Mittwoch, 18. September 2019

Kleine Wehwehchen - schnell geholfen!

Ausgabe 09.2014
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In den Finger geschnitten, Murmel verschluckt, von einer Wespe gestochen, die Hand verbrüht? gesünder leben zeigt, wie man bei kleinen und größeren Notfällen richtig reagiert.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - lightpoet

SCHNITTWUNDE
Das ist passiert: Sie bereiten gerade mit Freunden einen Salat vor. Ein Bekannter schneidet Paprika – und sich selbst mit dem scharfen Messer in den Finger. Die Wunde blutet heftig.
Das ist zu tun: Ist der Schnitt nur oberflächlich, kann man die Wunde laut Dr. Reinmar Donauer, Intensivmediziner in Graz, selbst behandeln: „Drücken Sie eine sterile Kompresse für einige Minuten auf die Wunde, um die Blutung zu stillen. Kleben Sie anschließend ein Pflaster über den Schnitt. Besteht das Risiko einer Verunreinigung – zum Beispiel bei Schnitten durch Glasscherben –, die Wunde desinfizieren, zum Beispiel mit verdünnter Jodlösung. Im Zweifelsfall soll man einen Arzt aufsuchen.“

Kommentar des Experten: „Hört eine Schnittwunde trotz Verbands nicht auf zu bluten oder blutet sie sehr stark, ist die Wunde tief oder klafft weit auseinander, ist ärztliche Hilfe angeraten. Wichtig ist, die Blutung zu drosseln, bis die Verletzung fachgerecht versorgt wird: Die einfachste Methode dafür ist das Hochhalten der verletzten Gliedmaße. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Wunde mit einer sterilen Kompresse zu bedecken und mit ein oder zwei Lagen Mullbinde befestigen. Bei größeren Wunden kann man zusätzlich ein Verbandspäckchen oder ein Päckchen Papiertaschentücher auf die verletzte Stelle geben und die restliche Mullbinde fest darumwickeln. Achtung: Der Druck soll zwar die Blutung stillen, darf aber die Durchblutung im betroffenen Körperteil nicht behindern.“

Das Wissen auffrischen

Neben der moralischen Verpflichtung besteht auch die gesetzliche Verpflichtung zur zumutbaren Erste-Hilfe-Leistung. Leisten Sie auf alle Fälle Hilfe, auch wenn Sie sich unsicher fühlen. Ein Erste-Hilfe-Kurs lässt Sie für den Ernstfall besser gerüstet sein.

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SONNENSTICH
Das ist passiert: Bei einem Sonntagsausflug zu einer Buschenschank sitzen Sie während des Essens in der Sonne. Einige Zeit später ist Ihnen schwindlig und Sie haben Nackenschmerzen.
Das ist zu tun: „Sofort einen schattigen Platz aufsuchen. Zusätzlich sollte man den Kopf und den Nacken mit feuchten Tüchern oder einer Kältekompresse kühlen“, empfiehlt Notarzt Donauer.

Kommentar des Experten: „Ein Sonnenstich entsteht durch direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf sowie den Nacken. Durch die Wärmestrahlung kann es zu einer Reizung der Hirnhäute und des Hirngewebes kommen. Im schlimmsten Fall entsteht dadurch eine Entzündung der Hirnhaut oder eine Schwellung des Hirngewebes, die zu einem Krampfanfall, zu einem Atemstillstand oder sogar Koma führen kann. Bei einem akuten Sonnenstich mit Bewusstseinsstörungen ist daher sofort ein Arzt zu rufen, in der Zwischenzeit sollte der Betroffene im Schatten in Seitenlage liegen. Kinder sind besonders gefährdet, da ihre Schädeldecke sehr dünn ist und nur wenig Schutz vor der Sonne bietet.“

NASENBLUTEN
Das ist passiert: Sie schnäuzen sich und bekommen plötzlich heftiges Nasenbluten.
Das ist zu tun: „Beugen Sie den Kopf im Sitzen oder Stehen etwas nach vorne, am besten über ein Waschbecken, und die Nasenflügel mit Daumen und Zeigefinger mehrere Minuten zusammendrücken. Dazu kann man ein kühl-feuchtes Handtuch in den Nacken legen“, rät Dr. Donauer. Den Kopf nicht nach hinten legen, weil so das Blut die Rachenwand hinunterläuft, verschluckt wird und so zu Übelkeit führen kann.

Kommentar des Experten: „Die Blutgefäße der stark durchbluteten Nasenschleimhaut sind sehr fein und können entsprechend leicht verletzt werden. Häufig hört Nasenbluten spontan auf, wenn keine schwerwiegendere Ursache zugrunde liegt. Hält es jedoch länger an, sollte ein Arzt aufgesucht werden, der das Nasenbluten zum Stillstand bringt. Der Richtwert liegt bei ungefähr 20 Minuten.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Kleine Wehwehchen - schnell geholfen!
Seite 2 Kreislaufkollaps
Seite 3 Bisswunde

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