Sonntag, 19. Mai 2019

Kühles Blondes, ganz gesund?

Ausgabe 06/2012
Bier ist – knapp vor Fußball-EM und Olympia – wieder absolut angesagt. Die gute Nachricht: Bier ist in Maßen genossen auch gesund. GESÜNDER LEBEN beantwortet die wichtigsten Fragen.

Foto: Segray - istock.com
Es war am 23. April 1516 auf dem Landständetag zu Ingolstadt, als vom bayerischen Herzog Wilhelm IV. der Bierpanscherei ein Ende gesetzt wurde. An diesem Tag erließ er die Vorschrift, dass zur Herstellung von Bier nur Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden dürfen. Somit zählt das bayerische Reinheitsgebot zu den ältesten lebensmittelrechtlichen Vorschriften der Welt, das dem Schutz des Verbrauchers dient und bis zum heutigen Tag gültig ist. Mittlerweile ist das Bier in Österreich das Volksgetränk Nummer eins. Und: Nahezu alle Wissenschaftler sind sich einig, dass Bier einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat. Die richtige Dosis macht’s aus!

Die besten Gründe, Bier zu trinken. Bier ist erfrischend und in Maßen genossen gesund. Es enthält eine Fülle wertvoller Ingredienzien wie Mineralstoffe, Magnesium und Kalium, die der Körper benötigt, damit die Muskeln und Nerven richtig funktionieren. Das im Bier enthaltene Vitamin B ist wichtig für reine Haut und schönes Haar, aber auch für den gesamten Stoffwechsel, für Nerven, Immunsystem, Blutbildung und das Sehvermögen. Als Fitmacher wirken die Kohlenhydrate im Bier: Sie sind leicht verdaulich und liefern dem Körper schnell verfügbare Energie.

Welche Bestandteile sind im Bier enthalten? Bier besteht zu über 90 % aus Wasser. Kein Wunder also, dass die Brauereien hohe Anforderungen an die Qualität des Brauwassers stellen. Die meisten Brauereien holen das Wasser aus einem Brunnen oder einer Quelle, andere nutzen Leitungswasser. Das Wasser enthält viel Salze und Mineralstoffe, die den endgültigen Geschmack des Bieres beeinflussen. Malz ist der zu vergärende Zucker, der aus Getreide stammt. Dazu benutzt man meistens Gerste, manchmal aber auch Weizen. Getreide an sich kann nicht gären. Wenn man das Getreide jedoch im Wasser keimen lässt und anschließend trocknet, wird Zucker freigesetzt. Dieses Verfahren nennt man mälzen. Gerstenmalz gilt als wichtigster zuckerhaltiger Rohstoff zur Herstellung von Bier. Neben den gemälzten Getreidearten wird oft auch Zucker hinzugegeben, um die Vergärung zu unterstützen. Der Hopfen verleiht dem Bier seinen bitteren Geschmack und ist ein natürlicher Konservierungsstoff. Nur die Blume der weiblichen Hopfenpflanze kann als Rohstoff für das Bier genutzt werden. Die Blumen des Hopfens enthalten Lupulin, eine harzähnliche Substanz, die den typischen bitteren Geschmack beisteuert. Und zu guter Letzt benötigt der Brauer noch Hefe, die ein einzelliger Mikroorganismus ist. Sie ist erforderlich, damit der vergärbare Zucker beim Brauprozess in Alkohol und Kohlensäure umgesetzt werden kann. Zuvor werden Wasser und Malz zusammen zu einer Würze gekocht. Nach dem Abkühlen wird dann die Hefe hinzugegeben. Bei der Umwandlung von Zucker in Alkohol werden allerlei Aromastoffe gebildet, die den Charakter des Bieres mitbestimmen.

Tipps zum Biergenuss. Ein schön gepflegtes Bier zu kredenzen ist weder eine Wissenschaft noch eine Kunst. Achten Sie darauf, dass die Gläser immer fettfrei sind. Sie sollten vor dem Einschenken nochmals mit kaltem Wasser ausgespült werden. Beim Einschenken wird das Bier zügig in das schräg gehaltene Glas gegossen. Das Glas sollte wenigstens bis zur Mitte schaumfrei gefüllt werden, ehe man bei ca. 45 Grad eine Schaumkrone aufbaut.

Wie erkennt man, ob ein Bier noch gut ist? Egal, ob Fass oder Flasche, am Etikett erkennen Sie, ob das Bier bereits „alt“ ist. Hier muss nämlich das Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben sein. Ein süßlicher oder ein Brotgeschmack deuten auf schlechte Qualität hin oder das Bier wurde zu lange gelagert. Auch Bier, das einmal eingefroren wurde, kann einen süßlichen Geschmack entwickeln. Falls das Bier zu lange gelagert wurde oder bereits abgelaufen ist, setzen sich Eiweißmoleküle im Bier ab. Die Folge: Flocken im Bier weisen darauf hin, dass es bereits schlecht ist und nicht mehr getrunken werden soll. Bei empfindlichen Personen kann es sogar zu Darmverstimmungen führen.

Der Bierbauch. In der Praxis führt der regelmäßige Konsum von Bier häufig zur Gewichtszunahme, da das Bier das Hungergefühl mehr als andere alkoholische Getränke verstärkt. Möglicherweise wird deshalb in vielen Ländern Bier traditionell zusammen mit stärkehaltigen, kalorienreichen Snacks (in Japan mit Eda-Bohnen) konsumiert. Die im Bier vorhandenen Bitterstoffe wirken appetitanregend. Außerdem enthält Bier in Spuren Einfachzucker (Monosaccharide), der zu Übergewicht führen kann.

Am liebsten Märzen aus der Flasche. Am liebsten trinken die Österreicher das Märzen-Lagerbier. Zirka 64 Prozent des in Österreich konsumierten Biers entfallen auf diese Sorte. Aber auch einen gewaltigen Sprung nach vorne machte der Radler mit einem Plus von 15 Prozent. Bevorzugt trinken die Österreicher das Bier aus der Glasflasche, ca. 51 Prozent werden in diesem Gebinde verkauft.

So Gesund ist Bier:

In Maßen genossen hat Bier viele positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Eine Flasche Bier pro Tag ist okay (Frauen: etwas weniger), prinzipiell sollte man zwei alkoholfreie Tage in der Woche einhalten. Hier die wichtigsten positiven Eigenschaften des Biers im Überblick:
  • Bier schützt vor Herzinfarkt
  • Bier senkt das Schlaganfall-Risiko
  • Bier kann Diabetes verhindern
  • Bier macht Knochen stabil
  • Bier senkt den Blutdruck
  • Bier beugt Gallen- und Nierensteinen vor
  • Bier sorgt für reine Haut
  • Bier macht die Haare schön

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