Donnerstag, 21. Februar 2019

Keine Angst vor der OP

Ausgabe 2018.09
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Angstgefühle vor einer bevorstehenden Operation sind ganz normal.  Wie Sie sich auf einen Eingriff am besten vorbereiten, erklärt ein erfahrener Allgemeinmediziner in GESÜNDER LEBEN.


Foto: © iStock - Tnimon_t

Operationen sind in der Medizin an der Tagesordnung: Etwa eine von 20 Personen liegt pro Jahr im OP. Während die Eingriffe für Ärzte und Pflegekräfte zumeist Routine sind, empfinden die Patienten eine Operation hingegen alles andere denn alltäglich. Es gibt kaum jemanden, den nicht zumindest ein mulmiges Gefühl beschleicht, sobald er „unters Messer“ muss. Schließlich stellt der Gang ins Krankenhaus und eine bevorstehende Operation für viele Betroffene eine neue Situation dar. Dr. Wolfgang Molnár, Allgemeinmediziner in Wien, betreut beinahe täglich Menschen, die vor einem chirurgischen Eingriff stehen. Er kennt die Situation: „Die Angst vor einer Operation schadet zwar nicht unmittelbar der Gesundheit, aber sie kann einen doch so sehr in Beschlag nehmen, dass man nur mit halbem Ohr zuhört oder wichtige medizinische Informationen wieder vergisst oder sie nicht richtig versteht.“ Patentrezept gegen die Angst gibt es zwar keines. Aber dafür einige Möglichkeiten für die eigene erfolgreiche Strategie zu mehr Gelassenheit.

Gut informiert
In erster Linie gilt es, die vielen Informationen zu verarbeiten, die man vor einer Operation erhält. Schon das ist meist gar nicht einfach. „Daher empfehle ich meinen Patienten oft, eine Vertrauensperson zur Unterstützung bei Besprechungen beim Arzt oder im Krankenhaus mitzunehmen“, so Molnár. Die wichtigste Maßnahme gegen Angst ist es, sich zu vergewissern, dass die Operation die richtige Entscheidung ist. „Informationen aus seriösen Quellen sind dazu da, um die Furcht vor dem Unbekannten zu nehmen. Daher sollte man in erster Linie beim Arzt seines Vertrauens so lange nachfragen, bis man alles restlos verstanden hat.“ Oft hilft es auch, sich mit Personen auszutauschen, die ähnliche Operationen schon gut gemeistert haben, zum Beispiel aus Selbsthilfegruppen.

Was kann ich selbst beitragen?

• Information beruhigt: Zu wissen, was während der Operation passieren wird, kann die Unsicherheit verringern.
• Planen: Zum Beispiel kann man mit Ärzten und Pflegekräften im Voraus vereinbaren, wie die Schmerzbehandlung aussehen soll.
• Für Entspannung und Ablenkung sorgen.

Was können Angehörige und Freunde tun?
• Seelische Unterstützung anbieten: Eine Betreuung durch Nahestehende hilft gegen die Angst, alleinegelassen zu werden.
• Für Ablenkung sorgen – das ist insbesondere bei Kindern wichtig.

Schmerzen müssen nicht sein
Eine große Angst ist es auch, Schmerzen aushalten zu müssen. Eine moderne Schmerzbehandlung kann diese Sorge ausräumen: Nach einer Operation darf man sich heutzutage weitgehend Schmerzfreiheit erwarten. Treten nach einer Operation Schmerzen auf, müssen sie behandelt werden, sagt Molnár: „Schmerzen im Bereich der Operationswunde sind nicht nur sehr unangenehm, sie können auch die Genesung verzögern.“ Prinzipiell ist es wichtig, nach einer Operation möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen, damit die Muskeln nicht zu viel Kraft verlieren. Schmerzen können aber daran hindern, aufzustehen und sich zu bewegen. Mangelnde Bewegung erhöht zudem das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels und kann das Durchatmen oder Abhusten beeinträchtigen. Wichtig ist auch, die Ärzte vor dem Eingriff über bereits bestehende Schmerzen zu informieren und darüber, ob und welche Medikamente eingenommen werden. Molnár: „Wer zum Beispiel regelmäßig starke Schmerzmittel oder größere Mengen Alkohol zu sich nimmt, benötigt nach einem Eingriff möglicherweise andere Medikamente als die üblicherweise eingesetzten.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Keine Angst vor der OP
Seite 2 Das richtige Krankenhaus finden

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