Sonntag, 31. Mai 2020

Die "Königin der Herzen"

Ausgabe 04/2011
Der Beiname, den ihr die Fans zu Dancing-Star-Zeiten gegeben haben, ist ihr geblieben. Elisabeth Engstler über Sehnsüchte und Lustkiller.

Foto: Lukas Beck

Die beliebte ORF-Moderatorin, Schauspielerin, Sängerin und Kochbuchautorin hat aktuell so einiges am Köcheln. Neben der Präsentation der „Frühlingszeit“ finalisiert sie gerade ihr neuestes Lieblingsprojekt: das Album „Sehnsucht“ – ein Mix aus Pop, Chanson und Schlager. Es ist nicht nur das erste seit 13 Jahren, sondern auch das erste, für das sie fast alle Texte selbst verfasst hat. Erscheinen wird es Ende des Monats. Im Privatleben spielt Tochter Amelie, 9, die zentrale Rolle. „Sie ist einerseits sehr sozial eingestellt, aber andererseits noch mehr Drama-Queen als ich“, lacht sie. Eine glatte Übertreibung. Denn Elisabeth Engstler ist de facto ziemlich unprätentiös und liebt die einfachen Dinge. Warum die Genießerin sich selbst nichts verbietet, Waagen am liebsten aus dem Fenster schmeißen möchte und gelegentlich auch über die Stränge schlägt, siehe Interview. Was sie sonst noch so bewegt? „Ich bin verliebt.“ Aber mehr ist der „Engstler“ dazu nicht zu entlocken ...

Elisabeth Engstler lebt ...

… schlau. Alleinerziehende Mutter und beruflich im Dauereinsatz – wie geht sich das aus, was bedeutet „Frühlingszeit“ für Sie?
Ich bin ein echtes Frühlingskind: Jetzt kommen die Blumen und mit ihnen die Wohlgerüche wieder. Für mich ist das jedes Mal ein unglaublicher Neubeginn. Was mein Timing betrifft, weiß ich manchmal auch nicht, wie ich das mache. Momentan produziere ich ja auch meine CD und das erfordert viel Verständnis seitens meiner Tochter. Zum Glück habe ich ein kleines Netzwerk - Freunde und Oma – das mich unterstützt.

… schön. Ihre herzliche Ausstrahlung macht Sie als Frauentyp zeitlos. Wie überlisten Sie die biologische Uhr?
An das Altern glaube ich sowieso nicht, oder sagen wir, ich weigere mich, es, als Problem zu sehen. Ich habe erst mit 41 ein Kind bekommen und das hält zusätzlich jung. Beruflich werde ich so viel geschminkt, dass ich mich wundere, wie meine sehr trockene, aber doch gutmütige Haut das nur aushält. Privat trage ich deshalb fast kein Make-up, außer Wimperntusche und roten Lippenstift. Was ich noch mag, ist der Duft von Cremes. Das ist pures Wohlbefinden.

… gut. Sie gelten als leidenschaftliche Köchin und Genießerin, es darf auch ruhig deftiger sein. Wovor graut Ihnen, was ist Ihre Lieblingsspeise?
Bei uns zu Hause werden regelmäßig Kochfeste zelebriert. Ich bin der Überzeugung, dass man sich nichts verbieten und essen sollte, was einem schmeckt. Jeder Mensch sollte nicht das verordnete Ideal-, sondern sein persönliches Wohlfühlgewicht finden. Eine Waage stellt für mich den reinsten Lustkiller dar. Alle meine Lieblingsgerichte finden sich in meinem „Chaoskochbuch“ und scheußlich finde ich eigentlich nur Grießbrei.

… gesund. Unglaublich, aber wahr: Sie sind bereits 50+. Macht sich das gesundheitlich irgendwie bemerkbar?
Als typischer Stier machen mir manchmal der Hals und die Nebenhöhlen zu schaffen. Meine Migräne, die ich seit der Kindheit mitschleppe, wird zusehends besser, ganz einfach weil ich auch immer mehr zu meiner Mitte finde. Als ehemalige Medizinstudentin praktiziere ich eine Kombination aus alternativer und Schulmedizin und habe z.B. auch Reiki erlernt. Aber ich erlaube mir auch, schon mal über die Stränge schlagen, wenn ich das brauch ...

… aktiv. Man hat den Eindruck, dass es Ihrem Naturell entspricht, ständig in Bewegung zu sein. Was halten Sie von Sport?
Als Kind war ich ziemlich sportlich, aber heute kann ich nur noch vom Skifahren sagen, dass ich es heiß liebe. Ich gehe weder in Fitnessstudios noch Joggen. Aber dafür shake ich manchmal eine Nacht durch oder gehe ausgiebig mit Amelie und unserer „Bastardl-Hündin“ Betty spazieren. Außerdem schätze ich, dass ich bei meinem bewegten Leben ohnehin ausreichend Kalorien verbrenne.

… bewusst. Ihre neue CD heißt „Sehnsucht“. Was bedeutet das für Sie und was haben Sie noch so alles vor?
Mein erstes, selbst gemachtes Album heißt deshalb so, weil Sehnsucht ein Gefühl ist, das mich immer begleitet und antreibt. Als offener, neugieriger und verständnisvoller Mensch kann man aus jeder Aufgabe etwas Positives machen. Ich möchte vor allem für Amelie glücklich sein, weil man die Mutterrolle nur so gut erfüllen kann. Grundsätzlich hoffe ich, dass sich noch viel, viel Neues ergibt. Irgendwann möchte ich am Wasser leben und noch mehr Grün um mich haben.

BIOGRAFIE
Elisabeth Engstler Geboren 1960 in Villach, studierte sie Medizin, später am Konservatorium der Stadt Wien und ist seit Mitte der 80er Jahre beim ORF in zahlreichen Sendungen präsent. Als Sängerin wurde sie 1982 durch ihre Teilnahme beim Songcontest bekannt. Elisabeth Engstler pendelt mit Kind und Kegel zwischen Niederösterreich und Kärnten.

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