Sonntag, 17. Februar 2019

Kneipp Dich gesund

Ausgabe 05/2012
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Die Kneipp’sche Lebens- und Heilphilosophie ist zwar bereits über 100 Jahre alt, heute aber aktueller denn je. Wir verraten, wie Sie im Einklang mit der Natur zu neuer Gesundheit und Wohlbefinden gelangen.

Foto: iStock - webphotographeer
In einer Zeit, in der Krankheiten wie Depressionen, Burn-out und Migräneanfälle Hochkonjunktur haben und gleichzeitig das Bewusstsein für den eigenen Körper steigt, suchen immer mehr Menschen Alternativen zur Schulmedizin. Heute ist es schon lange kein Geheimnis mehr, dass man nur gesund sein kann, wenn Körper und Seele eine Einheit bilden. Und wenn man weiß, wie man die Natur für seine Gesundheit nutzt.

Selbstheilungskräfte. Genau das ist das Ziel einer Kneipp’schen Kur – ganzkörperliche Gesundheit zu erlangen oder zu erhalten, indem mit einfachen (und natürlichen) Mitteln die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden. Denn Kneippen ist, anders als gemeinhin angenommen, viel mehr als nur Wassertreten oder im taunassen Gras spazieren zu gehen. „Kneippen ist Regulationstherapie“, erklärt Kneippmediziner Dr. Heinz Schiller (www.kneippmedizin.at). „Das bedeutet: Es wird ein Reiz gesetzt und der Körper wird zur Reaktion gebracht. Dadurch lernt er, sich selbst zu helfen.“ Davon profitiert nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch unsere Psyche. Denn beim Kneippen geht es auch darum, in sich zu gehen, eins mit der Natur zu werden und seine verborgenen Potenziale zu entdecken. Wellness für die Seele also.

Pfarrer Kneipp. Die Philosophie, die hinter dem Kneippen steht, ist bereits mehr als 100 Jahre alt und geht auf Pfarrer Sebastian Kneipp (1821 – 1897) zurück, der sich der Heilung von Kranken und der Krankheitsvorsorge verschrieben hatte. Die auf ihm beruhende Kneipp’sche Lebens- und Heilweise beruht auf fünf Säulen des Wohlergehens, die bis heute (auch in Form zahlreicher Kneipp-Bünde und -Vereine) hochaktuell sind: Wasser, Heilkräuter, Ernährung, Bewegung und Ordnung. Diese Säulen bauen aufeinander auf, werden gleichzeitig angewendet und sind das Fundament einer jeden Kneipp-Kur.

Säule 1: Wasser. Die verschiedensten Wasser-Anwendungen (im Fachjargon „Hydrotherapie“ genannt) sind die bekanntesten und am häufigsten angewendeten  Kneipp-Methoden. Die rasche Abfolge von Kälte- und Wärmereizen auf der Haut bewirkt eine Stärkung des Immunsystems, eine bessere Durchblutung der Gefäße und eine allgemeine Abhärtung des Körpers. Besonders Krampfadern, Migräne und niedriger Blutdruck lassen sich so wirksam bekämpfen. Die Grundformen der Kneipp’schen Hydrotherapie sind Güsse, Bürstungen, Waschungen, Wassertreten, Bäder und Wickel.

wasserFoto: iStock - zoranmSäule 2: Heilkräuter. Die Natur hat innerhalb der Kneipp’schen Kur einen hohen Stellenwert. Heilkräuter in Form von Säften, Tees, Packungen, Bäder oder Inhalationen sollen helfen, den Körper zu stärken und die Seele baumeln zu lassen. „Die Mittel haben keine Nebenwirkungen – das kommt dem Trend zur sanften Medizin ideal entgegen“, zeigt Schiller den größten Vorteil der Phytotherapie („Pflanzenheilkunde“) auf. Die Phytotherapie gehört zu den ältesten medizinischen Therapien und umfasst zahlreiche Pflanzen, u. a. Salbei, Kamille, Holunder und Ginseng.

Säule 3: Ernährung. Grundlegend beim Kneippen ist auch die richtige Ernährung – wenn es sein muss, auch eine Ernährungsumstellung. Von Diäten oder spezieller Krankenkost hält ein Kneipp-Mediziner allerdings wenig: „Die Ernährungstherapie muss dauerhaft praktikabel sein. Solch eine ideale Grunddiät dient mehr der Lebensordnung als der Krankenkost. Diese Nahrung bietet alles, was zur Erhaltung von Leistung, Lebensfreude und psychischem Wohlbefinden notwendig ist“, erklärt Dr. Gebhard Breuss auf kneippmedizin.at. Sich gesund zu ernähren bedeutet: ausgewogen zu essen, Vollwert- und Frischkost sollte bevorzugt werden. Auch genügend Flüssigkeit ist ausschlaggebend: Schon Pfarrer Kneipp empfahl, zu jeder vollen Stunde einen Viertelliter zu trinken.

Säule 4: Bewegung. Wir wissen es alle: Je mehr wir uns (richtig) bewegen, desto mehr dankt es uns unser Körper. Aktive Bewegung stimuliert Herz und Kreislauf, wir bauen Muskeln auf und setzen nebenbei auch noch Glückshormone frei. Bei dieser Kneipp’schen Säule geht es aber auch darum, falsch eingelernte Bewegungen durch neu erlernte zu ersetzen und so gegen Alltagsbeschwerden wie unspezifische Kreuzschmerzen, oder auch gegen Symptome wie Drehschwindel anzukämpfen.

Übersicht zu diesem Artikel:
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