Mittwoch, 22. Mai 2019

Laborbefunde? Jetzt verstehe ich sie!

Ausgabe 2016.09

Das Ergebnis einer Blutuntersuchung ist ein Laborbericht. Doch was bedeuten die einzelnen Werte? Welche Abkürzung steht wofür? Und muss ich mir bei erhöhten Werten sofort Sorgen machen? GESÜNDER LEBEN hat die Antworten.


Foto: Can Stock Photo Inc. - michaeljung

 

Egal ob es sich um eine Gesundenuntersuchung zur Vorsorge, um einen Verdacht auf eine Erkrankung oder um eine bevorstehende Operation handelt: eine ausführliche Blutuntersuchung gehört zum ärztlichen Standardrepertoire. Die untersuchten Parameter im Blut geben zum Beispiel Aufschluss darüber, ob ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen vorliegt. „Bei einer chronischen Erkrankung ist eine regelmäßige Blutuntersuchung ohnehin unerlässlich“, betont Matthias Bastigkeit, Medizinjournalist und Autor des Buches „Meine Laborwerte“. Jedoch gibt es auch Krankheiten, die nicht mittels einer alleinigen Blutuntersuchung diagnostiziert werden können, erklärt der Experte weiter: „Es gibt zahlreiche Tumore, die nicht zu einer Veränderung der Laborwerte führen. Deshalb gehören zu einer Vorsorgeuntersuchung auch weitere Untersuchungsmethoden, wie Tastbefunde, Ultraschall, Röntgen etc.“

Blutbild. Man unterscheidet zwischen dem kleinen Blutbild und dem Differenzialblutbild. Beim kleinen Blutbild wird die Zahl der Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Thrombozyten (Blutplättchen) sowie die Gesamtzahl der Leukozyten (weiße Blutzellen) bestimmt. Beim Differenzialblutbild werden die weißen Blutkörperchen zusätzlich in ihre Subtypen (Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten) aufgeteilt. Eine Kombination aus kleinem und Differenzialblutbild ergibt das große Blutbild. Abgesehen davon sollten auch andere Werte fixer Bestandteil einer jeden Blutuntersuchung sein, so Bastigkeit: „Ebenfalls wichtig sind die Fettwerte (LDL und Cholesterin), der Eisenwert und der Blutzucker. Bei akuten oder chronischen Erkrankungen kommen weitere organbezogene Werte hinzu, beispielsweise Tumormarker, Entzündungsparameter oder die Leberwerte.“

Puzzleteil. Die Referenzbereiche („Normalwerte“) werden von internationalen Fachgesellschaften festgelegt und aufgrund des medizinischen Fortschritts laufend aktualisiert, können aber von Labor zu Labor variieren. Bastigkeit betont, dass eine Abweichung vom jeweiligen Referenzbereich nicht automatisch einen Krankheitswert besitzt: „Ein veränderter Laborwert ist für den Arzt ein Indiz auf dem Weg zur richtigen Diagnose. Arzneimittel oder Infektionen können Laborwerte verändern, ohne dass der Betroffene krank ist. Auch wenn ein Laborwert außerhalb des Referenzbereiches liegt, ist das nicht immer ein Grund zur Sorge. Eine Erkrankung ist mehr als die Sammlung von Laborwerten.“

Laborwerte verstehen und interpretieren

Mit dieser Tabelle können Sie Ihren nächsten Laborbefund besser verstehen und mit Ihrem Arzt fundierter kommunizieren. Dieser Leitfaden ersetzt aber kein Arztgespräch!

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