Mittwoch, 13. November 2019

Krebs? Nicht bei mir!

Ausgabe 10/2011
Die Diagnose „Krebs“ ist schicksalhaft und nicht immer vermeidbar. Mit entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen lässt sich das persönliche Risiko jedoch deutlich verringern.

Foto: Fotolia.com - Jonas Glaubitz
Wer sollte zur Vorsorgeuntersuchung gehen?
Univ.-Prof.Dr. Gabriela Kornek,
Internistin am AKH Wien (Krebszentrum CCC)

Spätestens bei der Altersgruppe 40plus sind Vorsorge und Früherkennung ein Thema. Frauen überlegen, ob sie zur Mammographie gehen sollen, Männer denken über einen Check der Prostata nach, beide vergessen vielleicht auf die ebenfalls wichtige Darmspiegelung. Viele Menschen wissen jedoch zu wenig über weitere Möglichkeiten der Krebsvorsorge und wie oft und wo man sie durchführen lassen soll. Manchmal sind auch Ängste, Vorurteile oder Scham vorhanden.

Um Abhilfe zu schaffen, hat das umfassende Krebszentrum (Comprehensive Cancer Center, CCC) an AKH/MedUni Wien einen neuen Kurs entwickelt, der im November startet: den „Basiskurs Krebswissen“. An sechs im Wochenabstand aufeinanderfolgenden Abenden werden die wichtigsten Begriffe und Methoden der Krebsfrüherkennung, der Diagnose und der Therapie erläutert.
Mehr Informationen unter www.cancerschool.at.


Wie kann ich mich vor Darmkrebs schützen?
Prim. Univ.-Prof. Dr. Thomas Sautner
Chirurg am KH St. Elisabeth in Wien


Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen überhaupt. Allerdings: Darmkrebs entsteht üblicherweise aus gutartigen Vorstufen, sogenannten Polypen, und diese können im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung erkannt und entfernt werden. In Österreich empfehlen wir ab dem 40. Lebensjahr regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in Form eines Stuhltests. Ab dem 50. Lebensjahr ist eine regelmäßige Darmspiegelung sinnvoll, um Polypen und andere Veränderungen aufzuspüren. Personen, die ein besonders hohes Risiko für Darmkrebs haben, weil die Erkrankung in der Familie schon öfter aufgetreten ist, sollten schon in jüngeren Jahren regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen.

In vielen Spitälern wird heute eine „sanfte Darmspiegelung“ angeboten – Patienten schlafen während der Untersuchung und spüren üblicherweise nichts. Dank dieser Methode ist die Angst vor der Darmspiegelung unbegründet!


Ab wann ist Brustkrebsvorsorge sinnvoll?
Univ.-Prof. Dr. Thomas Helbich,
Brustkrebsspezialist am AKH Wien (Krebszentrum CCC)

Derzeit erkrankt jede neunte Österreicherin an Brustkrebs. Die Prognose ist abhängig von der Ausdehnung – je kleiner, desto besser ist die Heilungschance. Es kommt also auf die rechtzeitige Erkennung an! Daher sind Screening- bzw. Früherkennungsprogramme besonders wichtig. Mammographien sind ab dem 40. Lebensjahr im Zweijahres-Abstand empfohlen. Vor allem bei dichten Brüsten wird häufig zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Weil diese Doppeluntersuchung noch exakter ist, soll in Österreich in naher Zukunft ein Früherkennungsprogramm etabliert werden, das Untersuchungen sowohl mit Mammographie als auch mit Ultraschall vorsieht.

Bei erhöhtem Brustkrebsrisiko, etwa durch familiäre Belastung, sollten Frauen ein spezielles Früherkennungsprogramm in spezialisierten Zentren durchführen. Bei diesen Frauen ist der Einsatz der Magnetresonanztomographie unumgänglich.

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