Dienstag, 21. Mai 2019

Liebe dein Herz

Ausgabe 06.2014
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Herzschwäche ist alles andere als eine harmlose Erkrankung. Wir zeigen, wie Sie in sieben einfachen Schritten zu mehr Lebensqualität finden.


Foto:©Can Stock Photo Inc. - lunamarina

Allein in Österreich leiden 250.000 bis 300.000 Menschen unter einer Herzschwäche (med. Herzinsuffizienz). Europaweit sind es mehr als zehn Millionen und aufgrund der stetig steigenden Lebenserwartung wird die Zahl der Neuerkrankungen weiter zunehmen. Auf die leichte Schulter darf diese Krankheit jedenfalls nicht genommen werden, immerhin ist das Herz jene Pumpe, die das Blut durch den Körper fließen lässt und uns somit am Leben hält. Und bei einer Herzinsuffizienz ist dieser Motor des menschlichen Kreislaufs nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Primar Dr. Martin Frömmel, Leiter der I. Medizinischen Abteilung am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien: „Dadurch kommt es zu einer Unterversorgung des Organismus mit Sauerstoff und Nährstoffen und zu einem Rückstau von Wasser.“

Hand aufs Herz!

Cover HerzLeiden Sie an einer Herzinsuffizienz und können Sie eine oder mehrere der folgenden Fragen mit einem Ja beantworten, rufen Sie sofort Ihren Arzt oder die Rettung!

  • Haben Sie in den letzten 1 bis 3 Tagen mehr als 2 kg zugenommen?
  • Leiden Sie unter Atemnot und/oder werden Sie rascher müde?
  • Können Sie nachts nicht mehr schlafen oder flach liegen?
  • Haben Sie Schwindelanfälle und/oder sind Sie ohnmächtig geworden?
  • Sind Ihre Beine und/oder Ihr Bauch plötzlich stark angeschwollen?
  • Haben Sie anhaltende Brustschmerzen?
  • Rast oder schlägt Ihr Herz unregelmäßig?

Experten für Ihr Herz. Während sich die Symptome einer chronischen Herzschwäche über mehrere Monate, wenn nicht sogar Jahre entwickeln, kann eine akute Herzinsuffizienz entweder neu auftreten oder sich als akute Verschlechterung einer bereits bestehenden chronischen Herzinsuffizienz zeigen. Letzteres muss aber nicht sein. Mehr noch: Man kann den Krankheitsverlauf sogar positiv beeinflussen. Allerdings braucht es dafür das aktive Mitwirken der Betroffenen, betont DGKS Alexandra Decker vom KH Barmherzige Schwestern Wien: „Es kommt auf die sogenannte Compliance an. Dafür ist es wichtig, dass die Patienten über Ursache, Verlauf und Prognose der Erkrankung genauestens informiert sind und dass sie wissen, dass es einer Veränderung des Lebensstils bedarf.“ Nicht zuletzt aus diesem Grund haben Decker und ihre Kollegin DGKS Elisabeth Emmer den Folder „Liebe dein Herz! 7 Schritte zum aktiven Leben mit Herzinsuffizienz“ erarbeitet. Fachlich unterstützt wurden die beiden Diplomschwestern von Dr. Stefan Eibl, Facharzt für Innere Medizin.

Herzgesund in 7 Schritten

1. Schritt
Medikamente – jeden Tag. Der wohl wichtigste Punkt betrifft die tägliche Einnahme der Medikamente nach Vorschrift des behandelnden Arztes – selbst dann, wenn es einem besser geht. Eine aktuelle Studie der österreichischen Sozialversicherung zur Versorgungssituation von Herzinsuffizienzpatienten zeichnet allerdings ein alarmierendes Bild: So sollen weniger als die Hälfte der Betroffenen ihre Medikamente regelmäßig einnehmen. Mit anderen Worten: Die Compliance lässt zu wünschen übrig. Freilich nimmt niemand gerne jeden Tag Medikamente, die mitunter unangenehme Nebenwirkungen haben. Ist Letzteres der Fall, sollte man seinen Arzt konsultieren, womöglich kann ein anderes Präparat verschrieben werden. Tatsache ist jedoch, dass Patienten mit hoher Therapietreue im Schnitt nicht nur deutlich länger leben, sondern auch von einer verbesserten Leistungsfähigkeit und erhöhten Lebensqualität – unter anderem wegen der Reduktion von Spitalsaufenthalten – berichten. Daher ist es laut Diplomschwester Emmer auch kontraproduktiv, „wenn Patienten ihre Medikamente absetzen, weil sie das Gefühl haben, es gehe ihnen besser“.
 
2. Schritt
Ab auf die Waage. Ebenso wichtig ist, dass sich Herzinsuffizienzpatienten jeden Tag, am besten immer zur selben Zeit – etwa morgens nach dem Toilettengang – sowie ohne Kleidung wiegen und die Werte notieren. Decker erklärt, warum: „Das Gewichtsprotokoll ist ein entscheidender Indikator, um festzustellen, ob es zur Einlagerung von Wasser gekommen ist. Eine Gewichtszunahme kann somit auf eine Verschlechterung der Herzfunktion hindeuten.“ Betroffene, die über Nacht mehr als ein Kilogramm oder in einer Woche mehr als 2,5 Kilogramm zunehmen, sollten daher möglichst rasch ihren Arzt kontaktieren. Abgesehen davon sollte man ein Normalgewicht anstreben, das laut WHO bei einem Body-Mass- Index zwischen 18,5 und 25 liegt (BMI: Körpergewicht in kg dividiert durch Körpergröße in cm zum Quadrat). Das gilt übrigens auch vorbeugend, trägt doch Übergewicht zur Entwicklung zahlreicher Krankheiten bei, die, wie etwa Diabetes oder ein zu hoher Blutfettspiegel, wiederum zur Herzinsuffizienz führen können.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Liebe dein Herz
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