soziale Beziehungen das körperliche und seelische Wohlbefinden beeinflussen, belegen auch jüngste Ergebnisse einer Studie der Universität Harvard. Die Forscher befassten sich mit der Frage, was Menschen im Alter gesund hält, und zogen eine Langzeitstudie heran, die über acht Jahrzehnte gelaufen ist. Neben Informationen zum Lebensstil der Studienteilnehmer wie etwa dem Essverhalten wurde auch das Sozialleben unter die Lupe genommen. Das Ergebnis fasste Studienleiter Robert Waldinger, Professor für Psychologie, in wenigen Worten zusammen: „Einsamkeit tötet. Sie ist so mächtig wie Rauchen und Alkoholismus.“ Der rege Austausch mit Freunden und Familienmitgliedern halte hingegen ältere Menschen gesund. „Freunde sind nie so wichtig wie im Alter“, bestätigt auch Georg Wick. Als bestes Beispiel führt der Forscher seine Mutter an, die das hohe Alter von 98 Jahren erreichte. „Ich habe sie täglich angerufen, aber oft nicht erreicht. Bis kurz vor ihrem Tod spielte sie täglich Bridge – entweder bei Freundinnen oder sie hatte selbst Besuch.“ Wichtig dabei: Engagement und Eigeninitiative, so der Wissenschafter. „Freunde hat man nur, wenn man selbst ein Freund ist. Man kann nicht erwarten, dass man eingeladen wird, wenn man nicht auch selbst aktiv wird.“
Gerade der Tod des Partners stürzt jedoch viele Menschen in ein tiefes Loch. Sie reagieren mit sozialem Rückzug, vernachlässigen Kontakte, vereinsamen schließlich. Neue Modelle für das Leben im Alter versuchen dieser Entwicklung entgegenzuwirken. So verbinden Initiativen wie WGE! Wien unterschiedliche Generationen: Hier finden ältere Menschen jüngere WG-Partner und beide profitieren von der Mischung aus Alt und Jung. Auch Senioren- und Altersheime probieren neue Ansätze. So wird in der jüngst eröffneten Pflegeeinrichtung in Wien-Liesing „Am Maurer Berg – St. Josef“ das familienähnliche Modell der Hausgemeinschaften gelebt, das soziale Kontakte fördern soll: Jeweils rund zehn Bewohner teilen sich Küche und Wohnzimmer, kochen, plaudern und leben gemeinsam.
Doch nicht nur zwischenmenschliche Beziehungen fallen in den Bereich „Liebe“ – auch jene zu vierbeinigen oder gefiederten Gefährten. Dass Tiere Menschen guttun, wussten schon Mönche im 18. Jahrhundert, die bei der Behandlung von seelischen Erkrankungen auch auf tierische Unterstützung zurückgriffen. Animalische Begleiter steigern aber nicht nur das seelische Wohlbefinden und sorgen dafür, dass Menschen sich weniger einsam fühlen. Sie unterstützen auch die körperliche Gesundheit. Studien belegen, dass bereits die pure Anwesenheit eines Haustieres positive Auswirkungen auf Puls und Blutdruck haben. Vor allem Hundebesitzer profitieren von einem weiteren Vorteil – allein durch das tägliche Gassigehen bauen sie regelmäßige Bewegung in ihren Alltag ein. Ein essenzieller Faktor auf dem Weg ins gesunde Alter, wie auch Georg Wick überzeugt ist.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Lieben, laufen, lernen für ein langes gesundes Leben
Seite 2 Wer rastet, der rostet

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