Dienstag, 19. Februar 2019

Ist das noch normal?

Ausgabe 2013/02
Im letzten Teil unserer Serie gehen wir wieder Phänomenen in unserem Körper nach, die beunruhigen können. Wann sollte man einen Arzt konsultieren?

Foto: © Can Stock Photo Inc. - justmeyo Eigentlich fühlen Sie sich fit und gesund in Ihrer Haut. Wenn da nicht mitunter diese eigenartigen Körpersignale stören und irritieren würden: Ist es Einbildung, Hypochondrie, oder stecken doch gesundheitliche Alarmzeichen dahinter, auf die man hören sollte? Dr. Wolfgang Molnár, Allgemein- und Komplementärmediziner in Wien, klärt im zweiten Teil der GESÜNDER LEBEN-Serie über weitere Phänomene auf.


Der Urin hat plötzlich eine andere Farbe
Ist der Harn rosa, orange oder gar erbsengrün, hat man wahrscheinlich Nahrung, die diesen Farbstoff enthält, gegessen. Spargel kann die Ausscheidungen ebenso wie bestimmte Schmerzmittel, Entzündungshemmer oder Vitaminpräparate grünlich färben. Molnár: „Orange wird der Harn nach der Einnahme des Antibiotikums Rifampicin. Rote Paprika und Rote Rüben, Brombeeren und Rhabarber verleihen dem Urin einen Rosaton.“

GESÜNDER LEBEN-Check:
Wenn es für eine rötliche Färbung keine Erklärung gibt, sollte der Hausarzt oder der Urologe den Harn genauer analysieren. Blut im Urin kann ein Hinweis auf Infektionen, Harnsteine oder auch Tumoren sein.

Im Ohr piept es
Macht sich ein Pfeifen oder Brummen im Hörorgan bemerkbar, ist die Panik meist groß: Ist das gar ein Tinnitus? Der Mediziner kann beruhigen: „Meist verschwindet dieses Phänomen nach ein paar Minuten oder höchstens wenigen Stunden wieder von selbst.“ Mögliche Auslöser dafür sind Verspannungen der Nackenmuskulatur, Stress, aber auch Medikamente und Lärm. Durchblutungsstörungen im Innenohr stellen laut Molnár eine ernstere Ursache für Ohrgeräusche dar: „Diese werden z. B. durch Rauchen, erhöhte Blutfette, zu hohen Blutdruck und Diabetes begünstigt.“ Eine weitere Ursache für einen dauerhaften Tinnitus kann das Hören von zu lauter Musik über Kopfhörer oder bei Popkonzerten sein: „Vor allem Jugendliche sind davon betroffen.“

GESÜNDER LEBEN-Check:
Halten die Misstöne länger als wenige Stunden an oder sind sie mit Schwindelattacken kombiniert, muss man rasch zum HNO-Arzt. Er kann anhand einer Ohrspiegelung und verschiedener Tests feststellen, was los ist. Bei anhaltendem Tinnitus werden durchblutungsfördernde Medikamente verschrieben.

Häufiges Gähnen trotz ausreichendem Schlaf
Dahinter muss nicht gleich Schlafmangel stecken – sondern vielleicht große Vorhaben wie Prüfungen oder Wettkämpfe. Gähnen aktiviert den Organismus, weil es Blutdruck und Herzfrequenz steigert. Daher zeigen auch Spitzensportler oder Fallschirmspringer diese Angewohnheit vor großen Herausforderungen. Andere Theorien gehen davon aus, dass Veränderungen der Hirnchemie oder die Regulierung der Körpertemperatur mit dem Gähnen zu tun haben. Die wichtigsten Auslöser bleiben dennoch Müdigkeit und Langeweile.

GESÜNDER LEBEN-Check:
Ständiges Gähnen in Kombination mit Schlappsein kann auf Schlafdefizite, hormonelle Umstellungen oder auch Burn-out hindeuten. Weiters kann Gähnen auch bei neurologischen Störungen wie Multiple Sklerose auftreten. Die Ursache sollte dann von einem Facharzt abgeklärt werden.


Beim Bürsten fallen vermehrt Haare aus
Sammeln sich plötzlich vermehrt Kopfhaare in der Bürste oder auf dem Kopfpolster, ist sehr häufig eine Hormonumstellung schuld. Bei Frauen bedeutet das: Die „Pille“ wurde abgesetzt, ein Baby geboren oder die Wechseljahre haben eingesetzt. „Aber auch hoher psychischer Stress oder eine Infektion mit hohem Fieber kommen als Auslöser infrage“, ergänzt der Mediziner. Ebenso können Crashdiäten die Haarpracht lichten, weil dem Körper dadurch Nährstoffe und Spurenelemente entzogen werden. Molnár: „Bei Weitem die häufigste Erklärung ist aber der anlagebedingte Haarausfall – nicht nur bei Männern.“ Typisches Symptom für diese sogenannte „androgenetische Alopezie“: „Das Kopfhaar lichtet sich entlang des Scheitels.“

GESÜNDER LEBEN-Check:
Wer mehrere Wochen lang mehr als hundert Haare täglich verliert, sollte einen Hautarzt um Ursachenforschung bitten. Mit speziellen Haaruntersuchungen und Bluttests kann der Facharzt Rückschlüsse auf die wahre Ursache ziehen.

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