Montag, 18. Dezember 2017

„Ich bin leidenschaftliche Genießerin!“

Ausgabe 2017.06

Die ServusTV- und baldige RTL II-Moderatorin Kathi Wörndl  im Gespräch über Kochen, Karamell-Eis, Familie und das Singen unter der Dusche ...


Foto: rtl2-news-kathi-woerndl-5.Wörndl © RTL II

Ihre Karriere als TV-Moderatorin bezeichnet Kathi Wörndl als „Zufall“. Eigentlich, lacht sie, wollte sie Köchin werden. Zwar nur in Omas Küche und auch nur deshalb, weil sie damals keine Lust auf die Schule hatte, aber immerhin. Aus der Köchinnen-Laufbahn ist zwar nichts geworden und Wörndls kulinarische Künste sind allen voran ihrem Ehemann, ihren zwei Kindern und natürlich dem Freundeskreis vorbehalten, dennoch: Bereits seit 2009 leistet uns Wörndl im Frühstücksfernsehen auf Servus TV beim morgendlichen Kaffee Gesellschaft, resümiert im Vorabend-Magazin „Servus am Abend“ den zu Ende gehenden Tag, und in ihrer eigenen Talkshow „Einfach Kathi“ (2012–2013) plauderte sie mit prominenten Gästen charmant, quirlig und auch ein bisserl frech in einem urigen Salzburger Beisl über Gott und die Welt.

Die gebürtige Salzburgerin hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Wörndls Lebensfreude und allen voran kompromisslose Authentizität geben den TV-Sehern das Gefühl, eine gute Freundin in das eigene Wohnzimmer einzuladen. „Ich bin ein unglaublich leidenschaftlicher Mensch und genauso gehe ich auch alles an“, sagt „die Kathi“ über sich selbst. „Ich bin sehr aktiv, spontan, für jeden Spaß zu haben, nehme mich gerne selbst auf den Arm und brauche immer ein Stückchen Chaos und Verrücktheit.“ Kein Wunder also, dass das Magazin „Die Salzburgerin“ Wörndl 2014 zur „Salzburgerin des Jahres“ kürte. Und auch nicht überraschend, dass nun auch unsere Nachbarn auf die 34-Jährige aufmerksam geworden sind: Ab 1. September 2017 wird Wörndl als Moderatorin und Reporterin für die RTL II News im Einsatz sein.

Vor ihrem Umzug nach Deutschland nahm sich Kathi Wörndl, die fließend vier Fremdsprachen spricht, Zeit für ein Gespräch mit GESÜNDER LEBEN.

GESÜNDER LEBEN: Sie beschreiben sich selbst als „verhinderte Köchin“ …
Kathi Wörndl: Ich war sechs Jahre alt und kurz vor meinem ersten Schuljahr, als ich bei meiner Oma, die eine hervorragende Köchin ist, in der Küche stand und spontan beschlossen habe, doch lieber bei ihr kochen zu lernen und ihre Sous-Chefin zu werden, als in die Schule zu gehen. Aus ungeklärten Gründen ging mein Plan leider nicht auf und so wurde aus meiner Kochkarriere leider nichts. Aber ein paar Lieblingsrezepte konnte sie mir dann doch noch beibringen.
 
GL: Sie kochen immer noch gerne?
Oh ja! Ob ich jedoch gut koche, müssen andere entscheiden, zumindest haben meine Kochkunst bisher alle überlebt! (lacht) Meine Spezialität laut meiner Kinder ist Kaiserschmarrn – zugegeben, ist auch nicht so schwer. Ich liebe es aber auch, unsere Freunde zu bekochen: Da nehme ich mir Zeit, dekoriere den Tisch aufwendig und unter drei Gängen geht gar nichts! Ich bin sehr gerne Gastgeberin. Ich finde, es gibt nichts Gemütlicheres, als sich daheim einen tollen, entspannten Abend zu machen. Besonders großartig ist es, wenn dann mein Göttergatte mein Chaos wieder zusammenräumt! (lacht)

GL: Haben Sie auch eine Art Soulfood?
In der Früh gibt es bei uns seit einigen Wochen einen Brei aus Haferflocken, Gojibeeren, Chiasamen, Nüssen, getrockneten und frischen Früchten und Beeren – so eine Art Powerschale bzw. Porridge. Das ist mein Energie-Booster. Dadurch habe ich begonnen zu frühstücken, denn die Zeit dafür habe ich mir bis vor Kurzem nicht genommen. Ganz wichtig ist für mich außerdem Kaffee nach dem Aufstehen. Und wenn ich gerade viel um die Ohren habe und müde am Abend auf die Couch falle, dann brauche ich Karamell-Eis, aber im Notfall tut’s auch sonst alles Süße! Allerdings: Ich habe kürzlich einige Tage Zucker komplett weggelassen, und es ist schon erstaunlich, dass man plötzlich viel fitter und weniger müde ist. Eigentlich sollte ich hier viel konsequenter sein.  

