Sonntag, 22. September 2019

Liebe dein Herz

Ausgabe 04.2015
Seite 1 von 2

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören österreichweit zu den häufigsten Todesursachen. Grund genug, besser auf sein Herz zu achten und einen Lebensstil zu pflegen, der den kleinen Muskel mit der großen Ausdauer gesund hält. gesünder leben zeigt, wie das geht.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - rfcansole

Hut ab vor unserem Herzen! Oder wussten Sie, dass der zentrale Motor unseres Blutkreislaufs mit seinen 0,003 PS und einem Gewicht von etwa 300 Gramm eine Tagesarbeit verrichtet, die ausreichen würde, um einen 10 Tonnen schweren Eisenblock 1 Meter hochzuheben? Kein Zweifel, das Herz ist ein bemerkenswertes Hochleistungsorgan. Mit jedem Herzschlag pumpt es ca. 70 ml Blut in den Kreislauf. Berücksichtigt man 70 Herzaktionen pro Minute, werden ungefähr 5 Liter, in einer Stunde folglich 300 Liter gefördert. Summa summarum wälzt es daher pro Tag über 7.600 Liter Blut im menschlichen Körper um. Das entspricht – zur Veranschaulichung – ca. 50 vollen Badewannen. Dabei pulsiert das beeindruckende Pumpwerk im Laufe eines rund 80-jährigen Lebens fast 3 Milliarden Mal und versorgt – über ein ca. 100.000 Kilometer langes Gefäßnetz – alle Körperorgane mit Blut, Nährstoffen, Vitaminen, Hormonen und Salzen. Wenig überraschend also, dass das Herz unser wichtigster Muskel ist.

Das Herz

Zweiter Name: Myokard (lat.: myocardium)
Art: Hohlmuskel
Größe: entspricht einer leicht geöffneten Männerfaust
Gewicht: ca. 300 Gramm
Vier Abschnitte: Zwei Vorhöfe und zwei Kammern. Die Vorhöfe haben die Aufgabe, das aus Körperkreislauf und Lunge kommende Blut zu sammeln und den Kammern zuzuführen. Aus den Kammern wird das Blut in die große Körperschlagader bzw. in die Lungenstrombahn gepumpt.
Leistung: ca. 70 Herzaktionen pro Minute. An einem Tag werden über 7.000 Liter Blut umgewälzt. Durchschnittlich dauert es eine Minute, bis das Blut einmal durch den gesamten Körper gekreist ist.
Mag: ausgewogene Ernährung (v. a. Obst, Gemüse und Seefisch), regelmäßige Bewegung und kleine Pausen im Alltag.
Mag nicht: Zigaretten, Alkohol, fettes Essen, Energy-Drinks, zu salzige oder zu süße Speisen.

Frauenherzen leiden anders. Alterungsprozesse können dazu führen, dass das Herz im Laufe von Jahren seine lebenserhaltenden Maßnahmen einschränkt bzw. leistungsschwächer vornimmt. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen tragen dazu bei. Allein in Österreich haben sie, laut Statistik Austria, im Jahr 2013 rund 42,9 % aller Todesfälle verursacht. „Frauen sterben häufiger an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung; allerdings ziehen sie sich diese um ca. 10 bis 15 Jahre später als Männer zu. Daher haben sie auch oft schwere Infarkte. Man vermutet, dass die weiblichen Geschlechtshormone, deren schützender Effekt mit Beginn der Wechseljahre nachlässt, dafür verantwortlich sind“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Gerald Maurer, Vorstand der kardiologischen Abteilung der Medizinischen Universität Wien. Zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen koronare Herzerkrankungen (KHK), bei denen sich die Herzkranzgefäße durch Ablagerungen verengen und der Blutfluss eingeschränkt wird. Die möglichen Folgen: Herzinfarkt, Herzinsuffizienz oder Herzmuskelschwäche. „Häufiger als oft angenommen treten auch Herzklappenerkrankungen auf. Vor allem die ,Aortenstenose’, dabei handelt es sich um eine Verengung der Klappe zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader, ist öfters bei älteren Menschen anzutreffen.“ Neben einer genetischen Prädisposition ist in vielen Fällen auch unser Lebensstil der Übeltäter für die Entstehung dieser Erkrankungen.

Gefahr Blutfette. Die fettähnlichen Substanzen im Blut, auch Lipide genannt, tragen, sofern sie im Übermaß vorhanden sind, zur Schädigung der Blutgefäße und damit zur Entstehung von Herzerkrankungen bei. Am besten bekannt ist das Cholesterin, das ein wesentlicher Baustein von Zellwänden ist und sich schützend auf Nervenbahnen legt. Es ist u. a. für die Bildung von Gallensäure (wichtig für die Fettverdauung!), Hormonen und Vitamin D notwendig. Etwa ein Drittel des Cholesterins nehmen wir mit der Nahrung auf und beeinflussen dadurch das maßgebliche mathematische Verhältnis von „schlechtem“ LDL- (low density lipoprotein) und „gutem“ HDL (high density lipoprotein)-Wert. Übersteigt der LDL-Wert den HDL-Wert um das Dreifache, ist das Risiko, eine Herz- und Gefäßerkrankung zu erleiden, erhöht.

Gefahr Bluthochdruck. Laut WHO gelten alle Blutdruckwerte, die mehrmals am Tag über 140 : 90 mmHg liegen, als zu hoch. Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, übermäßiger Salzkonsum, chronischer Stress oder familiäre Veranlagung sind u. a. für Hypertonie, wie der Bluthochdruck im Fachjargon heißt, verantwortlich. „Die möglichen Folgen sind schwerwiegend: Durchblutungsstörungen, Gefäßverkalkung oder Herzinfarkt sind nur drei der zahlreichen unerwünschten Begleiterscheinungen. Für den Schlaganfall ist der Bluthochdruck sogar der wichtigste Risikofaktor“, weiß Maurer.

Gefahr Übergewicht. Bluthochdruck und überhöhte Cholesterinwerte sind zu einem großen Teil auf Übergewicht zurückzuführen. Daher gehört auch das „Zuviel auf der Waage“ zu einem Risikofaktor, wenn es um Herzerkrankungen geht. Vor allem die Körperfettverteilung spielt hier eine Rolle: Die Ansammlung von Fettzellen im Bauchbereich ist ein Zeichen von erhöhtem Risiko.

Gefahr Rauchen. Durch Nikotin wird eine – oft stille – Stressreaktionskette ausgelöst. „Bereits eine Zigarette verändert den Blutfluss zum Herzen. Herzfrequenz und Blutdruck steigen an. Der Herzmuskel verbraucht mehr Sauerstoff“, so Maurer. Langfristig kommt es auch zu einer starken Zunahme der Atherosklerose. Die Blutgefäße verengen sich und die Thromboseneigung nimmt zu. „Vor allem bei jungen Frauen, die rauchen und die Anti-Baby-Pille einnehmen, besteht eine erhöhte Gefahr, vorzeitig an Herzinfarkten und Lungenembolien zu erkranken“, betont der Kardiologe. Studien konnten zudem belegen, dass Raucher fast doppelt so häufig an Herz-Kreislauf-Problemen sterben als Nichtraucher.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Liebe dein Herz
Seite 2 Herz

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-09 130x173

Aktuelles Heft 09/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 4. Oktober

 

Unsere Ausgabe 07-08/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Hand aufs Herz – wie nutzen Sie Ihr Handy?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information