Freitag, 24. Mai 2019

Keine Chance der Sommergrippe!

Ausgabe 2016.7/8
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Böse Viren lauern auch in der warmen Jahreszeit auf ein geschwächtes Immunsystem. gesünder leben gibt Tipps zur Vorbeugung, damit Sie dem Urlaub nicht entgegenfiebern.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - dolgachov

Halsschmerzen im Juli, Schnupfen im August, ein lästiger Husten im wohlverdienten Urlaub: Ein geschwächtes Immunsystem lässt grüßen. „Bei einer Erkältung mitten im Sommer spricht man landläufig von einer Sommergrippe“, erklärt Allgemeinmedizinerin Dr. Gudrun Voithofer. „Dabei handelt es sich um einen grippalen Infekt, der sich typischerweise durch ein kratzendes Gefühl im Hals, einer laufenden Nase, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit ankündigt. Auch leichtes Fieber, Schüttelfrost, Ohrenschmerzen und Durchfall sind möglich.“ Man fühlt sich krank und schlapp und möchte sich lieber im Bett verkriechen, als die Sonne auf der Wiese oder im Schwimmbad zu genießen: „Der Verlauf ist zwar im Gegensatz zu einer echten Grippe – der Influenza – meistens harmlos, aber für Betroffene ebenso unangenehm wie eine Verkühlung in der kalten Jahreszeit.“

Hausmittel, die wirken – Immunsystem stärken!

Die besten Hausmittel bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Wickel, Tees und Suppen. Bei Halsschmerzen helfen Topfen-Wickel, zum Gurgeln eignen sich Salbeitee oder eine Salzlösung mit einer Prise Meersalz. Bei Schnupfen verwendet man am besten eine spezielle Nasendusche mit Nasenspülsalz aus der Apotheke. Eine Inhalation mit einem Salbeiaufguss hat neben dem befeuchtenden auch einen beruhigenden Effekt auf die gereizten Schleimhäute. Suppen sind perfekte Hausmittel, da sie den Salzhaushalt des Körpers nach starkem Schwitzen wieder ausgleichen können. Sollte die Erkältung im Sommer lästige Kopfschmerzen mitgebracht haben, helfen ein paar Tropfen Pfefferminzöl, die man auf den Schläfen einmassiert. Das wirkt kühlend und entspannt die Kopfmuskulatur.

Zu den ältesten Hausmitteln gegen Husten zählt Zwiebelsirup: Einfach eine Küchenzwiebel in Würfel schneiden und mit Kandiszucker bei schwacher Hitze aufkochen. Das Ganze eine Weile stehen lassen, den Sud durch ein Tuch oder einen Kaffeefilter sieben und dann teelöffelweise einnehmen. In Zwiebeln stecken ätherische Öle und pflanzliche Wirkstoffe, die keimabtötend und leicht antientzündlich wirken. Das beruhigt die Bronchien und lindert den Hustenreiz. Die Zwiebeln können auch mit Honig verrührt und der dabei entstehende Sirup gelöffelt werden. Allerdings eignet sich dieses Hausmittel in der Honigvariante nur für Kinder, die älter als ein Jahr sind. Kommt bei der Sommergrippe auch noch Durchfall hinzu, hilft dieses alte Hausmittel: Einen Apfel fein reiben – das stopft. Ein weiterer Tipp: Schwarzen Tee auskühlen lassen, den Saft einer halben Orange dazugeben und schluckweise trinken.

Da eine Erkältung im Sommer schwächt, braucht der Körper viel Erholung. Die sommerlichen Temperaturen kann man deshalb auch nutzen, indem man seine Bettruhe ins Freie verlegt: Eine leichte Decke schützt vor Zugluft. Sollte sich keine Besserung einstellen oder tritt Fieber länger als drei Tage auf, ist ein Arztbesuch angezeigt!

So haben Erkältungs­viren keine Chance

Das Immunsystem stärken:

  • Mindestens 2 Liter – vorzugsweise ungesüßte – Flüssigkeit pro Tag trinken.
  • Den Durst auch an heißen Tagen nicht mit kalten Getränken löschen.
  • Zugluft und sehr kühl eingestellte Klimaanlagen meiden: Sie trocknen die Luft aus und machen dem Körper bei zu starker Kühlung durch Temperaturunterschiede zu schaffen.
  • Zu viel Sonne meiden: Lange Sonnenbäder bedeuten Schwerarbeit für die körpereigene Abwehr, auch wenn viele Sonnenanbeter vom Gegenteil überzeugt sind.
  • Nasse oder durchgeschwitzte Kleidung rasch wechseln. Nasse Badekleidung fördert die Verdunstungskälte am Körper und so die Infektionsgefahr. Besonders Kinder übersehen gerne die Zeit im Wasser und kommen erst heraus, wenn ihnen schon länger kalt ist.
  • Regelmäßiger Sport in Maßen stärkt das Immunsystem. Bewegung an der frischen Luft gibt dem Körper die Möglichkeit, den Vitamin-D-Speicher aufzufüllen.
  • Auf eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse achten. So ist der Körper das ganze Jahr über gegen Krankheitskeime gewappnet.
  • Auf die Hygiene achten! Ein guter Schutz ist regelmäßiges Händewaschen, um die Übertragung von den Fingern auf Mund, Nase oder Augen zu verhindern.

Virenattacken im Sommer. Ähnlich wie im Winter sind in diesem Fall für den Infekt auch Viren verantwortlich: Insbesondere die sogenannten Coxsackie-Viren fühlen sich bei warmen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit besonders wohl, so die Ärztin: „Häufige Ansteckungsquellen sind hustende, niesende Menschen, aber auch Schmierinfektionen durch Gegenstände wie Türschnallen oder Aufzugsknöpfe, die Erkrankte vorher berührt haben.“ Große Menschenansammlungen sind daher eine ideale Bühne für die lästigen Keime – in Bussen, Zügen, im Flugzeug oder im Freibad gelangen sie schnell zu ihren nächsten Opfern. Ursache sind allerdings nicht nur die Viren selbst, sondern auch ein geschwächtes Immunsystem: „Die ersten ausgiebigen Sonnenbäder können die Abwehr genauso schwächen wie Unterkühlung beim Baden oder körperliche Anstrengung bei großer Hitze. Dazu kommt oft, dass die Schleimhäute durch Klimaanlagen ausgetrocknet und so vermehrt anfällig für Virenattacken sind.“ Dadurch wird verständlich, wieso gerade Urlaubsreisende besonders oft mit der Sommergrippe konfrontiert sind: Reisestress, Klimaveränderung und zu lange Aufenthalte in der Sonne bei ungewohnt starker UV-Strahlung lassen die Abwehr schwächeln.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Keine Chance der Sommergrippe!
Seite 2 Rezept für eine rasche Genesung

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