Montag, 27. Mai 2019

Keine Chance dem weißen Hautkrebs

Ausgabe 05.2015

Basaliome zählen zu den häufigsten Haut­krebserkrankungen, sind aber bei frühzeitiger Erkennung sehr gut behandelbar. Neue Therapieformen unterstützen den Heilungsverlauf.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - CITAlliance

Die Diagnose Hautkrebs klingt zunächst schrecklich – und in zahlreichen Fällen verursacht sie auch großes Leid bei Betroffenen und Angehörigen. Tatsächlich muss aber zwischen zahlreichen gut- und bösartigen Hauttumoren mit unterschiedlichen Auswirkungen differenziert werden. „Der weiße Hautkrebs, der zu den häufigsten Krebserkrankungen zählt, ist mittlerweile sehr gut behandelbar, wenn er frühzeitig erkannt wird. Unter dem Begriff werden Basalzellkarzinome, die auch als ,Basaliome‘ bekannt sind, Plattenepithelkarzinome und deren Vorstufe, die aktinische Keratose, zusammengefasst“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Hubert Pehamberger, Vorstand der Universitätsklinik für Dermatologie an der Medizinischen Universität Wien. Da es keine statistische Meldepflicht gibt, ist eine konkrete Zahl der jährlichen Erkrankungen kaum bestimmbar. Faktum aber ist, dass die Zahl der Neuerkrankungen stetig zunimmt. Schätzungen zufolge wird bei ca. 20.000 bis 30.000 Österreichern jährlich ein Basalzellkarzinom diagnostiziert. Es entsteht durch unkontrolliertes Wachstum von Zellen aus der Basalzellschicht der Oberhaut. Etwa 10 Prozent der aktinischen Keratosen – das sind flache, rötliche leicht schuppende Hautveränderungen, die kaum Beschwerden bereiten – werden invasiv und münden in einem Plattenepithelkarzinom.

Weißer Hautkrebs – so beugen Sie vor
  • Das Risiko, an weißem Hautkrebs zu erkranken, kann durch folgende Präventionsmaßnahmen deutlich gesenkt werden:
  • Schützen Sie Ihre Haut vor ultravioletten Strahlen: Verwenden Sie hauttypgerechte Sonnenschutzmittel, achten Sie auf adäquate Kleidung und Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Schattenplätze.
  • Nehmen Sie regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahr, um Karzinome frühzeitig zu erkennen.
  • Beobachten Sie Ihre Haut und klären Sie verdächtige Veränderungen rasch durch einen Dermatologen ab.
  • Stärken Sie Ihr Immunsystem durch ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und Entspannungseinheiten. Meiden Sie Nikotin und Alkohol: Ihr häufiger Konsum schwächt die Abwehrkräfte.

Vorsicht: Sonne.  Gefährdet sind Menschen aller Altersklassen, die über viele Jahre den ultravioletten Strahlen der Sonne ungeschützt ausgesetzt waren. Zwar ist die Haut mit gewissen Schutzmechanismen ausgestattet, doch diese sind schon nach kurzer Zeit der Sonnenbestrahlung erschöpft. Je mehr Zellen durch UV-Strahlen geschädigt sind, desto eher kann sich Krebs entwickeln. Auch häufige Solarienbesuche unterstützen den Prozess. Zu den größten Risikofaktoren gehören ein heller Hauttyp und eine genetische Prädisposition – seltener sind Bestrahlungsbehandlung oder Erbkrankheiten verantwortlich.

Wunden, die nicht verheilen. „Sowohl Basalzell- als auch Plattenepithelkarzinome treten vorwiegend an sonnenexponierten Stellen, vor allem im Kopf- und Halsbereich, auf“, so Pehamberger. Und: „Basalzellkarzinome können in unterschiedlichen Erscheinungsformen vorkommen, am häufigsten sind das knotige (noduläre), das oberflächliche (superfizielle) und das sklerodermiforme Basaliom.“ Knotige Formen erkennt man oft als kugelige, glänzende, rosa oder hautfarbene Knoten; oberflächliche Arten entpuppen sich als rötliche entzündete Hautveränderungen mit oft perlschnurartigem Randsaum. Skleroder-miforme Basalzellkarzinome können wiederum wie eingesunkene Narben erscheinen. Wichtige Warnsignale sind Flecken oder Wunden, die nicht abheilen, jucken, verschorfen oder verkrusten. Zudem sollte man Stellen, an denen die Haut Geschwüre bildet, verstärkte Aufmerksamkeit schenken und einen Dermatologen konsultieren. Schmerzen zählen im Übrigen, unabhängig von der Erscheinungsform, nur selten zu den Symptomen eines Basalioms.

Hohe Heilungschancen. „Der weiße Hautkrebs wird klinisch diagnostiziert und gegebenenfalls durch eine Biopsie bestätigt“, erklärt Pehamberger. Weißer Hautkrebs wächst nur langsam, mitunter über mehrere Jahre, und lässt sich gut behandeln, wenn er sich auf eine kleine Fläche der Haut beschränkt. Die Therapie der ersten Wahl ist die operative Entfernung, sie hängt aber natürlich von der Größe bzw. Tiefe, dem Wachstum und dem Ort des Tumors ab. Aktinische Keratosen und frühe Basalzellkarzinome können kryotherapeutisch mit flüssigem Stickstoff oder neuerdings mit Salben behandelt werden, fortgeschrittene Basalzell- und Plattenepithelkarzinome müssen operiert werden. Basalzellkarzinome bilden nur sehr selten Metastasen, bei weniger als 1 Prozent der Betroffenen wachsen sie aggressiv und können gefährlich werden: Fortgeschrittene Basaliome haben einen entstellenden und zerstörenden Effekt, der letztlich zum Tod führen kann. Im Gesicht können wichtige Sinnesorgane wie Augen, Nase, Ohren und auch Knochengewebe massiv befallen werden. Im schlechtesten Fall der Metastasierung können andere Körperregionen wie Lunge, Leber, Lymphknoten und Knochen betroffen sein. Diese kleine Patientengruppe war bis vor Kurzem nur beschränkt behandelbar: Seit Juli 2013 ist nun aber in der EU eine neue medikamentöse Therapie für diese Patienten zugelassen, die gezielt in einen bestimmten Signalweg (Hedgehog-Path-way) eingreift und so die Weiterentwicklung des Karzinoms bremsen kann. „Dabei handelt es sich um den in Pulverform erhältlichen Wirkstoff Vismodegib, einem sogenannten ,Hedgehog Inhibitor“, der das Wachstum von Basalzellkarzinomen unterbindet“, betont Pehamberger. „Mithilfe dieser neuen Behandlungsform wurden bemerkenswerte Erfolge bei der Behandlung von besonders schwerwiegenden bzw. nicht operablen Basalzellkarzinomen erzielt.“

Gute Heilungschancen. Die Heilungschancen sind bei frühzeitig erkanntem und therapiertem weißen Hautkrebs sehr hoch. Um den Erfolg der jeweiligen Behandlung zu überprüfen und eventuell neu auftretende Karzinome frühzeitig zu erkennen, sind aber regelmäßige Nachuntersuchungen beim Hautarzt notwendig. Zwischen diesen Terminen empfiehlt es sich, auch selbst auf eventuelle Veränderungen zu achten.

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