Dienstag, 17. September 2019

Laufen Sie dem Schnupfen davon!

Ausgabe 2013/10

Sport im Freien ist die beste Waffe gegen Schnupfen, Husten und Heiserkeit. Lesen Sie in GESÜNDER LEBEN, wie Sie mit Bewegung Ihr Immunsystem stärken.


Foto: Can Stock Photo Inc. - aikidoki

 

Erkältungen sind nicht nur lästig, sondern auch ein Anschlag auf Ihr Immunsystem. Geben Sie den Viren – diese Biester lauern jetzt überall – erst gar keine Chance, sich bei Ihnen einzunisten, und bringen Sie Kreislauf und Herz auf Trab. Um das Immunsystem zu stärken und somit die gesamte Gesundheit zu verbessern, raten Ärzte dazu, sich möglichst viel und vor allem in frischer Luft zu bewegen. Dazu geeignet sind jetzt im Herbst vor allem Ausdauersportarten wie Laufen, Nordic Walking, Radfahren, Inlineskaten und Wandern. Allgemeinmedizinerin Dr. Doris Gapp: „Jede Sportart, die das Herz-Kreislauf-System und somit die Immunabwehr aktiviert und stärkt, ist jetzt perfekt. Regelmäßige Bewegung sorgt für verstärkte Durchblutung, verbessert den Sauerstofftransport im Blut und somit den Transport von Immunzellen.“ Aus Studien weiß man, dass sportliche Menschen seltener an Infektionen erkranken. „Besonders Ausdauersport reduziert die Infektanfälligkeit im Winter“, sagt Sportmediziner Dr. Karsten Krüger von der Universität Gießen in Deutschland. Hinzu kommt, sagt Medizinerin Gapp, „dass Sport besonders gut geeignet ist, um Stress abzubauen. Und Stress ist ja einer der stärksten Killer des Immunsystems.“

Bewegung in den Alltag! Mindestens eine halbe Stunde täglich wäre die optimale Einheit, um Körper und Geist gesund zu erhalten. Allerdings hat der Mensch meist nicht so viel Extra-Zeit. Die Lösung: Versuchen Sie einfach, alltägliche Abläufe so zu gestalten, dass Sie sich dabei möglichst viel bewegen. Etwa: Treppen steigen (statt mit dem Lift zu fahren), so oft wie möglich das Fahrrad verwenden, beim Geschirrspüler-Ausräumen jeden Gegenstand einzeln ins Kastl tragen … Mindestens dreimal die Woche allerdings sollte man sich jeweils nicht weniger als eine Dreiviertelstunde Zeit nehmen und sich richtig auspowern. Und das, sagt Medizinerin Gapp, „am Besten in der frischen Luft. Unter anderem deswegen, weil gerade im Herbst und im Winter unsere Schleimhäute durch die Heizungsluft austrocknen und daher anfälliger für Keime werden.“ Natürlich kommt es auch beim Sport auf die richtige Dosis an. Denn: Zu viel Ehrgeiz ist nicht gut, sondern schwächt das Immunsystem. Wer seinen Organismus häufig überfordert – und damit das Stresshormon Cortisol vermehrt ausschüttet –, riskiert nämlich das, was er zu vermeiden trachtet: Nach harten  Trainingseinheiten drosselt das Immunsystem die Aktivität und Erreger haben ein leichtes Spiel. Moderates Training indes führt zu einer verstärkten Adrenalin-Ausschüttung, wodurch wiederum das Immunsystem gestärkt wird. Plus: „Bei einem bestehenden Infekt sollte man“, erklärt Gapp, „auf Sport verzichten, um das Immunsystem nicht zu überfordern. Spaziergänge an der frischen Luft sind als Überbrückung sinnvoll.“ Hinzu kommt: Outdoor-Sport ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für die Psyche. Gapp: „Um einer Winterdepression vorzubeugen, ist es ratsam, täglich, solange es hell ist, eine Runde zu drehen.“

Jetzt die Darmflora stärken!

Mit acht Metern Länge ist der Darm eines der wichtigsten Immunorgane des Menschen. 70 Prozent der Lymphozyten (Immunzellen) sind im Darm angesiedelt. Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung, die ausreichend Spurenelemente sowie sekundäre Pflanzenstoffe enthält, sowie eine hohe Flüssigkeitszufuhr sind die Basis für einen gesunden Darm. Dr. Doris Gapp: „Zur Unterstützung ist die tägliche Zufuhr eines Probiotikums sinnvoll.“ Schon vor 75 Jahren erforschte der japanische Arzt Dr. Minoru Shirota gesundheitsfördernde Bakterien. Das von ihm entwickelte Probiotikum enthält das nach ihm benannte Milchsäurebakterium „Lactobacillus casei Shirota“, das lebend in den Darm gelangt, sich dort vermehrt, das Gleichgewicht der Darmflora unterstützt und das Immunsystem stärkt.

Zwiebellook. Auch während der bisweilen noch warmen Herbsttage sollte man auf die richtige Kleidung achten. Besonders geeignet ist atmungsaktive Sportbekleidung, denn sie nimmt, anders als Baumwolle, die Feuchtigkeit nicht auf, sondern leitet sie vom Körper weg. Somit wird verhindert, dass die Kleidung durch die Verdunstungskälte nass und kalt wird und Sie sich folglich verspannen und erkälten. Zusätzlich, so Gapp, „sollte man im Herbst auf keinen Fall auf eine Kopfbedeckung vergessen. Der Kopf kühlt besonders rasch aus und es besteht die Gefahr einer Verkühlung sowie einer Stirnhöhlenentzündung. Weiters sollten Hals- und Dekolletébereich bedeckt sein. Am besten atmet man über die Nase ein, da so die Luft angewärmt wird. Man sollte außerdem bedenken, dass es früher dunkel wird, Reflektoren an der Kleidung sind empfehlenswert.“ Also dann: Starten Sie los!

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