Montag, 16. September 2019

Kraut gegen Migräne

Ausgabe 10.2018

Forscher bestätigen erstmals: Die traditionell-chinesische Kräuterzubereitung Chuan Xiong (eine Art Liebstöckel) verschafft Migränepatienten messbar Linderung.


Foto: iStock-Floriana

 

Ein pulsierend-pochender Schmerz, der mitunter durch körperliche Betätigung, Lärm, Licht und Gerüche verstärkt wird, meist einseitig auftritt und zwischen 4 und 72 Stunden andauert – so werden Migräneattacken beschrieben. Rund 15 Prozent der Frauen und 7 Prozent der Männer leiden bei uns unter dieser neurologischen Erkrankung, die in rund 70 Prozent der Fälle genetisch bedingt ist. Die bekanntesten Auslöser sind Stress, hormonelle Faktoren, falsche Ernährung und Schlafmangel. Meist kennen die Betroffenen „ihre Trigger“ gut und können somit bis zu einem gewissen Grad vorbeugen bzw. gegensteuern. Allerdings sind die Auslöser nicht nur von Patient zu Patient unterschiedlich, sondern können sich auch im Laufe der Erkrankung ändern.

Alternative Wege
Die Behandlung von Migräne ist bis heute schwierig – und nicht immer wollen Betroffene zu starken Schmerzmitteln greifen. Daher setzen viele auf komplementäre Behandlungswege wie z. B. blutdrucksteigernde, entkrampfende und schmerzlindernde Kräuter. Dies ist z. B. bei Angelikawurzel, Mädesüßblüten, Tausendgüldenkraut und Weißdornblüten der Fall. Aber vor allem die chinesische Kräuterzubereitung Chuan Xiong (Szechuan-Liebstöckelwurzelstock), die in auf TCM spezialisierten Apotheken erhältlich ist, zeigt bei Migräne tolle Erfolge. Eine aktuelle Übersichtsstudie und Metaanalyse aus ausschließlich qualitativ guten Studien konnte nachweisen, dass Chuan Xiong messbar Linderung verschafft. Es wurden insgesamt 19 erstklassige Studien mit 1.832 Teilnehmern ausgewertet. Und siehe da: Die Wirksamkeit von Chuan Xiong überzeugte sowohl im Vergleich zu Placebos (Arzneimittel, das keinen Wirkstoff enthält) als auch im Vergleich zur Behandlung mit einer konventionellen medikamentösen Therapie.

Messbare Linderung
Schon jetzt kommt Chuan Xiong bei akuter und chronischer Migräne, akuten und chronischen Spannungskopfschmerzen sowie Cluster-Kopfschmerzen zum Einsatz. Dass Szechuan-Liebstöckelwurzelstock die Schmerzintensität messbar verbessert, konnte in der Metastudie genauso nachgewiesen werden wie die Tatsache, dass es die Häufigkeit und Dauer von Migräneattacken reduziert: So litten die Patienten, die zu Chuan Xiong griffen, in 13 Studien im Mittel unter 0,65 Migränen weniger pro Monat als mit einem Placebo. Die monatliche Zahl der Migränetage sank ebenfalls um durchschnittlich 0,74 Tage im Vergleich mit einem Placebo und um 0,5 Tage im Vergleich zur Behandlung mit dem konventionellen Präparat. Ein weiterer Punkt, der für Chuan Xiong spricht, sind die geringen Nebenwirkungen: Es wurde nur selten von Beschwerden des Verdauungstrakts und neurologischen Symptomen wie Schläfrigkeit, Schlafstörung oder Schwindel berichtet.

Leben mit Migräne
Wichtig ist außerdem, seinen Lebensstil anzupassen: Vermeiden Sie bekannte Trigger (Stress, Koffein, Nikotin, Allergene) sowie kalte Getränke und Speisen, da Kälte zur Verengung der Gefäße und Meridiane führt. Verzichten Sie auf Alkohol, Schokolade, Bananen, Zitrusfrüchte, Kraut und Erdäpfel, weil das darin enthaltene Tyramin Kopfschmerzen auslösen kann. Setzen Sie statt auf verarbeitete Lebensmittel mit Konservierungs- und Zusatzstoffen lieber auf frisches Obst, (gekochtes) Gemüse, Getreide, Nüsse, Kerne und Körner. Achten Sie auf regelmäßige Bewegung, ausreichend Erholung, normale Schlafgewohnheiten – und vor allem auf sich!

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