Montag, 26. Oktober 2020

Liebe dein Herz - Das Herz vor Angriffen schützen

Ausgabe 2016.05
Seite 2 von 3

 

Das Herz vor Angriffen schützen. Auch wenn sie auf den ersten Blick gar nichts miteinander zu tun haben: Entzündungen im Mund-, Zahn- undKieferbereich können als Folge auch das Herz schädigen, weil gefährliche Bakterien über das wunde Zahnfleisch in die Blutbahn gelangen. Menschen mit Parodontitis haben daher ein höheres Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Podczeck-Schweighofer: „Sorgfältige Mundhygiene und regelmäßige Zahnarztbesuche nützen daher nicht nur dem Gebiss.“ Forscher haben zudem entdeckt, dass auch Infektionen wie Mandelentzündungen oder Angina als Spätfolge lebensbedrohliche Herzerkrankungen auslösen können, wenn sie nicht angemessen behandelt werden. Doch nicht nur Bakterien, auch Viren können sich aufs Herz schlagen. Der Hintergrund: Grippale Infekte und auch die echte Grippe (Influenza) werden oft nicht richtig auskuriert, Sportler trainieren oft aus falschem Ehrgeiz weiter. Die bekannteste Folge davon ist der Sekundentod. Daher gilt: „Bei fieberhaften Infekten besteht immer absolutes Sportverbot.“ Tückisch: Die Viren verursachen häufig keine eindeutigen Beschwerden. Daher sollte man unklare Fieberschübe unbedingt vom Arzt abklären lassen. Eine schwere virale Herzmuskelentzündung kann schließlich auch zu einer chronischen Herzschwäche führen.

Männer- und frauenherzen

Wie Sie einem drohenden Herzinfarkt vorbeugen

Frisch verliebt nimmt man es gerne wahr. Dieses Gefühl, als ob das Herz bis zum Hals schlägt. Das leichte Druckgefühl ab und zu wird schon nichts Ernstes sein. Und einen Infarkt bekommen sowieso nur gestresste Manager über 40.
Die Wahrheit ist: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind auch bei Frauen die Todesursache Nummer 1. Auch wenn Frauen gegenüber Männern einen großen Vorteil haben: Bis zu den Wechseljahren sind sie weitgehend durch die weiblichen Hormone, die Östrogene, vor Herzerkrankungen geschützt. Deshalb liegt der weibliche Altersgipfel bei Herzinfarkten bei 55 Jahren. Männer müssen schon ab 30 mit diesem Ereignis rechnen.

Aber auch die weiblichen Hormone sind keine unbesiegbare Leibgarde. Immer mehr Raucherinnen sind bereits in jungen Jahren betroffen: Zufallsdiagnose Herzinfarkt. Die Einnahme der Pille und erhöhte Cholesterinwerte im Blut steigern zusätzlich das Risiko. Dazu kommt, dass der Herzinfarkt bei Frauen nach wie vor in vielen Fällen rein zufällig diagnostiziert wird – auch deshalb, weil sich ein Herzinfarkt bei Frauen viel unscheinbarer äußern kann.

Während Männer oft über Schmerzen in den Armen klagen, in Schweiß ausbrechen und Todesangst empfinden, zeigt sich ein Herzinfarkt bei Frauen häufig mit allgemeinen Symptomen wie Bauch- oder Rückenschmerzen, Unwohlsein, Schwächegefühl, Atemnot oder Schwindelanfällen.

Bis zu den Wechseljahren sind Frauen durch die Östrogene weitgehend vor Herzerkrankungen geschützt.

Genügend Schlaf und gute Fette machen stark. Schlafmangel ist eine weitere Sünde, die unser Herz auf Dauer nicht verzeiht: Wer täglich nur fünf Stunden schläft, erhöht sein Sterberisiko langfristig um 70 Prozent. Optimal für ein langes Leben sind laut Studien übrigens sieben Stunden Nachtruhe. „Auch Lärm, Luftschadstoffe und vor allem ungesunde Ernährung können dem Herzen zusetzen“, so die Herzspezialistin. Die gute Nachricht: Viele Fette in unserer Nahrung sind weit besser als ihr Ruf. Früher wurde häufig dazu geraten, Fette generell zu vermeiden. Heute weiß man hingegen, dass vor allem Pflanzenöle wie das Olivenöl wichtige Vitaminlieferanten sind und auch noch mit anderen wichtigen Inhaltsstoffen punkten, die den Cholesterinspiegel und die Herzgesundheit positiv beeinflussen. Die sogenannten Transfette haben hingegen keinerlei positiven Effekte auf die Gesundheit – ganz im Gegenteil. Sie entstehen bei der industriellen Teilhärtung von Pflanzenölen und stecken vor allem in frittierten Gerichten und kommerziell hergestellten Backwaren wie Croissants oder Chips. Diese Industriefette sind die wahren Übeltäter: Sie fördern das „schlechte“ LDL-Cholesterin, Entzündungen und Insulinresistenz, die zu Diabetes führt. Die logische Schlussfolgerung daraus: Mit einer abwechslungsreichen, möglichst naturbelassenen Ernährung und einem bewussten Lebensstil beugt man nicht nur Übergewicht und Diabetes vor, man stärkt auch gleichzeitig sein Herz.

Broken-Heart-Syndrom

Gefahr durch Liebeskummer

Stress und Kummer können sich spürbar aufs Herz schlagen: Es krampft sich zusammen, die Brust schmerzt. Ursache ist aber keine verstopfte Ader wie beim Herzinfarkt, sondern eine stressbedingte Verengung der Herzkranzgefäße. Das sogenannte Broken-Heart-Syndrom kommt mit ähnlichen Symptomen daher wie ein Herzinfarkt – ist aber weniger gefährlich. „Betroffen sind Menschen, die abrupt existenziell in Not sind, etwa weil plötzlich die ganze Lebensgrundlage entzogen ist“, sagt Jürgen Pache, Chefarzt der Kardiologie an der deutschen Schön Klinik Starnberger See. Zunächst wurde das Gebrochene-Herz-Syndrom vor allem bei älteren Frauen festgestellt, die ihren Mann verloren hatten. Mediziner in Japan beschrieben das Phänomen als erste, inzwischen wurden in einem internationalen Register 1.700 Fälle gesammelt, um das eher seltene Phänomen besser zu verstehen. Das Broken-Heart-Syndrom kann auch nach körperlicher Belastung oder im Zusammenhang mit sehr starken körperlichen Schmerzen auftreten. Mit etwa zwei bis drei Prozent ist die Sterblichkeit beim Broken-Heart-Syndrom gering. Dennoch handelt es sich dabei um einen Notfall: Bei Symptomen wie Enge in der Brust, Atemnot und Herzrasen immer sofort die Rettung verständigen!

Bei Symptomen wie Enge in der Brust, Atemnot und Herzrasen immer sofort die Rettung verständigen!

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Liebe dein Herz
Seite 2 Das Herz vor Angriffen schützen
Seite 3 Die 5 größten Feinde für das Herz

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