Sonntag, 17. Februar 2019

Klatschmohn als Heilkraut

Ausgabe 07-08/2012
Farbige Akzente sind uns allen bei der Gestaltung von Flächen und Räumen wichtig.

Foto: Annamartha - pixelio.de In der Landschaft verhält es sich nicht anders. Doch dürfen wir uns ruhig eingestehen, dass im Entwerfen eines ästhetischen Designs die Natur uns Menschen um Meilen voraus ist. Die verschiedenen Farbzusammenstellungen und Nuancen können in der darstellenden Kunst nur annähernd imitiert bzw. reproduziert werden. Einen der kräftigsten Beiträge in Sachen Rot liefert uns den ganzen Sommer über der zarte Klatschmohn. Oft ist er auf Brachflächen, Schotterhalden und an Bahndämmen zu finden. Mitunter wächst er auch mitten in Getreidefeldern. Mittlerweile hilft die naturnah betriebene Landwirtschaft mit, dass man den Klatschmohn wieder vermehrt auf unseren Fluren entdecken kann. Zu übersehen ist er ja nicht.

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Allen Mohngewächsen eilt nicht unbedingt ein ruhmreicher Ruf voraus. Zu sehr werden sie mit dem aus Schlafmohn gewonnenen Opium bzw. mit dem darin enthaltenen Morphin in Verbindung gebracht. Da kann aber beim Klatschmohn sogleich Entwarnung gegeben werden. Dennoch wirken die Blütenblätter auf ein sanfte Weise beruhigend. Dieses Wissen wird seit Langem von der Naturheilkunde gehütet und überliefert.

Um dieses milde Hausmittel anwenden zu können, sammelt man die Blütenblätter von den frisch erblühten roten Blumen und trocknet diese an einem schattigen und zugigen Ort sofort nach der Ernte. Kommt nämlich Sonnenlicht auf die Kronblätter des Klatschmohns, verlieren diese ihre schöne rote Färbung. Hat man das getrocknete Gut, kann man im Heißaufguss einen Tee herstellen. Dazu nimmt man die Menge von 2 Teelöffeln getrockneter Blüten und übergießt diese mit ¼ Liter kochendem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Dieser Tee ist aufgrund seiner beruhigenden und schmerzstillenden Wirkung auch für Kinder geeignet.

Zudem kann Klatschmohn-Tee auch bei allen Erkrankungen der Atemwege empfohlen werden, da er mithilft, den Schleim zu lösen und Husten und Heiserkeit zu lindern.

Wo immer im Garten ein Plätzchen übrig ist, kann man versuchen, den Klatschmohn anzusiedeln. Er mag vor allem frische Anschüttungen von Aushubböden. In Steingärten und an Rabatten sorgt der Türkenmohn, wie er auch genannt wird, für einen kräftigen Farbtupfer, der die ganze Umgebung belebt. Ich bin gespannt, wie lange es noch dauern wird, dass wir das Wort „Unkraut“ in die äußersten Winkel unseres Sprachschatzes verlagern. Denn so viele wertvolle Heilpflanzen subsumieren viele unserer Zeitgenossen immer noch unter diesem Begriff. Der Klatschmohn lehrt uns, dass es vor allem auf eine möglichst große Vielfalt an Pflanzen in unserer unmittelbaren Lebensumgebung ankommt. Für ein vermehrtes Auftreten einer hohen Anzahl an Kräutern hisst der Klatschmohn jeden Sommer neu seine leuchtend rote Blütenflagge.

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