GL: Wie wichtig ist Ihnen gesunde Ernährung?
Ich gestehe: Ich kann ohne Süßes nicht leben. Aber ich denke, es ist wie überall – auf die Dosis kommt es an und der Mix macht es aus. Ich achte beim Einkauf auf hochwertige und wenn möglich regionale Lebensmittel und mache da keine Abstriche. Natürlich schaue ich darauf, dass die Ernährung ausgewogen ist. Ich liebe es, am Grünmarkt (in Salzburg, Anm.d.Red.) einzukaufen. Alleine die Gerüche, herrlich! Aber ich bin nicht der Typ, der immer nur ganz gesund und ohne Fett oder nur vegetarisch oder ohne Kohlenhydrate oder wie auch immer isst. Ich bin eine leidenschaftliche Genießerin, esse gerne auch mal Hausmannkost und backe für mein Leben gerne. Aber: Im oft stressigen Alltag muss bei uns jedes Gericht sehr schnell gehen.

GL: Wie halten Sie sich fit?
Meine beiden Fitnesstrainer sind fünf und sieben Jahre alt – seit ich Mama bin, bewege ich mich gefühlt den ganzen Tag ... (lacht) Abgesehen davon, ziehe ich gerne, wenn ich den inneren Schweinehund winselnd in die Ecke verbannt habe, meine Laufschuhe an und trabe an der Seite unserer 50 Kilo schweren Leonberger-Hündin durch die Landschaft. Ich liebe es, mit meiner Lieblingsmusik in den Ohren die Gedanken strömen zu lassen. Außerdem gehe ich kickboxen und mache Yoga. Kurz und gut: Ich mache gerne Sport, einen besseren Ausgleich gibt es nicht!

GL: Wie schaffen Sie es, zu entspannen?
Sobald ich daheim bin, bin ich sofort in einem anderen Modus und in einer anderen Welt. Klingt vielleicht kitschig, aber ich grabe dann gerne den Garten um, backe eine Torte, radle mit meinen kleinen Helden zum Spielplatz oder wir machen ein Picknick, erobern die Stadtberge – da kommt die Entspannung ganz von alleine. Aber auch Zeit mit meinen Freundinnen – sei es, dass man sich alle heiligen Zeiten mal zwei Stunden im Day-Spa gönnt oder sich am Abend auf einen Spritzer trifft oder nett essen geht – ist Entspannung pur.

GL: Wie sieht Ihr perfekter Sonntag aus?
Ohne Wecker aufwachen zu können, ein ausgiebiger Kaffee, in Ruhe Zeitung lesen – und sich dann einfach treiben lassen und den Tag frei nach Lust, Laune und Wetter gestalten. Am besten mit der Familie und mit Freunden, ganz gemütlich ohne Stress und Druck. Und am Abend dann noch in die Badewanne mit dem Lieblingsbuch. Verdammt, warum mache ich das so selten?

GL: Sie sind verheiratet und haben
zwei kleine Kinder … Ich bin ein absoluter Familienmensch, meine Familie steht ganz klar an allererster Stelle. Deswegen ist es mir auch sehr wichtig, einen gesunden Mix zwischen Arbeit und reiner Familienzeit zu schaffen, sonst wäre ich schnell unglücklich. Wir genießen es, dass bei uns noch mehrere Generationen aufeinandertreffen: von 5 (meine Tochter Paulina) bis 90 Jahre (meine Oma). Alle sind sehr abenteuerlustig und spontan; wir erleben viele lustige Sachen und da geht’s oft ganz schön zur Sache: Wenn sich die Urli mit den Urenkerln im Garten wilde Fußballmatches liefert zum Beispiel! Langweilig wird es bei uns nie!
 
GL: Welche eigenen Charaktereigenschaften erkennen Sie in Ihren Kindern wieder?
Valentin und Paulina sind sehr fröhliche Kinder und lachen genauso gerne wie ich, sie sind sehr offen, reden gerne und viel und lieben es, andere Menschen zu unterhalten. Sie finden es schön, wenn sich was tut, sind spontan, aber auch sehr ungeduldig. Es sind ja oft Sätze und Wörter, die sie übernehmen, oder auch die Gestik – das ist zum Schreien! Lustig ist es, wenn sie sich über etwas aufregen und man erkennt sich selbst wieder ...

