Sonntag, 19. Mai 2019

Kren – Wertvolles aus der Erde

Ausgabe 09/2013

Die Medizin samt den Heilkräutern aus dem Fernen Osten löst bei uns Europäern eine geradezu magische Faszination aus.


Foto: rusticana - Wikipedia

Bei allem Respekt vor diesen wertvollen Wegen zur Gesundung setze ich aber gern ein Fragezeichen über diese Erscheinung. Ich denke da an Kräuterpfarrer Weidinger, der mit seiner reichen Erfahrung aus den Jahren seines Chinaaufenthaltes in der Naturheilkunde in erster Linie auf das hinwies, was vor unserer Haustür wächst bzw. an jedem Würstelstand zum Einsatz kommt. Heute meine ich ganz konkret den Kren. Die Pflanze hat den wissenschaftlichen Namen Armoracia lapathifolia.

Sie zählt zu den Kreuzblütengewächsen und bildet große langstielige Blätter aus. Rispenartig trägt sie im Sommer weiße Blüten. Das Wertvolle des Krens liegt unter der Erde. Sein walzenförmiger, ein- bis vielköpfiger Wurzelstock hat es in sich. Sobald man ihn reibt oder kostet, bekommt man die Folgen seines scharfen und im wahrsten Sinne des Wortes reizenden Geschmacks zu spüren. Kaum jemandem bleiben da die Tränen erspart. Durch seine Inhaltsstoffe, die von Vitamin C bis Schwefel reichen, ist die Krenwurzel ein natürliches Antibiotikum und verdient daher den Ehrentitel „Silber des Westens". Der Saft, der aus dem Meerrettich, wie der Kren außerhalb Österreichs heißt, gewonnen wird, belebt die Schleimhäute des Magens und des ganzen Verdauungsapparats. Bildlich betrachtet, hat dieses Wurzelgemüse nicht nur eine strahlende Fassade. Selbst die Wurzel ist im Inneren hell gefärbt. Damit kann der Kren uns einen Hinweis darauf geben, als Menschen authentisch zu leben. Gewiss ist es nicht immer einfach, die selbst gesetzten Maßstäbe eines tugendhaften Lebens zu erreichen. Schier unmöglich ist es darüber hinaus, permanent den Erwartungen der Mitmenschen zu entsprechen, die ihrerseits wiederum die Selbstgerechtigkeit pflegen. Dennoch rentiert sich ein stetiges Am-Ball-Bleiben im Training des eigenen Charakters. Es heißt ja nicht zu Unrecht: Übung macht den Meister.

Doch zurück zum Kren und seinen heilenden Eigenschaften. Aus der frischen Wurzel kann man die flüssigen Teile auspressen. Der gewonnene Kren-Saft, mit Honig vermischt, kann Asthmaanfälle mindern. Bei starken Kopfschmerzen kann man den Nacken 3-mal täglich mit einem Gemisch von ein paar Tropfen Olivenöl und dem frisch gepressten Kren-Saft einreiben. Generell gilt für Gesundheitsbewusste, die gute Tradition, den Kren beim Essen zu verwenden, wieder aufzugreifen und so den Körper immer wieder mit Wertvollem zu versorgen.

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