GL: Was ist das Geheimnis einer glücklichen Ehe?
Ich bin keine Expertin in Sachen Ehe! Wir sind seit 2010 verheiratet, und für uns ist das Geheimnis, viel zu reden und sich Auszeiten zu zweit zu nehmen, auch wenn das im Rad des Alltags oft untergeht. Aber ganz nebenbei haben wir den großen Vorteil, dass wir beide trotz starkem Charakter sehr harmonieliebend sind. Auch wenn wir wollen würden – wir können gar nicht streiten! Was das Familienleben angeht: Ich denke, hier sollte man die Zeit bewusst miteinander verbringen und genießen. Das heißt, auch einfach mal das Handy weglegen, nicht ständig Mails checken, und entspannt sein – in jeder Hinsicht! Man sollte zudem darauf achten, dass man viel gemeinsam lacht.

GL: Themenwechsel: Sie betonen immer wieder Ihre Liebe zu Salzburg. Was lieben Sie an der Stadt so sehr?
Ich bin hier aufgewachsen und verbinde viele aufregende Erinnerungen mit Salzburg. Man hat hier das Gefühl, sehr behütet leben zu können. Nicht nur dass es eine wunderschöne Stadt ist – die verwinkelten Gässchen, die Stadtberge, das Grün, die vielen Kirchtürme, dieses besondere Flair –, auch der Freizeitwert ist groß: Im Winter ist man in wenigen Minuten auf der Piste, im Sommer am See. Was will man mehr?

GL: Welcher ist denn Ihr liebster Badesee?
Der Wolfgangsee, der Fuschlsee sowie natürlich der Mondsee, denn hier haben wir geheiratet. Tretboot mieten, Picknick einpacken und zum Sonnenuntergang in den See springen – an alle Leserinnen und Leser: Bitte unbedingt machen und an mich denken! (lacht)

GL: Welches ist für Sie der schönste Platz in Österreich?
Hauptsache auf einem Berg oder Hügel und von oben runterschauen ... Es gibt nichts Schöneres, als diese Weite zu spüren. Aber auch die Seen des Salzkammerguts ziehen mich magisch an.

GL: Wie denken Sie über den Begriff „Heimat“?
Da gibt’s dieses schöne Zitat von Herbert Grönemeyer: „Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl.“ So sehe ich das auch. Heimat spürt man. Aber hin und wieder muss man auch seine Heimat verlassen, um sie besonders schätzen zu können.

GL: Sie sprechen es bereits an: Ab September sind Sie auf RTL II als Nachrichtensprecherin zu sehen. Wie gehen Sie an eine neue große Herausforderung heran?
Mit einem positiven Kribbeln! Nach neun wundervollen Jahren bei ServusTV freue ich mich darauf, das nächste Kapitel meines Lebens aufschlagen zu dürfen. Natürlich sind wir als Familie gespannt auf das, was uns erwartet und was wir erleben werden. Es ist ein großes Abenteuer. Neuer Job, neue Stadt – ein besonderer Schritt, aber die Vorfreude ist groß.

GL: Sie sind nicht nur attraktiv, sondern auch noch eine Blondine mit langen Haaren. Mussten Sie in Ihrem Leben bereits mit dem einen oder anderen Vorurteil kämpfen?
(lacht) Vielen Dank! Nein, mit Vorurteilen wurde ich noch nie direkt konfrontiert. Ich denke, man sollte immer mit dem Menschen reden, bevor man sich eine Meinung bildet. Ich persönlich mag Menschen, die einen guten Humor haben und sich selbst nicht zu ernst nehmen – genauso nehme ich mich auch gerne selbst auf den Arm.

GL: Haben Sie ein geheimes Talent, das Sie unseren Lesern verraten möchten?
Ich singe fantastisch – unter der Dusche und unter Ausschluss der Öffentlichkeit! Ich verstehe auch nicht, warum dieses Talent noch nie gewürdigt wurde (lacht). Ich liebe es außerdem, selbst umzubauen, so richtig mit Presslufthammer Wände rausstemmen, verputzen, lackieren etc.

GL: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten – welcher wäre das?
Ein nicht materieller Wunsch: Natürlich Gesundheit und dass uns das Leben wie bisher immer wieder auf so besondere Art und Weise überrascht und uns damit noch sehr oft ein Strahlen ins Gesicht zaubert. Ein materieller Wunsch wäre eine kleine, feine Finca, vielleicht mit Eseln und Orangenhain auf Mallorca.

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